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27.09.2012

22:00 Uhr

Umstrittene Sorte

EU-Staaten einigen sich nicht über Zulassung von Genmais

Keine Einigung unter den EU-Mitgliedsstaaten in der Diskussion um Genmais. Die umstrittene neue Sorte erhält nun wahrscheinlich eine Freigabe der EU-Kommission.

Greenpeace-Aktivisten haben ein "Achtung Genmais"-Schild aufgestellt. Reuters

Greenpeace-Aktivisten haben ein "Achtung Genmais"-Schild aufgestellt.

BrüsselDie EU-Mitgliedsstaaten haben sich erneut nicht einigen können, ob eine neue Genmais-Sorte in der Europäischen Union zugelassen werden soll oder nicht. Wie schon bei der ersten Abstimmung habe es am Donnerstag weder eine Mehrheit für eine Zulassung noch für ein Verbot der Sorte MIR-162 des Herstellers Syngenta gegeben, hieß es in EU-Diplomatenkreisen. Auch eine zwischenzeitlich veröffentlichte Studie zur Schädlichkeit von Genmais habe die Positionen nicht verändert.

Insgesamt 13 Staaten stimmten den Angaben zufolge für eine Zulassung des Genmaises als Lebensmittel und Tierfutter, zehn dagegen. Vier Staaten enthielten sich - darunter Deutschland. Entscheiden muss nun die EU-Kommission. Da die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) der Pflanze aber bescheinigt, dass sie keine gesundheitsschädlichen Wirkungen hat, muss die Kommission sich voraussichtlich für eine Freigabe entscheiden.

Ein französisches Forscherteam hatte in der vergangenen Woche eine Studie veröffentlicht, derzufolge mit Genmais gefütterte Ratten früher starben und deutlich häufiger an Krebs erkrankten als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhielten. Die Ratten wurden dabei mit Genmais der Sorte NK-603 des US-Agrarkonzerns Monsanto gefüttert. Dieser ist in der EU nicht zum Anbau, jedoch zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen.

Monsanto hatte die Studie scharf kritisiert. Die Untersuchung entspreche nicht den "akzeptablen Mindeststandards" für wissenschaftliche Studien, die Ergebnisse würden durch die vorgelegten Daten nicht gestützt. Es gebe daher "keinen nachvollziehbaren Zusammenhang" zwischen gentechnisch verändertem Mais und den von den Autoren der Studie formulierten Ergebnissen. Auch Wissenschaftler kritisierten die Studie. Die EFSA will kommende Woche eine "vorläufige wissenschaftliche Bewertung" vorlegen.

Von

afp

Kommentare (7)

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WAAhnsinn

27.09.2012, 23:54 Uhr

Dass nach wie vor solch ein Dreck in die Umwelt gelangt, den man ebensowenig wie all die Folgewirkungen wieder zurückholen kann, sobald angesichts der massiven Schäden endlich klar wird, wie unverantwortlich die Freisetzung von diesem Zeug ist, und dass sich Deutschland feige der Stimme enthalten hat, statt als Hauptzahlemeister der EU vehement dagegen zu stimmen, ist ein einziger Skandal. Wen die Folgeschäden von gentechnisch manipulierten Pflanzen auf die Umwelt (Veränderung von Mikroorganismen, Mehr- statt versprochener Mindereinsatz von Pestiziden, Artensterben etc.), die allein den Gentechfirmen Vorteile bringen, interessiert, findet rasch valide Studien im Web. Ein Wahnsinn mit Methode, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Vermaisung der Landschaft nicht nur das Artensterben und die Vergiftung von Böden, Wasser und Luft vorantreibt, sondern auch noch der Tierfolter in den Massenkonzentrationslagern erbarmungswürdiger, zu Fleischlieferanten degradierter Mitgeschöpfe und einer unökologischen Kraftstoffproduktion dient. Es reicht!

TanteErna

28.09.2012, 00:10 Uhr

Ich denke die EU sollte das genmanipuliere Zeug erst mal begrezt auf das EU Parlament in der Kaniene zulassen und Bio Produkte dort verbieten (analog zur Glühlampe). Nach 10 Jahren Probefütterung unserer EU Abgeordneten schaun wir mal.

Account gelöscht!

28.09.2012, 04:01 Uhr

@TanteErna: Dieser Vorschlag wird ganz gewiss große Zustimmung von allen EU-Bürgern erhalten. Und wäre auch Beispielhaft für andere Bereiche der EU-Gesetzgebung!

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