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24.10.2015

10:44 Uhr

Ukraine wählt

Klitschko ist angezählt

VonAndré Ballin

Der Zauber Vitali Klitschkos als strahlender Sportsmann ist verflogen, als Bürgermeister kämpft er mit den Problemen des kriselnden Kiewer Alltags. Trotzdem hofft er am Sonntag auf einen Wahlerfolg.

Der Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko hofft auf seine Wiederwahl. dpa

Kiews Bürgermeister Klitschko

Der Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko hofft auf seine Wiederwahl.

MoskauEine Niederlage musste Klitschko im Wahlkampf schon einstecken: Anfang der Woche maß sich der 44-jährige Kiewer Bürgermeister mit der achtjährigen Veroniko Weremjuk beim Schachspiel und verlor. „Ich habe mich mal 31 Züge lang gegen Garri Kasparow gehalten, aber du hast mich schneller abgezockt“, lobte er seine Gegnerin nach dem Spiel.

Eigentlich war die Pleite keine Schande, immerhin ist Weremjuk Europameisterin in ihrer Altersklasse und hätte somit auch die meisten anderen erwachsenen Schachliebhaber überspielt. Im Fall Klitschko war es allerdings ein willkommener Anlass, um einmal mehr über dessen intellektuelle Fähigkeiten zu spekulieren.

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Der ehemalige Box-Weltmeister ist nicht ganz unschuldig am Spott. Zahlreiche unfreiwillige Bonmots haben bei vielen Ukrainern das Bild eines eher einfältigen Sportlers verfestigt, der seine Popularität in eine Politkarriere umgemünzt hat. „Ich habe zwei Stellvertreter, von denen vier schon einen Monat auf dem Tisch des Ministers liegen“, klagte er so einmal und bewies damit, dass sowohl Arithmetik, als auch Grammatik nicht zu seinen Stärken zählen.

Dabei hatte er tatsächlich als Hoffnungsträger begonnen. Seine politische Unerfahrenheit spielte er als Trumpf aus und stellte sich als neu und unverbraucht dem von der Korruption zerfressenen politischen Establishment in der Ukraine entgegen. Immer wieder nahm er dabei Bezug auf Deutschland, seine „zweite Heimat“, wo er zu sportlichen Ruhm und Erfolg gelangte. Er wolle europäische Standards in die Ukraine importieren, betonte er. Angela Merkel, die CDU und die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützten Klitschko in seinen Anfängen.

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