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02.10.2011

12:39 Uhr

Umfrage

Mehrheit der Griechen glaubt an Staatspleite

Nach einer neuesten Befragung der griechischen Bevölkerung hält die Mehrheit die Zahlungsunfähigkeit ihres Landes für unabwendbar. Nur knapp jeder Fünfte ist allerdings für die Wiedereinführung der alten Währung Drachme.

Die Ein-Drachme-Münze in der Athener Innenstadt. dpa

Die Ein-Drachme-Münze in der Athener Innenstadt.

AthenDie meisten Griechen halten neuesten Umfragen zufolge eine Staatspleite ihres Landes für unabwendbar. So erwarten 67,3 Prozent der Befragten die Zahlungsunfähigkeit, wie eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kapa Research in der Athener Sonntagszeitung „To Vima“ ergab. 70 Prozent wollen demnach aber in diesem Fall nicht, dass das Land die Eurozone verlässt. Nur knapp jeder Fünfte ist für die Wiedereinführung der alten Währung Drachme.

Mehrheitlich befürworten die Bürger der Umfrage zufolge auch Entlassungen im staatlichen Bereich. Dafür sprachen sich 58,9 Prozent aus. Dagegen äußerten sich 40 Prozent. Neun von zehn Befragten sind für die Verschlankung des Staates durch die Fusion verschiedener Behörden. 60 Prozent sind auch bereit, die neue Sonder-Immobiliensteuer in Höhe von im Schnitt vier Euro pro Quadratmeter für ihre Wohnungen zu zahlen - und das obwohl 75 Prozent der Befragen die Abgabe als ungerecht einstufen.

In einer anderen Umfrage, die in der Boulevardzeitung „Ethnos“ am Sonntag veröffentlicht wurde, fürchten 56,4 der Befragten, dass das Land den wirtschaftlichen Zusammenbruch nicht abwenden werde. Knapp 50 Prozent der Befragten wollen demnach eine Koalition der beiden großen Parteien, der Sozialisten unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou und der Bürgerlichen von der Oppositionspartei Nea Dimokratia unter Antonis Samaras. Diese Notstandsregierung könnte das Land möglicherweise besser aus der tiefen Krise führen.

Als eine Ursachen für die Misere - trotz der Hilfe aus anderen europäischen Ländern - sehen die Griechen die „Mutlosigkeit“ der Regierung Papandreou. Zudem fordern 57 Prozent der Befragten die Gewerkschaften zu einem sozialen Frieden auf, damit das Land die Pleite abwenden könne. Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut „Marc“ durch. Befragt wurden 1005 Haushalte repräsentativ zwischen dem 26. und dem 29. September.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Petra

02.10.2011, 12:47 Uhr

Da weiß die Mehrheit der Griechen mehr als unsere Politiker!
Mehr als peinlich, daß unsere hochbezahlen Spitzenpolitiker und Spitzenbeamten erst in den nächsten Wochen dahinterkommen, daß das Geld zum Fenster rausgeworfen ist.
Entweder sind unsere Spitzenpolitiker und Spitzenbeamten völlig inkompetent, daß sie die Entwicklung nicht vorhersahen, oder sie haben vorsätzlich (!) das Deutsche Volk verkauft. Beides sind Gründe für eine Strafe durch das Volk! Die Franzosen haben es uns bei Ludwig XIV vorgemacht...

rxm

02.10.2011, 12:57 Uhr

Wie wollen die Griechen, selbst nach einer Staatspleite und Schuldenschnitt, mit dem Euro jemals wettbewerbsfähig werden? Dieser Mühlstein wird dem Rest der Eurozone noch Jahrzehnte am Hals hängen. Sofern die Eurozone nicht vorher implodiert.

Account gelöscht!

02.10.2011, 13:14 Uhr

Mal sehen, ob die Antidemokraten, die sich offiziell Demokraten nennen, wieder versuchen werden, dem Volk das Gegenteil einzureden! Manchmal glaube ich, kann ein Stammtischgeselle ein Land besser durch so eine Krise führen, als alle Politiker in Europa zusammen!! Immerhin können sich bald die Politiker mit den Bankern in eine Reihe stellen! Das wäre mal eine effektive Lösung!

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