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26.10.2012

13:31 Uhr

Umgang mit Häftlingen

Wikileaks publiziert US-Papiere zu Militärgefängnissen

Die Plattform hat vertrauliche US-Militärdokumente veröffentlicht. Laut Julian Assange geben die Dokumente Einblick, wie mit Häftlingen in Militärgefängnissen umgegangen werden soll – zum Beispiel in Guantánamo.

Der Stützpunkt der US-Armee auf Guantanamo. Reuters

Der Stützpunkt der US-Armee auf Guantanamo.

LondonTrotz massiver Schwierigkeiten hat die Internet-Plattform Wikileaks erneut vertrauliche Militärdokumente der USA öffentlich gemacht. Dabei handelt es sich nach Angaben von Wikileaks-Gründer Julian Assange um Anweisungen zum Umgang mit Häftlingen in Militärgefängnissen, darunter das von Menschenrechtlern besonders kritisierte Gefangenenlager Guantánamo. Assange, der in der Londoner Botschaft von Ecuador politisches Asyl gesucht hat, sprach von Einblicken in die „Anatomie einer Bestie“.

Bislang stehen auf der Website wikileaks.org unter dem Titel „Detainee Policies“ fünf Dokumente aus der Ära des US-Präsidenten George W. Bush zur Behandlung von Militärgefangenen. Insgesamt werde Wikileaks über 100 Dokumente zum Umgang der USA mit den Gefangenen veröffentlichen, kündigte die Enthüllungsplattform in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung an. Man verfüge auch über ein Handbuch, das kurz nach der Gründung des Lagers Guantánamo im Jahr 2002 herausgegeben worden sei. „Dieses Dokument ist von großer historischer Bedeutung. Guantánamo Bay wurde zu Recht zu einem Symbol für die systematische Verletzung der Menschenrechte im Westen“, erklärte Assange.

Der 41 Jahre Australier sitzt seit fünf Monaten in der Botschaft von Ecuador in London. Die Regierung des südamerikanischen Staates hat ihm politisches Asyl gewährt. Großbritannien will Assange nach Schweden ausliefern, wo ihm Sexualdelikte vorgeworfen werden. Der Wikileaks-Gründer befürchtet, dass er von dort aus in die USA abgeschoben und vor Gericht gestellt werden könnte.

Auch in den Reihen der eigenen Anhänger ist Wikileaks zunehmend umstritten. Die Anonymous-Bewegung hat sich kürzlich von dem Projekt distanziert und die Bildung einer eigenen Enthüllungsplattform angekündigt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

28.10.2012, 08:50 Uhr

Ich wundere mich immer wieder wie unverhältnismäßig die Dinge sind. Während Herr Assange Beweise präsentiert, wie unser "Freund" USA hinter seiner Maske der Freiheit und Gerechtigkeit wirklich aussieht, werden Pornokünstlerinnen aus Russland in den westlichen Medien als "Heilige" oder "Ikonen" dargestellt.

IAMerika

28.02.2013, 21:37 Uhr

Heil Bush schrieb im Jahre 1996 sogar die Washington Post auf der ersten Seite und in großen schwarzen Lettern mit dickem, schwarzen Unterstrich. Die wußten meiner Meinung nach schon viel früher, wie die Dinge standen, ließen sich jedoch nicht aus dem Fenster hängen.

In Deutschland wäre das der Fall, wenn ein normaler Bürger Polizisten, Rechts- und Staatsanwälte, sowie Richter, wegen bestehenden Gesetzesbrüche namentlich und öffentlich genannt werden würden. Was noch nicht ist, kann jederzeit werden, gegen diejenigen, welche zu oft, allzu oft wehret den Anfängen unters Volk jubeln will, dagegen verwehrt sich die Interessengemeinschaft gegen Grundgesetzbruch -http://grundgesetzbruch.de- vehement.

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