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22.09.2011

19:04 Uhr

Umstrittenes Energieprojekt

Russland drückt in der Arktis aufs Tempo

Seit Jahren streiten die Anrainerstaaten um Öl und Gas in der Arktis. Russlands Regierungschef Putin und der Energieriese Gazprom drücken aufs Tempo. Eine Raffinerie in der Polarregion ist bereits in Planung

Milliarden Kubikmeter Gas und Millionen Tonnen Öl unter dem arktischen Eis bilden das Rohstofflager der Zukunft. Russland will sich möglichst viel davon sichern. dpa

Milliarden Kubikmeter Gas und Millionen Tonnen Öl unter dem arktischen Eis bilden das Rohstofflager der Zukunft. Russland will sich möglichst viel davon sichern.

ArchangelskIm Rennen um die riesigen Bodenschätze in der Polarregion erhebt Russland konkrete Ansprüche auf Energie-Ressourcen in der Arktis. Bis 2030 wolle der Staatskonzern Gazprom etwa 200 Milliarden Kubikmeter Gas und zehn Millionen Tonnen Öl auf dem so genannten Arktischen Festlandsockel unter dem Polarmeer für seine Reserven erschließen. Das kündigte Gazprom am Donnerstag auf einer Arktis-Konferenz in der nordrussischen Stadt Archangelsk an. Regierungschef Wladimir Putin sagte bei der Veranstaltung seine Unterstützung dafür zu.

Moskau kündigte den Bau der ersten Raffinerie in der Polarregion an. Damit werde der kostspielige Transport quer durch das Land überflüssig, hieß es. Der Bau nahe der eisfreien Hafenstadt Murmansk werde rund 1800 Arbeitsplätze schaffen, teilte der örtliche Unternehmerverband nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit. In Murmansk soll auch ein weiterer großer Hafen entstehen.

Um die Bodenschätze besser ausbeuten zu können, wolle Russland in der Arktis ein umfassendes Kommunikations- und Überwachungssystem aufbauen, kündigte Zivilschutzminister Sergej Schoigu an. „Wirtschaftliche Entwicklung ist unmöglich ohne verlässliche Lösungen in Sicherheitsfragen.“ Geplant seien acht Rettungszentren entlang der nordrussischen Küste, die auch zum Umweltschutz genutzt werden sollten. Bereits zuvor hatte Moskau angekündigt, seine Grenztruppen in der Arktis zu verstärken. Das Außenministerium nannte als Grund für das Vordringen die Erderwärmung, die das „ewige Eis“ entlang der Grenze tauen lasse.

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