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31.03.2011

10:17 Uhr

Umbau des Finanzsystems

Sarkozy warnt vor Währungskriegen

Vondpa

Das Schreckensszenario drohender Währungskriege geistert seit einiger Zeit durch die Welt. Frankreichs Präsident Sarkozy will mit drastischen Worte den Umbau des Finanzsystems in seiner G20-Präsidentschaft durchsetzen.

Der französische Präsident Nicolas spricht in Nanjing. Quelle: dpa

Der französische Präsident Nicolas spricht in Nanjing.

NanjingEine neue Finanzwelt soll es geben, doch noch dominieren alte Mächte und Marotten. Das stellte Nicolas Sarkozy in der alten chinesischen Kaiserstadt Nanjing zur Schau. Kurzfristig verschob der französische Präsident den Beginn eines hochkarätig besetzten G20-Seminars zur Reform des internationalen Währungssystems um eine Stunde nach hinten.

G20-Boss „Sarko“ wollte am Donnerstag zunächst im kleinen Kreis frühstücken - unter anderem mit seiner Ressortchefin Christine Lagarde, US-Finanzminister Timothy Geithner, Europas oberstem Währungshüter Jean-Claude Trichet und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Weniger wichtige Minister, Notenbank-Chefs und Akteure wie EU-Währungskommissar Olli Rehn konnten sich im großen Saal die Füße vertreten oder die französischen und chinesischen Sicherheitsleute zählen.

Dann kam Sarkozy und warnte vor neuen Währungskriegen und Krisen, wenn der G20-Club der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer nicht schnell den in Paris entworfenen Plan für ein neues internationales Währungssystem umsetzt. Handlungsbedarf gibt es ohne Zweifel. Seit 1990 habe es weltweit 42 Krisen gegeben, die massiv die Kapitalströme gestört hätten, rechnete der Franzose vor.

Länder wie Brasilien haben in der Krise erlebt, dass sie nach dem Öffnen der Geldschleusen durch die Notenbanken quasi über Nacht mit Kapital zugeschüttet wurden und ihre Währung aufwerten mussten, was die Exporteure hart trifft.

China wiederum hält den Kurs seines Yuan/Renminbi künstlich niedrig, um Ausfuhren zu verbilligen. Als Folge der Ungleichgewichte haben Zentralbanken - allen voran die in Peking - weltweit etwa 9.000 Milliarden Dollar an Währungsreserven angehäuft.

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