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10.02.2014

07:56 Uhr

Ukrainischer Aktivist

Bulatow will in Deutschland leben

Angeblich plant der ukrainische Aktivist Dmitro Bulatow einen Umzug nach Deutschland. Bei Protesten wurde Bulatow schwer verletzt, nun möchte er anscheinend bei seinen Eltern im westfälischen Hagen leben.

Dmitro Bulatow zusammen mit Vitali Klitschko. Nach eigenen Angaben wurde er am 22. Januar verschleppt und anschließend gefoltert. dpa

Dmitro Bulatow zusammen mit Vitali Klitschko. Nach eigenen Angaben wurde er am 22. Januar verschleppt und anschließend gefoltert.

DüsseldorfDer wegen seiner Teilnahme an den Oppositionsprotesten in der Ukraine schwer verletze Aktivist Dmitro Bulatow will laut einem Pressebericht in Deutschland leben. Der 35-Jährige wolle bei seinen Eltern im westfälischen Hagen leben, berichtete die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ (Montagsausgabe). Die Zeitung bezieht sich nach eigenen Angaben auf ein Schreiben des Vorsitzenden der Jugendorganisation der europäischen Konservativen, Benedict Pöttering, an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

In dem Schreiben bittet Pöttering Steinmeier demnach, sich für die Einreise Bulatows und ein Bleiberecht einzusetzen. Den Wunsch, in Deutschland zu leben, habe Bulatow in einem Telefonat mit Pöttering geäußert, heißt es laut der Zeitung in dem Schreiben.

Die Strömungen der Opposition in der Ukraine

Parlamentarische Opposition

Die Opposition ist im Parlament mit drei Fraktionen und einigen fraktionslosen Abgeordneten vertreten. Julia Timoschenkos Vaterlandspartei (Batkiwschtschina), Vitali Klitschkos Udar (Schlag) und die rechtspopulistische Swoboda (Freiheit) haben 168 von 450 Abgeordneten. Diese Parteiorganisationen stellen den Großteil der Infrastruktur auf dem besetzten Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew sicher.

Euromaidan

Das ist der Name für die gesamte Protestbewegung auf dem Maidan - dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Hier treffen sich spontan vor allem über soziale Netzwerke verabredete Demonstranten. Viele sind in der Zeit der Unabhängigkeit nach 1991 aufgewachsenen und vergleichsweise gut ausgebildet. Sie stehen auch symbolhaft für die friedliche Natur des Protests. Sie eint auch das Ziel einer Annäherung an die EU.

Die gescheiterte Unterzeichnung eines weitreichenden Abkommens mit der EU Ende November war für diese Regierungsgegner eine große Enttäuschung. Viele verweigerten aber Parteinahme für die jeweiligen politischen Gruppierungen. Ihr Protestlager war am 30. November auf dem Maidan in Kiew von den Polizeisondereinheiten der Berkut (Steinadler) brutal geräumt worden. Viele harren aber weiter auf dem Platz aus.

Rechter Sektor

Der rechtsextreme Flügel der Protestbewegung beteiligte sich von Anfang an den Demonstrationen und suchte demonstrativ den Konflikt mit der Staatsmacht. Er bildet den harten, gewaltbereiten Kern der so bezeichneten Selbstverteidigungskräfte des Maidan.

Die etwa 500 Mitglieder der losen Gruppierung aus neofaschistischen Splittergruppen treten oft vermummt und in paramilitärischer Kleidung auf. Sie sind zumeist unter 30 Jahre alt und vertreten eine antirussische und nationalistische Ideologie. Solche Kräfte kämpften auch als Partisanen gegen die sowjetischen und die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg in den westukrainischen Gebieten.

Bulatow, der eine führende Rolle bei den Protesten gegen die ukrainische Regierung spielt, wurde nach eigenen Angaben am 22. Januar verschleppt und anschließend gefoltert. Dabei wurde er schwer verletzt. Er wird derzeit in Litauen in einem Krankenhaus behandelt.

Von

afp

Kommentare (4)

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Rene

10.02.2014, 08:39 Uhr

Wir sollten allen politisch verfolgten Asyl gewähren, und es uns somit mit allen Staaten dieser Welt verscherzen.
Wieso können wir uns nicht einfach neutral heraushalten?

RumpelstilzchenA

10.02.2014, 08:56 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

10.02.2014, 10:13 Uhr

Jede Oppositions-Bewegung in Europa und auch jede Extremistengruppe wird in Deutschland angesiedelt.

Wie ein Auswahl-Lager mit Nährboden. Deutsche in Syrien, Deutsche in Pakistan, als Deutscher reibt man sich die Augen, wo wir überall "mitmischen" als Deutsche. Ferngesteuerte Interessen werden hier umgesetzt, mehr nicht.

Somit kann man gezielter "vor Ort" eingreifen. Zum Schämemn ist das als Deutscher !

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