Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2013

15:00 Uhr

Umstrittene Abschiebung

15-Jährige Roma darf in Frankreich zur Schule

Die umstrittene Abschiebung einer Schülerin in den Kosovo sorgt in Frankreich für Aufregung. Ein Bericht nennt die Aktion regelkonform. Präsident Hollande bietet der 15-Jährigen eine Rückkehr in die Schule an.

Frankreichs Präsident Hollande kündigte an, Festnahmen im schulischen Umfeld zu untersagen. Reuters

Frankreichs Präsident Hollande kündigte an, Festnahmen im schulischen Umfeld zu untersagen.

ParisNach der umstrittenen Abschiebung einer Schülerin hat Präsident François Hollande der 15-Jährigen eine Rückkehr für ihre Ausbildung nach Frankreich angeboten. Der Staatschef sicherte allerdings nur dem Mädchen allein die Wiederaufnahme zu, „wenn sie ihre Schulzeit in Frankreich fortsetzen will“. Gleichzeitig kündigte Hollande am Samstag in Paris an, Festnahmen im schulischen Umfeld zu untersagen. Die 15-Jährige war von Polizisten während eines Schulausflugs abgeholt worden, um sie gemeinsam mit ihrer Roma-Familie in den Kosovo abzuschieben.

Die Aktion war nach einem von der Regierung angeforderten Bericht regelkonform. Gleichzeitig kritisiert die 24 Seiten umfassende Untersuchung dabei mangelndes Augenmaß der Polizei. Gegen die Abschiebung hatten tausende französische Schüler in mehreren Städten demonstriert. Innenminister Manuel Valls ist wegen der Aktion und seines Kurses gegen illegal in Frankreich lebende Ausländer auch innerhalb der regierenden Sozialisten umstritten.

Nach Abschiebung von Schülern: In Frankreich entlädt sich die Wut der Jugendlichen

Nach Abschiebung von Schülern

In Frankreich entlädt sich die Wut der Jugendlichen

Auf der Straße protestieren Frankreichs Jugendliche gegen die Abschiebung von zwei Schülern. Die Empörung über die Ausweisung von jungen Ausländern reicht weit in die Gesellschaft hinein – und bedroht die Regierung.

Der von Valls am Samstag Hollande vorgelegte Bericht stellt fest, die Abschiebung sei „in Übereinstimmung mit den Vorschriften“ erfolgt. Allerdings sei nicht beachtet worden, dass die Aktion nicht im schulischen Umfeld hätte erfolgen dürfen. Der Bericht empfiehlt deswegen eine Präzision der geltenden Regeln, um Aktionen in solchen Bereichen auszuschließen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×