Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2015

00:20 Uhr

Ukraine

US-Geheimdienst erwartet Offensive der Separatisten

Greifen die Separatisten in der Ukraine Mariupol an? Der US-Geheimdienst befürchtet eine Offensive der prorussischen Truppen. Allerdings stehe ein Angriff nicht unmittelbar bevor.

US-Geheimdienste schlagen Alarm

Planen Separatisten einen Angriff auf Mariupol?

US-Geheimdienste schlagen Alarm: Planen Separatisten einen Angriff auf Mariupol?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WashingtonUS-Geheimdienstdirektor James Clapper rechnet mit einer Offensive der prorussischen Separatisten auf die ostukrainische Hafenstadt Mariupol im Frühjahr. Clapper sagte am Donnerstag bei einer Kongressanhörung in Washington, nach Einschätzung der US-Geheimdienste stehe ein Angriff nicht unmittelbar bevor. „Ich glaube, sie werden bis zum Frühjahr warten, bevor sie angreifen.“

Die US-Geheimdienste gehen laut Clapper davon aus, dass Russlands Präsident Wladimir Putin sich die Kontrolle über Teile der Ostukraine samt eines Landzugangs zur Krim sichern wolle. Moskau hatte die ukrainische Halbinsel im vergangenen Frühjahr nach einem umstrittenen Referendum annektiert. „Unsere Bewertung der Lage ist nicht, dass er die Eroberung der ganzen Ukraine anstrebt“, sagte der Geheimdienstchef vor dem Streitkräfteausschuss des Senats.

Clapper sprach sich für Waffenlieferungen des Westens an das ukrainische Militär aus. Dies sei seine „persönliche Meinung“, die nicht notwendigerweise die Position der US-Geheimdienste widerspiegele. So gebe es in den Geheimdiensten Befürchtungen, dass westliche Waffen für Kiew eine „negative Reaktion“ in Moskau auslösen und zur Lieferung von noch ausgefeilteren Waffensystemen an die Separatisten führen.

Der Leiter des US-Militärgeheimdienstes DIA, General Vincent Stewart, zeigte sich bei der Anhörung in dieser Frage skeptisch. Die DIA sei zu dem Schluss gekommen, dass Waffenlieferungen an den militärischen Machtverhältnissen in der Ostukraine nichts ändern würden.

Die US-Außenamtssprecherin Jen Psaki beklagte am Donnerstag, dass die vereinbarte Waffenruhe in der Ostukraine weiter verletzt werde. Allerdings hätten die Kämpfe in den vergangenen Tagen abgenommen, sagte Psaki. Es gebe eine „leichte Verbesserung“. Moskau bestreitet, die prorussischen Rebellen in der Ukraine zu unterstützen.

Von

afp

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau mona mariposa

27.02.2015, 07:27 Uhr

Wie immer informiert uns der amerikanische Geheimdienst (welcher? Der aus Kiew?) über bevorstehende Aktionen aus dem Reich der Bösen. Sie sitzen ja an der Quelle. In Maripol herrscht das Bataillon Asow, von dem im Januar schon ein nur englischsprechender in Nazikluft gekleideter "Soldat" gefilmt wurde.
Es wird dort wohl rechtzeitig etwas passieren, um den Rückzug der Waffen stoppen zu können.

Herr Ercole Domenico

27.02.2015, 07:40 Uhr

Warum das Problem nicht mit Vernunft und Realismus angehen? Wie damals für die Tschechoslowakei, auch ein Vielvölkerstaat, mit der Auflösung der Föderation zum 31. Dezember 1992 und die Bildung der beiden neuen Staaten Tschechien und Slowakei zum 1. Januar 1993. Seitdem gibt es Ruhe. Sind die Ukrainer dümmer als die Tschechen und Slowaken?

Herr Peter Noack

27.02.2015, 08:19 Uhr

Was soll Poroschenko nun tun?
Wird er die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen mit 1.500 km Reichweite in der Westukraine fordern? Wenn die Amerikaner dem zustimmen, wird dann die Bundesregierung sich heraushalten?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×