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03.12.2013

20:30 Uhr

Umfrage

US-Bürger sehen Einfluss ihres Landes schwinden

Die großen Zeiten der USA gehören der Vergangenheit an. Das empfindet eine Mehrheit der Amerikaner so – natürlich nicht ohne einen Hauch von Nostalgie. Deutschland steht hoch in der Gunst der Amerikaner.

Die US-Bürger meinen, auch die Enthüllungen durch Edward Snowden haben den Interessen der USA geschadet. Reuters

Die US-Bürger meinen, auch die Enthüllungen durch Edward Snowden haben den Interessen der USA geschadet.

WashingtonImmer mehr Amerikaner sind der Auffassung, dass der globale Einfluss der Weltmacht USA schwindet. Über die Hälfte (53 Prozent) der Befragten meint in einer Umfrage des unabhängigen Pew-Instituts, dass ihr Land eine weniger wichtige Rolle in der Welt spiele als vor zehn Jahren. Noch 2004 glaubten das lediglich 20 Prozent der Amerikaner, heißt es in der Studie „Amerikas Platz in der Welt 2013“.

70 Prozent der Amerikaner seien sogar der Meinung, dass ihr Land international weniger respektiert werde als in der Vergangenheit, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie. Noch Anfang 2012 seien nur 56 Prozent dieser Ansicht gewesen. Nach Angaben des Instituts wurden bei der Studie im November über 2000 erwachsene Amerikaner befragt.

Über die Hälfte (56 Prozent) der Befragten meinen, dass die USA ihren Status als einzige militärische Supermacht wahren solle. Allerdings vertritt ebenfalls die Hälfte (52 Prozent) der Amerikaner die Auffassung, dass sich Washington mehr um seine eigenen Angelegenheiten kümmern solle; die anderen Länder müssten selbst mit ihren Problemen fertig werden.

Wo die NSA im Ausland spioniert hat

Frankreich

Für Empörung sorgt diese Woche ein Bericht der französischen Tageszeitung „Le Monde“, wonach die NSA allein innerhalb eines Monats – zwischen dem 10. Dezember 2012 und dem 8. Januar 2013 – 70,3 Millionen Telefonverbindungen in Frankreich überwachte. Bereits Anfang Juli hatte der britische „Guardian“ berichtet, der Geheimdienst habe unter anderem Frankreichs diplomatischen Vertretungen in Washington und bei den Vereinten Nationen in New York ausgespäht. Im September berichtete der „Spiegel“ auch von Spähangriffen gegen das französische Außenministerium in Paris.

USA

Die „Washington Post“ und der „Guardian“ berichten Anfang Juni, die NSA und die US-Bundespolizei FBI würden auf Serverdaten der großen Internetkonzerne wie Yahoo, Facebook, Google und Microsoft zugreifen. Der Name des geheimen Überwachungsprogramms: Prism.

Großbritannien

Der „Guardian“ berichtet Mitte Juni unter Berufung auf die Snowden-Dokumente, der britische Geheimdienst habe vor vier Jahren Delegierte von zwei in London stattfindenden G-20-Treffen ausgespäht. Ziele waren demnach die Delegationen Südafrikas und der Türkei. Die NSA soll bei der Gelegenheit versucht haben, ein Satelliten-Telefongespräch des damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Moskau abzuhören.

EU und Uno

In seiner Ausgabe vom 1. Juli berichtet der „Spiegel“, die NSA habe in EU-Vertretungen in Washington, New York und Brüssel unter anderem Wanzen installiert. Auch sollen interne Computernetzwerke infiltriert worden sein. Ende August berichtet der „Spiegel“, die NSA habe auch die Zentrale der Vereinten Nationen in New York ausspioniert. Dem Geheimdienst gelang es demnach, in die interne Videokonferenzanlage der Uno einzudringen.

Brasilien

Der brasilianische Sender „Globo“ berichtet Anfang September, die NSA habe Telefonate und Internetkommunikation von Staatschefin Dilma Rousseff und ihren Mitarbeitern überwacht. Auch Unternehmen wie der Ölkonzern Petrobras und Millionen brasilianischer Bürger sollen ausgespäht worden sein. Verärgert verschiebt Rousseff einen für Oktober geplanten Staatsbesuch in den USA auf unbestimmte Zeit.

Mexiko

Der „Spiegel“ berichtet diese Woche, schon 2010 sei es einer NSA-Spezialabteilung gelungen, in das E-Mail-Konto des damaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón einzudringen. Calderóns Nachfolger Enrique Peña Nieto forderte Anfang September Erklärungen von den USA, nachdem Globo berichtet hatte, die NSA habe ihn während des Wahlkampfs 2012 ausgespäht.

China

In einem Interview mit der Zeitung „South China Morning Post“ aus Hongkong gibt Snowden an, die NSA hätten chinesische Mobilfunk-Konzerne gehackt und Millionen von SMS ausgespäht. Demnach verübte die NSA auch Cyber-Attacken auf die Tsinghua-Universität in Peking. Dort sind sechs zentrale Netzwerk-Schaltstellen untergebracht, über die Chinas gesamter Internetverkehr läuft.

Deutschland steht hoch in der Gunst der Amerikaner, ergab die Studie. Demnach haben 67 Prozent eine positive Meinung über Deutschland. Noch beliebter sind Kanada, Großbritannien und Japan, das Schlusslicht bilden China, Russland und Saudi-Arabien.

Auch zum jüngsten Spähskandal des US-Geheimdienstes wurden die Bürger befragt. Demnach meinen zwar 55 Prozent, die Enthüllungen durch den Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hätten den Interessen der USA geschadet. Nur 39 Prozent seien aber der Ansicht, die Überwachungen von Telefon und Internet dienten der Sicherheit der USA.

Von

dpa

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