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19.12.2011

15:48 Uhr

Umstrittenes Vorgehen

EZB verstärkt Staatsanleihen-Käufe

Die Europäische Zentralbank kaufte in der vorigen Woche wieder mehr Staatsanleihen. Sie habe Papiere im Wert von rund 3,4 Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, hieß es. Grund für die Käufe sei die Stützung der Märkte.

Die EZB erwarb Papiere im Wert von 3,361 Milliarden Euro. dapd

Die EZB erwarb Papiere im Wert von 3,361 Milliarden Euro.

BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Staatsanleihekäufe in der vorigen Woche wieder verstärkt. Sie habe Papiere im Wert von 3,361 Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. In der Woche davor waren es lediglich 635 Millionen Euro gewesen. Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds von klammen Eurostaaten wie Italien und Spanien im Gesamtwert von 211 Milliarden Euro aufgekauft.

Die EZB verteidigt ihre begrenzten Käufe mit der Stützung der Märkte, drückt aber mit der Intervention die Zinskosten von Euro-Problemländern wie Italien und Spanien. Das Vorgehen ist deshalb auch innerhalb der Zentralbank umstritten. Vor allem aus Deutschland wurden kritische Töne am Vorgehen der EZB laut.

In Frankreich wird hingegen eine Ausweitung des Programms für den Fall einer Eskalation der Euro-Krise befürwortet. EZB-Chef Mario Draghi betont stets, dass die Bondkäufe weder „ewig noch unbegrenzt“ laufen werden. Allerdings sei das Programm solange gerechtfertigt, wie die Funktionsweise der Märkte beeinträchtigt sei, sagte Draghi der „Financial Times“.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.12.2011, 16:36 Uhr

Jetzt ist dann auch mal wieder klar, wieso die Auktionen spanischer Anleihen letzte Woche so gefragt waren. Die Vorahnung hatte ich ja, danke für die Bestätigung ;-))

gerhard

19.12.2011, 20:17 Uhr

Haben wir die Mafia schon im Haus ?

EZB-Chef Mario Draghi betont stets, dass die Bondkäufe weder „ewig noch unbegrenzt“ laufen werden. Allerdings sei das Programm solange gerechtfertigt, wie die Funktionsweise der Märkte beeinträchtigt sei.

Die EZB hat sich damit einen Freibrief ausgestellt, um „solange gerechtfertigt “ - sich einer generösen schleichenden Fremdbestimmung der Mittel bestimmter Euronationen zu bedienen. Damit wird die Demokratie innerhalb der Euro Zone geradezu unterlaufen. Es ist also eine Art EZB- Mafia entstanden. Alle Euroschirme sollten deshalb erst einmal gestoppt werden bis eindeutig festgestellt ist, welche Art von Finanzhoheit im Euroraum überhaupt besteht.

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