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24.05.2016

16:30 Uhr

Umdenken in der Abfallpolitik

Deutsche Entsorger fordern Mülldeponien-Verbot in der EU

VonSilke Kersting

Ein Großteil der Abfälle in Europa landet auf Mülldeponien. Das ist klimaschädlich. Deutsche Entsorger fordern daher ein Verbot von Deponien in der EU – und Entschlossenheit auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft.

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft fordert ein Ende der Mülldeponien. dpa

Bulldozer auf Müllberg

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft fordert ein Ende der Mülldeponien.

BerlinAbfälle sind nicht per se Abfälle, sondern in erster Linie Ressourcen. Diese Sichtweise ist letztendlich entscheidend für das Erreichen der europäischen Klimaschutzziele. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognos-Studie im Auftrag des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

„In der Kreislaufwirtschaft geht es längst nicht mehr nur um Müllabfuhr und Städtereinigung“, sagte BDE-Präsident Peter Kurth in Berlin. Eine konsequente Kreislaufwirtschaft sei „gelebte Ressourceneffizienz“, mit der bis 2030 mehr als zehn Prozent der europäischen CO2-Reduktionsziele erreicht werden könnten. Dazu sei es allerdings „dringend notwendig, die Deponierung von unbehandelten Abfällen europaweit zu verbieten“.

In Lettland, Rumänien und Griechenland zum Beispiel landen mehr als vier Fünftel der Abfälle auf Deponien – das ist schlecht für das Klima, weil dabei das Treibhausgas Methan entsteht und in die Atmosphäre dringt. Um Klima und Ressourcen zu schonen, plädiert der BDE für mehr Arbeitsteilung in der EU – mindestens so lange, bis die Länder eigene Infrastrukturen aufgebaut haben.

Meilensteine der EU

25. März 1957

Die Bundesrepublik Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlanden schließen die Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).

1968

Die Länder der EWG vollenden den Binnenmarkt und schaffen alle Zölle auf gegenseitige Exporte und Importe ab.

1. Januar 1973

Dänemark, Irland, Großbritannien und Nordirland treten der EWG und EURATOM bei.

1. Januar 1981

Griechenland tritt der EWG bei.

1. Januar 1986

Portugal und Spanien treten der EWG bei.

7. Februar 1992

Maastrichter Vertrag über die Europäische Union. Die europäische Zusammenarbeit wird über die Politik hinaus auf Bildung, Kultur, Gesundheitswesen, Verbraucherschutz, Industrie, Entwicklungshilfe, Außen- und Sicherheitspolitik, Justiz und Inneres erweitert. Außerdem wird die Gründung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro beschlossen.

1. Januar 1995

Österreich, Schweden und Finnland treten der Europäischen Union bei.

16 März 1995

Inkrafttreten des Schengener Abkommens über den Wegfall der Personenkontrollen an den Binnengrenzen.

1. Januar 1999

11 EU-Länder führen die Gemeinschaftswährung Euro ein – darunter Deutschland. Zunächst als Buchgeld, ab 1. Januar 2001 mit eigenen Münzen und Scheinen.

1. Mai 2004

Die EU erweitert sich nach Osten und nimmt Polen, Tschechien, Ungarn die Slowakei, Slowenien und die drei baltischen Staaten auf. Außerdem treten Zypern und Malta der EU bei.

1. Januar 2007

Bulgarien und Rumänien werden EU-Mitglied.

10. Dezember 2012

Die EU erhält den Friedensnobelpreis wegen ihres Beitrags zur Förderung von Frieden, Versöhnung und Demokratie.

In Deutschland steigt die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft seit Jahren. Mittlerweile erzielen laut Studie 11.000 Unternehmen der Branche rund 70 Milliarden Euro Umsatz jährlich. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei 250.000 Menschen, das sind ebenso viele wie in der Energieversorgung. Das geplante Wertstoffgesetz, das auch in Deutschland die Recyclingquote erhöhen soll, lässt dennoch weiter auf sich warten.

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