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10.12.2013

21:19 Uhr

Umstrittenes Selbstporträt

Über dieses Obama-„Selfie“ redet die Welt

Auf der Trauerfeier für Nelson Mandela posiert US-Präsident Barack Obama für ein Handy-Selbstporträt mit zwei Regierungschefs. Das Netz diskutiert: War ein solcher Schnappschuss dem Anlass angemessen?

US-Präsident Obama (3. v. l.) mit Cameron, Thorning-Schmidt und seiner Frau Michelle (v. l.): Über das Handy-Selbstporträt wird im Internet heiß diskutiert. AFP

US-Präsident Obama (3. v. l.) mit Cameron, Thorning-Schmidt und seiner Frau Michelle (v. l.): Über das Handy-Selbstporträt wird im Internet heiß diskutiert.

DüsseldorfDie Nachrichtenagenturen waren zunächst verwirrt: US-Präsident Barack Obama habe auf Nelson Mandelas Trauerfeier im Soccer-City-Stadion in Johannesburg mit dem britischen Premierminister David Cameron und einer „ungenannten Offiziellen“ für ein Handy-Selbstporträt posiert. Die Blondine auf dem Platz neben Obama war die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt, wie sich schnell aufklärte. Doch im Internet entfachte die Momentaufnahme eine andere Diskussion.

Eine Trauerfeier sei kein angemessener Ort für ein „Selfie“ sagten die meisten. Rund um die Welt stimmten viele am Dienstagabend in die Debatte ein. „Warum müssen sich Cameron und Obama wie Idioten verhalten?“, meinte etwa Salima Yakoob, eine freie Autorin, bei Twitter.

Ein Grund für die Aufregung: Das Selfie - kürzlich zum englischsprachigen Wort des Jahres gekürt - ist meist ein saloppes, auf Partys oder vor Sehenswürdigkeiten geknipstes Bild. Für Staatsoberhäupter und Regierungschefs sei dies demnach bei repräsentativen Anlässen keine angemessene Beschäftigung.

Doch es finden sich auch Unterstützer für die Pose des Trios. „Es ist okay, für ein Selfie auf einer Beerdigung zu posieren“, kommentierte etwa Paul Bassett Davies, ein Schriftsteller. Nur mit der Leiche sollte man sich nicht knipsen. Viele andere sehen das Selfie in diesem Rahmen eher unkritisch. „Wie ein Betriebsausflug der Spitzenpolitiker aus aller Welt“, beschreibt Markus Waibel die Trauerfeier.

Manche Web-Kommentatoren reagierten mit sarkastischen Bildmontagen auf das Obama-Selfie:

Obamas Ehefrau Michelle schien auch eine klare Meinung zu dem Foto zu haben. Denn auf Bildern wirkte die Präsidentengattin missmutig, weil ihr Mann vielleicht allzu freundlich mit Regierungschefin Thorning-Schmidt plauderte. Die Dänin war es schließlich auch, die ihr Handy für das Selfie gezückt hatte.

Twitter-Nutzer wollen daher sogar dokumentiert haben, dass sich der US-Präsident nach dem Foto offenbar umsetzte. Ob das auf Michelle Obamas Anweisung geschah?

Kommentare (14)

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no24

11.12.2013, 08:40 Uhr

Befindet man sich in einer Gesellschaft in der es offensichtlich keinen Unterschied zwischen Trauern und Feiern gibt braucht man sich um Etikette meiner Meinung nach keine Sorgen zu machen .

RumpelstilzchenA

11.12.2013, 09:33 Uhr

Ho, ho, ho, der Obama ist der Weihnachtsmann! Der Glaube versetzt Berge.
Die meisten Deutschen glauben daran.

Kai787

11.12.2013, 09:39 Uhr

Das war keine Trauerfeier im deutschen Sinne (wir sind traurig weil wir egoistisch sind) sondern das war eine Trauerfeier im arfikanischen Sinn (wir feiern das Lebenswerk eines geliebten Menschen und seine Wohltaten). Daher ist dieses Selfie genau das worum es geht. Dänemark hat ein signifikantes Problem mit rechter Politik und dass die Regierungschefin sich für ein (wie ich finde) sympatisches, spontanes und vor allem formloses Portrait mit dem dunkelhäutigen Barrak Obama begeistert finde ich nicht nur dem Anlass entsprechend sondern sogar dem Lebenswerk Mandelas entsprechend! Ich verstehe die Aufregung nicht, zumal sich die Welt über einen Handshake Obamas mit Raul Castro freut? Ich finde das ist mal wieder ein Beispiel einer eigenartigen Debatte, bei der nicht der klare Verstand debattiert. Kai

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