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13.06.2017

11:50 Uhr

Umstrittene Reise

Rodman will in Nordkorea „Tür öffnen“

Der ehemalige US-Basketballer Dennis Rodman ist erneut nach Nordkorea gereist. Sein Ziel: Türen öffnen. Der Amerikaner wurde in der Vergangenheit mehrfach für die Besuche beim nordkoreanischen Diktator kritisiert.

Ex-Basketballer reist nach Nordkorea

Dennis Rodman: „Ich bin mir sicher Trump freut sich“

Ex-Basketballer reist nach Nordkorea: Dennis Rodman: „Ich bin mir sicher Trump freut sich“

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SeoulDer ehemalige US-Basketballstar Dennis Rodman ist im international isolierten Nordkorea eingetroffen, um nach eigenen Worten „eine Tür zu öffnen“. Es ist Rodmans vierter Besuch in Pjöngjang, aber erst der erste seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump und den wegen wiederholter Raketentests verschärften internationalen Sanktionen. Er glaube, dass der Präsident froh über seine Reise sein werde, sagte Rodman, der einst in Trumps Reality-TV-Show „Celebrity Apprentice“ auftrat.

Auf die Frage, ob er auch über in Nordkorea inhaftierte Amerikaner sprechen wolle, sagte Rodman: „Das ist gerade nicht mein Ziel.“ Der frühere NBA-Star bereiste das Land bereits mehrfach und ist dafür wiederholt kritisiert worden. Vor drei Jahren sorgte er mit einem Geburtstagsständchen für Machthaber Kim Jong Un für Aufsehen.

Trump, Nordkorea und Raketen – eine Chronik

28. Januar

Experten berichten, dass Nordkorea den umstrittenen Atomreaktor in Yongbyon wieder in Betrieb genommen habe.

Quelle: dpa

12. Februar

Pjöngjang testet eine ballistische Mittel-Langstreckenrakete. Bei Tausenden Kilometern Reichweite könnte sie einen Atomsprengkopf transportieren. Zur gleichen Zeit besucht der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe Trump in Washington.

1. März

Die USA und Südkorea beginnen ihre jährlichen gemeinsamen Militärübungen, die bis zum 30. April dauern sollen.

6. März

Nordkorea feuert vier ballistische Raketen ab – drei davon seien erst in der 200-Seemeilen-Zone vor Japan ins Meer gestürzt, heißt es aus Tokio. Nach Angaben nordkoreanischer Staatsmedien richtet sich die Übung gegen US-Stützpunkte in Japan.

7. März

Die US-Streitkräfte teilen mit, dass mit der umstrittenen Stationierung eines neuen Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen worden sei. Die ersten Elemente des Systems seien eingetroffen.

16.-19. März

Auf seiner Reise nach Japan, Südkorea und China erklärt US-Außenminister Rex Tillerson die bisherige „Politik der strategischen Geduld“ gegenüber Pjöngjang als gescheitert. Zwar sagt er, das Land müsse sich vor den USA „nicht fürchten“, schließt aber ein militärisches Vorgehen prinzipiell nicht aus. Die USA wollten in dem Konflikt enger mit China zusammenarbeiten.

22. März

Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilt mit, dass dem nördlichen Nachbarn offensichtlich ein neuerlicher Raketentest misslungen sei. Nach Angaben von US-Medien scheint die Rakete „innerhalb von Sekunden nach dem Start explodiert zu sein“.

2. April

Trump kündigt in einem Interview der „Financial Times“ an, Nordkoreas Atomwaffenprogramm notfalls im Alleingang zu stoppen.

6. April

Beim Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den USA erklären beide Seiten, dass das nordkoreanische Atomprogramm ein „ernstes Stadium“ erreicht habe.

10. April

China und Südkorea kündigen bei weiteren Raketen- und Atomtests Nordkoreas neue Sanktionen an. Gleichzeitig droht Pjöngjang den USA wegen der Entsendung von Kriegsschiffen mit „härtesten Gegenmaßnahmen“. Die Volksrepublik sei für jede Art von Krieg bereit.

11. Aprl

Trump fordert China auf, seinen Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen. „Andernfalls lösen wir das Problem ohne sie.“ Tags darauf lobt er China dafür, Schiffe mit Kohlelieferungen aus Nordkorea zurückgeschickt zu haben. Dies sei ein „großer Schritt“.

16. April

Von Entspannung keine Spur: Kurz vor der Ankunft von US-Vizepräsident Pence in Südkorea schießt Pjöngjang eine Rakete in den Himmel. Da sich Kim Jong-un von Drohungen unbeeindruckt zeigt, ist ein amerikanischer Schlag gegen Nordkoreas Atomanlagen nicht mehr undenkbar.

20. April

Die Anspannung zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten spitzt erneut sich zu. Während US-Außenminister Rex Tillerson gegen das Atom- und Raketenprogramm vorgehen will, spricht Nordkorea eine letzte Warnung aus und demonstriert in einer Videosimulation anlässlich der Geburtstagsfeier des Staatsgründers Kim Il-sung die Vernichtung der USA durch nordkoreanische Atombomben.
Kurz nach den Kriegsdrohungen ist in Pjöngjang ein US-Bürger in Gewahrsam genommen worden.

Während des Aufenthalts sagte er damals, ein amerikanischer Missionar sei selbstverschuldet in Gefangenschaft in Nordkorea gelandet. Später entschuldigte er sich für die Aussage. Es ist Rodmans erster Besuch seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.

Die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wurden unterdessen von einem Zwischenfall um das umstrittene amerikanische Raketenabwehrsystem THAAD illustriert: Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums vom Dienstag stürzte eine mutmaßliche nordkoreanische Drohne nahe der Grenze ab, nachdem sie die Raketenstellung überflogen hatte. Südkoreanische Ermittler hätten Hunderte von Fotos entdeckt, die eine in der Drohne eingebaute Kamera des japanischen Herstellers Sony aufgenommen habe.

Zehn der Fotos zeigten US-Raketenwerfer und ein Radarsystem, das dieses Jahr in Seongju im Südosten Südkoreas installiert wurde. Nordkorea hat THAAD als Provokation bezeichnet. Aber auch China lehnt dessen Stationierung in Südkorea ab und befürchtet, dass das Radarsystem in das eigene Land spähen könnte.



Von

ap

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