Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2012

10:49 Uhr

Ultraorthodoxe

Religiöse Fanatiker bewerfen Frau mit Steinen

Natali Maschiah hatte Todesangst: Als die Frau bei Jerusalem Plakate aufhängen wollte, wurde sie von Ultraorthodoxen angegriffen und durch die Straßen gejagt. Die Übergriffe der religiösen Fanatiker sorgen für Entsetzen.

Die israelische Polizei hat fünf Verdächtige festgenommen. dapd

Die israelische Polizei hat fünf Verdächtige festgenommen.

Tel AvivErneut ist eine Israelin Opfer ultraorthodoxer Juden in der religiösen Hochburg Beit Schemesch westlich von Jerusalem geworden. Die Männer hätten die Scheiben ihres Autos eingeschlagen, die Reifen zerstochen, ein Bleichmittel ins Innere des Wagens geschüttet und die Frau mit Steinen beworfen, berichteten israelische Medien am Mittwoch.

„Ich dachte, dies ist das Ende, ich werde sterben“, zitierte die Zeitung „Haaretz“ das Opfer Natali Maschiah. Sie wurde bei dem Überfall leicht am Kopf verletzt. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden, sagte der Sprecher der israelischen Polizei, Mickey Rosenfeld.

Proteste gegen Ultraorthodoxe

Video: Proteste gegen Ultraorthodoxe

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Beit Schemesch war schon Ende des vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten, nachdem das Fernsehen einen Bericht über ein Schulmädchen gezeigt hatte, das von einem ultraorthodoxen Mann bespuckt worden war, weil es seiner Meinung nach nicht sittsam gekleidet war. Auch bei dem jüngsten Angriff sollen die Männer sich durch die Kleidung der Frau provoziert gefühlt haben. Zudem habe sie angeblich ihr Hemd angehoben. Maschiah bestritt das.

Die junge Frau war in den von Ultraorthodoxen bewohnten Teil der Stadt gefahren, um Plakate der staatlichen Lotterie aufzuhängen. „Ein Haredi (Ultraorthodoxer) beschimpfte mich Schickse und Schlampe“, erzählte die 27-Jährige. Sie habe die Polizei alarmiert und sei zu ihrem Auto gerannt. Bevor sie wegfahren konnte, seien die Männer auf ihr Auto gesprungen und hätten begonnen, die Scheiben einzuschlagen.

„Der Blick in ihren Augen erinnerte mich an die Lynchmorde in Ramallah“, sagte sie. In der Stadt im Westjordanland hatten im Jahr 2000 Palästinenser zwei israelische Soldaten umgebracht. „Ich bin Jüdin“, habe sie ihre Angreifer angeschrien. Daraufhin habe einer der Männer in den Wagen gegriffen und die Zündschlüssel abgezogen.

Als auch noch eine Flüssigkeit ins Auto geschüttet wurde, sei sie aus dem Wagen geflüchtet und von einer Menschenmenge verfolgt die Straße hinuntergelaufen. Gerettet habe sie die Polizei, bei deren Eintreffen die Angreifer geflohen seien. Während des Angriffs habe eine große Menschenmenge zugesehen, aber nicht geholfen. „Niemand sagte oder unternahm etwas“, wurde die junge Frau zitiert.

 

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

zarakthuul

25.01.2012, 11:28 Uhr

Diese Fanatiker werden NIE einer Friedenslösung mit den Palästinensern zustimmen! Sozusagen die jüdische HAMAS.

inselhahn

25.01.2012, 11:36 Uhr

Man sollte diese religösen Spinner an den Eiern aufhängen.

Beobachter

25.01.2012, 11:37 Uhr

Wie hat schon vor einigen Wochen der ehemalige Geheimdienst Chef des Mossad gesagt.Die israeliche Regierung sollte sich lieber um die ultraorthodoxen im Land kümmern,die sind für Israel gefährlicher als der Iran.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×