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16.11.2014

18:49 Uhr

Ukrainischer Präsident

Poroschenko ist „auf Kriegsszenario vorbereitet“

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko betont in einem Interview, dass er nach Frieden mit Russland strebe. Gleichzeitig sei sein Land aber auf das „Szenario für einen totalen Krieg vorbereitet“.

Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine: „Ich habe keine Angst vor einem Krieg mit russischen Truppen.“ dpa

Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine: „Ich habe keine Angst vor einem Krieg mit russischen Truppen.“

KiewWegen des blutigen Konfliktes im Osten seines Landes hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko vor einem Krieg mit Russland gewarnt: „Wir wollen nichts mehr als Frieden, aber wir müssen uns leider derzeit auch mit den schlimmsten Szenarien befassen“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Ich habe keine Angst vor einem Krieg mit russischen Truppen und wir haben uns auf das Szenario für einen totalen Krieg vorbereitet.“

Er warf Moskau vor, sämtliche Absprachen zur schrittweisen Überwindung des Konfliktes zu brechen. „Wir sind bereit für Kompromisse und glauben, dass der Konflikt nicht militärisch gelöst werden kann. Russland dagegen verspricht etwas und tut am nächsten Tag genau das Gegenteil“, zitierte die Zeitung Poroschenko. Und er schickte eine Warnung an Kreml-Chef Wladimir Putin hinterher: „Unsere Armee ist in einem wesentlich besseren Zustand als noch vor fünf Monaten, und wir haben die Unterstützung aus der ganzen Welt. Unsere Soldaten zeigen, dass sie unser Land verteidigen können.“

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


US-Präsident Barack Obama hatte Putin am Sonntag nach dem G-20-Gipfel im australischen Brisbane gewarnt, sollte er seine Ukraine-Politik nicht ändern, dann werde Russland weiter isoliert. Kiew und der Westen werfen Moskau vor, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine militärisch zu unterstützen. Eine Anfang September in Minsk vereinbarte Waffenruhe zwischen den Konfliktparteien ist immer wieder gebrochen worden. Der Konflikt hat sich nach der Abhaltung sogenannter Präsidentschafts- und Parlamentswahlen durch die Rebellen in ihren Hochburgen Lugansk und Donezk vor zwei Wochen weiter verschärft.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr wulff baer

17.11.2014, 09:08 Uhr

Totaler Krieg der bankrotten Ukraine mit Schoko-Oligarch an der Sturmspitze.
Und das Geld dafür stellen die EU-Vollidioten zur Verfügung.

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