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27.04.2012

19:27 Uhr

Ukraine

Zahlreiche Verletzte bei Explosionen in Dnjepropetrowsk

In der Heimatstadt von Julia Timoschenko sind eine Reihe von Sprengsätzen explodiert. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 27 Menschen verletzt. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist bislang unklar.

Bombenanschläge in der Ukraine

Video: Bombenanschläge in der Ukraine

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KiewSechs Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft hat eine Serie von Bombenanschlägen in der Ukraine die Geburtsstadt der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko erschüttert. Vier Bomben explodierten am Freitag kurz hintereinander im Zentrum der Industrie-Metropole Dnipropetrowsk. Mindestens 27 Menschen, darunter neun Kinder, wurden durch die in Abfalleimern versteckten Sprengsätze nach offiziellen Angaben verletzt. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt. Die Generalstaatsanwaltschaft stufte die Anschläge als Terrorakt ein.

In der früheren Sowjet-Republik gab es bisher nur selten Bombenanschläge. Allerdings ist die politische Lage angespannt, seit Timoschenko im vergangenen Jahr eine siebenjährige Haftstrafe antreten musste und jüngst über Misshandlungen im Gefängnis klagte. Die Verfahren gegen sie und andere Mitglieder der früheren Regierung sind in ihren Augen Schauprozesse, um die Opposition mundtot zu machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte im NDR, sie bemühe sich um eine Ausreisegenehmigung Timoschenkos, damit die unter einem Bandscheibenvorfall leidende 51-Jährige in Deutschland behandelt werden könne. Mit den Verantwortlichen in der Ukraine werde verhandelt.

Merkel ließ offen, ob sie zur EM reisen werde. Sie habe sich dazu noch keine konkreten Gedanken gemacht, sagte sie. Regierungssprecher Steffen Seibert ergänzte aber: „Natürlich fließt auch die weitere Entwicklung in der Ukraine und der Fall Timoschenko in die Entscheidung mit ein.“

Anschlagserie: Ukraine steht unter Schock

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Innerhalb weniger Minuten explodierten vier Bomben in Dnjepropetrowsk. Dutzende Menschen werden verletzt. Die Ukraine steht sechs Wochen vor der Fußball-EM unter Schock. Welches Motiv die Attentäter hatten, ist unklar.

Die Europameisterschaft beginnt am 8. Juni. Gastgeber sind die Ukraine und das Nachbarland Polen. Die deutsche Nationalmannschaft trägt ihre Vorrundenspiele in der Ukraine aus. In Dnipropetrowsk, das etwa 400 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kiew liegt, finden keine Spiele statt. Trotzdem dürfte die Anschlagsserie in der Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern Sorgen schüren, ob während des Sportgroßereignisses die Sicherheit Zehntausender Fans gewährleistet ist.

Der Angriff müsse sehr ernst genommen werden, vor allem wegen der EM, sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk. Der europäische Fußballverband Uefa erklärte, er sei zuversichtlich, dass die ukrainischen Behörden in der Lage seien, für einen glatten und festlichen Ablauf des Turniers zu sorgen.

„In der Stadt herrscht Panik“

Die erste Explosion ereignete sich nach Regierungsangaben um 11.50 Uhr an einer Straßenbahn-Haltestelle. Eine halbe Stunde später ging eine Bombe vor einem Kino hoch, dabei wurden auch die neun Kinder verletzt. Es folgten eine Detonation in der Nähe eines Parks und eine weitere Explosion ebenfalls in der Innenstadt. „In der Stadt herrscht Panik“, sagte eine Lokaljournalistin. „Die Leute holen ihre Kinder aus den Schulen und eilen mit ihnen nach Hause.“

Präsident Viktor Janukowitsch sagte, die Anschläge seien eine Herausforderung für das ganze Land. Innenminister Witali Sachartschenko übernahm persönlich die Leitung der Ermittlungen. Russland bot seinem Nachbarn Hilfe bei der Aufklärung der Anschläge an.

Kommentare (4)

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AgainstTheThruth

27.04.2012, 14:19 Uhr

ich weiss zwar nicht was diese hirnrissigen komment vor mir sein sollen, aber ich glaube nicht an einen anschlag von anhängern timoschenkos. eher umgekehrt. denn dann würde die regierung bestätigt sein in ihrem handeln, da es sowas wie terroristen sind, die die sicherheit gefährden. ich denke der anschlag ist getürkt.

1080p

27.04.2012, 17:06 Uhr

Die Ukrainer haben Janukowitsch aus Verzweiflung gewählt. Damit haben Sie bewiesen wie enttäuscht sie von der "orangenen Revolution" waren. Hätten Timoschenko und Juschtschenko sich nicht ständig gegenseitig in den Allerwertesten getreten, dann wäre der zweimal gerichtlich verurteilte Gewaltverbrecher Janukowitsch nie an die Macht gekommen. Keiner sollte sagen: "Das geht uns nichts an" Die Ukraine liegt mitten in Europa, anders als andere Länder (Afghanistan oder so...)

Jochen

27.04.2012, 18:17 Uhr

Wer würde denn die Kosten für eine OP in Deutschland übernehmen?

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