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04.03.2013

11:09 Uhr

Umfrage

Pakistaner trauen Volkspartei nicht, würden sie aber wählen

Für einen großen Teil der Pakistaner ist die regierende PPP die korrupteste Partei. Dennoch könnte sich die Volkspartei laut einer Umfrage bei der nächsten Wahl behaupten. Die Tradition ist stark.

Anhänger der Volkspartei halten ein Plakat von Präsident Asif Zardari in Larkana hoch. Reuters

Anhänger der Volkspartei halten ein Plakat von Präsident Asif Zardari in Larkana hoch.

IslamabadTrotz großer Unzufriedenheit in der Bevölkerung könnte die in Pakistan regierende Volkspartei PPP wieder als stärkste Kraft aus den bevorstehenden Wahlen hervorgehen. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) sagten 29 Prozent, sie würden bei der voraussichtlich im Mai anstehenden Parlamentswahl für die Partei der Ende 2007 ermordeten Ex-Premierministerin Benazir Bhutto stimmen.

24,7 Prozent wollten die oppositionelle Muslim-Liga (PML-N) des früheren Regierungschefs Nawaz Sharif wählen. Der Pakistan Thereek-e-Insaf (PTI) der Kricket-Legende Imran Khan wollten 20,3 Prozent der Befragten ihre Stimme geben.

Damit könne sich die PPP „möglicherweise mit Hilfe von Koalitionen auch in Zukunft an der Macht halten“, sagte die HBS-Büroleiterin in Islamabad, Britta Petersen, der Nachrichtenagentur dpa. Bei der Parlamentswahl 2008 hatte die von Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari geführte Partei 30,8 Prozent der Stimmen gewonnen. Die PML-N kam auf 23,1 Prozent, die PTI war nicht angetreten. Obwohl die PPP ihr Ergebnis von 2008 in der Umfrage beinahe halten konnte, sind viele Pakistaner nicht mit ihrer Regierungsführung einverstanden.

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56 Prozent der Wähler hielten die PPP in der Befragung für die korrupteste Partei im Land. 38 Prozent glaubten, dass die Partei des amtierenden Präsidenten Zardari am wenigsten geeignet sei, die gigantischen wirtschaftlichen Probleme Pakistans zu lösen.

„Pakistan bräuchte dringend eine starke Regierung, um seine massiven Probleme vom Terrorismus bis zur Energie- und Wirtschaftskrise zu lösen“, sagte Petersen. „Aber es sieht eher so aus, als würden sich die Parteien im nächsten Parlament gegenseitig paralysieren.“

Nicht nur bei politischen Präferenzen, auch bei gesellschaftlichen und religiösen Fragen zeige die Studie „ein zutiefst gespaltenes Land“, sagte Petersen. So sind etwa 36 Prozent der Befragten der Meinung, dass darstellende Künste wie Musik, Tanz und Theater verboten werden sollten. 32 Prozent sprachen sich dagegen für eine Förderung dieser Künste durch die Regierung aus. 32 Prozent forderten, der Staat solle sich in dem Bereich neutral verhalten.

53 Prozent der Befragten meinten, die Regierung solle Frauen dazu motivieren, außerhalb des Hauses einen Schleier zu tragen. 40 Prozent wollen Frauen kein Recht auf Scheidung einräumen. Insgesamt 30 Prozent finden Ehrenmorde akzeptabel oder manchmal gerechtfertigt. Zum umstrittenen Blasphemiegesetz in Pakistan sagten 88 Prozent der Befragten, Gotteslästerung müsse gesetzlich bestraft werden. Für die Studie befragte das Sustainable Development Policy Institute (SDPI) zwischen Oktober und Dezember 1.283 Menschen.

Von

dpa

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