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16.09.2012

16:39 Uhr

Umstrittene Anleihenkäufe

Finnischer Zentralbankchef verteidigt EZB

VonHelmut Steuer

ExklusivDie Europäische Zentralbank kauft Anleihen ohne Limit. Bis auf Deutschland scheint es keinen Kritiker unter den Notenbankern zu geben. Auch Finnlands Notenbankchef lobt die EZB.

Der finnische Zentralbankchef Erkki Liikanen im Gespräch mit Günter Verheugen. Reuters

Der finnische Zentralbankchef Erkki Liikanen im Gespräch mit Günter Verheugen.

HelsinkiDer finnische Zentralbankchef Erkki Liikanen hält die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, wieder Anleihen von Schuldenstaaten zu kaufen, für richtig. "Natürlich hätte ich mir Einstimmigkeit gewünscht. Aber wenn man das nicht erreichen kann, ist es wichtig, dass die Europäische Zentralbank in dieser Krise unter allen Umständen ihre Handlungskraft behält", sagte er in einem Gespräch mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe) in Hinblick auf die ablehnende Haltung von Bundesbankchef Jens Weidmann. Weidmann hat sich vor Kurzem als einziges EZB-Ratsmitglied gegen die Ankäufe von Anleihen der Schuldenstaaten ausgesprochen.

Der 61-jährige Finne fordert die schnellere Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle des EZB-Rates. Liikanen, selbst Mitglied des EZB-Rates, hält die bisherige Praxis, Sitzungsprotokolle erst nach 30 Jahren zu veröffentlichen, für überholt. "Das ist ein viel zu langer Zeitraum", sagte er dem Handelsblatt.

Liikanen begrüßte die Vorschläge von EU-Kommissionspräsident Manuel Baroso nach Einrichtung einer gemeinsamen europäischen Bankenaufsicht. "Wir haben einen europäischen Finanzmarkt, wir haben eine gemeinsame Geldpolitik im Euro-Raum, die Banken können europaweit agieren, werden aber nur national beaufsichtigt. Das ist nicht gesund", sagte er.

Kommentare (6)

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16.09.2012, 18:09 Uhr

Da dürfte aber dieser Herr selbst in seiner eigenen Regierung nicht viel Unterstützer finden.
Denn gerade die finnische Regierung wird immer Euro-kritischer
Das it Geschwätz eines Bankers

Rainer_J

16.09.2012, 18:20 Uhr

Zitat:"Weidmann hat sich vor Kurzem als einziges EZB-Ratsmitglied gegen die Ankäufe von Anleihen der Schuldenstaaten ausgesprochen."

Das mag ja sein, aber er vertritt immerhin 27% der Haftung dieser FPIGS-Giftmüllstaatsanleihen, die NICHTS wert sind und sie niemand sonst haben will (warum wohl?)!

Für wieviel Prozent muß der Finnland haften und welche Sonderregeln haben sie mal wieder ausgehandelt, über die in Deutschland nicht berichtet wird?

Finnland handelt immer wieder Sonderregeln AUsgleichsmaßnahmen aus, die Deutschland nicht hat und dieses hinterlistige Verbrecher-Schwein Liikanen labert von Einstimmigkeit. Geht es noch unmorlischer?

Account gelöscht!

16.09.2012, 18:30 Uhr

Eurologen und Systemkollaborateure gibt es in jedem Land.

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