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06.12.2014

13:40 Uhr

Umleitung der Erdgas-Pipeline

Kritik an „South-Stream“-Leitung durch Türkei

Russland will sein Pipeline-Projekt „South Stream“ unbedingt realisieren, muss aber gewisse Hürden in Osteuropa umgehen. Eine geplante Umleitung durch die Türkei sorgt für Kritik aus Bulgarien. Putin reagiert genervt.

Die Gas-Pipeline „South Stream“ nahe der serbischen Hauptstadt Belgrad: Gazprom will das Projekt unbedingt realisieren. dpa

Die Gas-Pipeline „South Stream“ nahe der serbischen Hauptstadt Belgrad: Gazprom will das Projekt unbedingt realisieren.

SofiaBulgarien hat die von Russland angekündigte Umleitung der Erdgasleitung South Stream durch die Türkei als „schlechteste Variante“ für Europa bezeichnet. Die Verbraucher in der Europäischen Union bekämen dann einen weiteren Vermittler bei der Versorgung mit Erdgas.

„Warum müssen wir in Europa noch einen Vermittler haben?“, kritisierte der Vize-Regierungschef und ehemalige EU-Abgeordnete Iwajlo Kalfin am Samstag in einem Interview des staatlichen Radios in Sofia.

Russland hatte überraschend die South-Stream-Pläne zur Versorgung Südeuropas über eine Leitung durch das Schwarze Meer nach Bulgarien aufgegeben. Präsident Wladimir Putin warf Bulgarien vor, die Umsetzung des Projekts blockiert zu haben. Kalfin wies das zurück: „South Stream wurde gestoppt, weil es unmöglich ist, es zu bauen.“

Die internationale Gasleitung South Stream

Länge

Die Erdgasleitung South Stream bildet eine Gesamtlänge von 2380 Kilometern.

Unter Wasser

Das Herzstück ist ein 925 Kilometer langer Abschnitt im Schwarzen Meer durch russische, türkische und bulgarische Hoheitsgewässer.

Über Land

Vom bulgarischen Anlandepunkt in der Hafenstadt Warna sollte eine 1455 Kilometer lange Landleitung durch Serbien, Ungarn und Slowenien bis nach Norditalien führen.

Vom schwarzen Meer bis Italien

South Stream soll nach den bisherigen Plänen die russische Stadt Anapa am Schwarzen Meer mit dem italienischen Grenzort Tarvisio verbinden. Sie würde es ermöglichen, russisches Gas am Krisenland Ukraine vorbei nach Europa zu transportieren.

Haushalte

Bisherige russische Pläne gingen davon aus, dass durch die Leitung von 2019 an bis zu 38 Millionen Haushalte versorgt werden könnten.

Kosten

Die Kosten für das Vorhaben werden auf 16 Milliarden Euro geschätzt.

Gazprom und Eni

An der Firma South Stream Transport, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, sind der russische Gasmonopolist Gazprom mit 50 Prozent und der teilstaatliche italienische Energieversorger Eni mit 20 Prozent beteiligt.

Wintershall und EDF

Die BASF-Tochter Wintershall und der mehrheitlich staatliche französische Energiekonzern EDF halten je 15 Prozent.

Sofia hatte die Vorbereitung zum Bau der bulgarischen Teilstrecke im Juni auf Eis gelegt, nachdem die EU-Kommission rechtliche Bedenken angemeldet hatte.

Von

dpa

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