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29.12.2013

17:50 Uhr

Ukrainische Regierungsgegner

Zehntausende Unermüdliche protestieren in Kiew

Kurz vor dem neuen Jahr sind wieder Tausende Menschen in der Ukraine auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die Kreml-nahe Regierung von Janukowitsch. Doch die Protestwelle verliert an Anhängern.

In der Ukraine demonstrierten am Sonntag rund 20.000  Menschen für eine Annäherung ihres Landes an die EU. Reuters

In der Ukraine demonstrierten am Sonntag rund 20.000 Menschen für eine Annäherung ihres Landes an die EU.

KiewZehntausende Regierungsgegner in der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben zum sechsten Mal in Folge bei einer großen Sonntagskundgebung gegen die prorussische Führung protestiert. Viele der Demonstranten trugen Schleifen in den Farben der Nationalflagge. Unterdessen fuhren Tausende Oppositionsaktivsten zum Landsitz des Staatschefs außerhalb von Kiew und skandierten „Nieder mit Janukowitsch“. Polizisten schnitten den Demonstranten Hunderte Meter vor der Residenz den Weg ab.

Die prowestlichen Demonstranten um Oppositionspolitiker Vitali Klitschko forderten auch Aufklärung im Fall der Reporterin Tatjana Tschornowol, die vor wenigen Tagen überfallen worden war. Die für ihre Kritik an Präsident Viktor Janukowitsch bekannte Journalistin liegt verletzt in einer Klinik. Bisher wurden vier Verdächtige festgenommen.

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Auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) im Zentrum von Kiew versammelten sich Schätzungen zufolge mehr als 20.000 Menschen. „Die Regierung erwartet, dass die Proteste wegen der Neujahrsferien aufhören, aber wir kämpfen bis zum Sieg“, sagte der ehemalige Boxweltmeister Klitschko auf dem Maidan. Auch der frühere Außenminister Arseni Jazenjuk forderte die Demonstranten auf, den Protest fortzusetzen. „Wir dürfen den Maidan nicht räumen“, rief der Parteikollege der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

Die wöchentlichen Großkundgebungen auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew halten schon länger als einen Monat an. Allerdings kamen am Sonntag mit 20 000 Teilnehmern deutlich weniger als zu Spitzenzeiten, als Hunderttausende zusammenströmten.

Auslöser der Proteste war Janukowitschs Entscheidung, ein unterschriftsreifes Abkommen mit der EU auf Eis zu legen und sich stattdessen Russland anzunähern. Die Opposition verlangt Neuwahlen. Jazenjuk von der Vaterlandspartei sagte, die drei wichtigsten Oppositionsparteien, die den Protest auf dem Unabhängigkeitsplatz anführen, würden im Vorfeld der nächsten Präsidentschaftswahl zusammenarbeiten. Ziel sei es ein Team aufzubauen, „das dazu in der Lage ist, die Ukraine zu einem europäischen Land zu machen“, sagte er.

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