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24.02.2014

14:50 Uhr

Umsturz in der Ukraine

Russland zweifelt neue Führung an

Vereinbarungen zwischen Russland und der Ukraine sollen nach dem Machtwechsel bestehen bleiben. Dmitri Medwedew zweifelt allerdings die Gesetzmäßigkeit der neuen Führung an. Der Regierungschef sieht Landsleute in Gefahr.

Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew. Immer wieder hatte er vor der Machtübernahme von Extremisten und Rechtsradikalen in Kiew gewarnt. dapd

Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew. Immer wieder hatte er vor der Machtübernahme von Extremisten und Rechtsradikalen in Kiew gewarnt.

Sotschi Nach dem Machtwechsel in der Ukraine hat Russland die Gesetzmäßigkeit der neuen Führung angezweifelt. „Falls sich Leute, die in schwarzen Masken und mit Kalaschnikow-Sturmgewehren durch Kiew schlendern, als Regierung bezeichnen, so wird die Arbeit mit einem solchen Kabinett sehr schwierig sein“, sagte Regierungschef Dmitri Medwedew am Montag in Sotschi der Agentur Interfax. „Es gibt niemanden, mit dem wir dort sprechen können.“

Russland hatte wiederholt einen „Staatsstreich“ in der Ukraine kritisiert und vor einer Machtübernahme von Extremisten und Rechtsradikalen in Kiew gewarnt. Das Außenministerium in Moskau hatte am Vorabend Botschafter Michail Surabow zurück beordert. „Es besteht eine reale Gefahr für unsere Interessen sowie für Leben und Gesundheit unserer Landsleute“, sagte Medwedew.

So flüchtete Viktor Janukowitsch

Freitag, 21.2., abends

Janukowitsch und enge Vertraute, darunter Präsidialamtschef Andrej Kljujew, fliegen mit Hubschraubern in die ostukrainische Millionenstadt Charkow. Dort wollen sie am Samstag an einem Kongress von regierungstreuen Gouverneuren, Bürgermeistern und Abgeordneten aus dem prorussischen Osten und Süden teilnehmen.

Samstag, 22.02., tagsüber

Janukowitsch hält sich in einer Staatsresidenz in Charkow auf. Eine Teilnahme am Kongress lehnt er nun ab. Der abgesetzte Präsident gibt ein Interview und betont, er werde weder zurücktreten noch das Land verlassen. Später fliegt er per Hubschrauber in die Stadt Donezk.

Samstag, 22.02., abends

Gemeinsam mit bewaffneten Leibwächtern will Janukowitsch am Flughafen Donezk in zwei VIP-Maschinen vom Typ „Falcon“ umsteigen. Der Grenzschutz verweigert die Abfertigung – wegen angeblich fehlender Dokumente. Janukowitsch wird in einer gepanzerten Limousine in eine Residenz gefahren. Nach mehreren Stunden bricht er in Richtung der Halbinsel Krim auf.

Sonntag, 23.02., tagsüber

Janukowitsch trifft auf der Krim ein, er sucht Zuflucht in einem privaten Erholungsheim. Staatliche Gebäude meidet er. Als er erfährt, dass die kommissarischen Chefs von Innenministerium und Geheimdienst auf dem Weg zur Krim sind, fährt Janukowitsch in Richtung des internationalen Flughafens Sewastopol – doch dort landen bereits die neuen Machthaber.

Sonntag, 23.02., abends

Der gestürzte Präsident bricht die Fahrt ab und lässt sich zu einer Privatresidenz bei Balaklawa bringen. Er bietet seinen Leibwächtern an, zurückzubleiben und verzichtet schriftlich auf staatlichen Schutz. Ein Teil der Sicherheitskräfte zieht daraufhin ab. Die übrigen Wachen und Präsidialamtschef Kljujew besteigen gemeinsam mit Janukowitsch insgesamt drei Fahrzeuge und fahren in unbekannte Richtung davon.

Montag, 24.02., vormittags

Das Innenministerium teilt mit, dass Janukowitsch wegen „Massenmordes“ zur Fahndung ausgeschrieben sei. Ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet.

Zugleich betonte der Regierungschef, alle juristisch bindenden Vereinbarungen mit der Ukraine blieben bestehen. Das gelte auch für das Abkommen über Gaslieferungen, für das es festgelegte Fristen gebe. „Was aber danach passiert, ist eine Frage zur Beratung mit der Führung ukrainischer Unternehmen wie auch mit der ukrainischen Regierung, falls es sie irgendwann gibt“, sagte Medwedew.

Russland hatte dem mittlerweile gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch Milliardenhilfen zugesagt. Kremlchef Wladimir Putin ließ die Auszahlung aber angesichts der revolutionären Umbrüche im nahezu maroden „Bruderstaat“ auf Eis legen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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dowi

24.02.2014, 16:10 Uhr

Man kann nur hoffen das sie auf Eis liegen bleiben!

Rentner47

24.02.2014, 16:48 Uhr

Präsident Janukowitsch wurde verfassungswidrig mit einfacher parlamentarischer Mehrheit seines Amtes "enthoben". Die Amtsenthebung erfolgte ohne ordentliches Gerichtsverfahren der beiden Parlamentskammern -ad hoc und somit anarchistisch.
In der Ukraine - auf der Krim - liegt auch Russlands einziger Warmwasserhafen seiner Flotte. Der Osten der Ukraine besteht aus über 60 Prozent ethnischer Russen, die nicht den Anschluss an die EU wollen. Die Moskau Times hat bereits angekündigt dass Russland für den Fortbestand der Krim unter russischen Einfluss den Waffengang einschlagen wird , - sollte dieser in Frage gestellt werden. --- Will Merkel und Brüssel den 3. Weltkrieg? Jetzt googeln: " The Moskau Times und "Russia Pledges to Fight for Crimea if Ukraine Splits".

rolf

24.02.2014, 17:22 Uhr

Auch wenn ich jetzt zerpflückt werde !
In zweiten Weltkrieg waren nicht alle Nazis und die meisten Soldaten sind dazu gezwungen worden in den Krieg zu ziehen, ansonsten hätte man sie wegen Feigheit vor den Feind erschossen !
Und 50 Jahre nach Kriegende sollte das Thema erledigt sein.
Aber jetzt werden Nazis aus freien Stücken unterstützt von EU und von der BRD, Frankreich und Polen.
Das ist ein wirkliches verbrechen, wo ich mich schäme deutscher zu sein !
20 Jahre nach der Deutschen Einheit, kann ich auch nicht sagen in der ehemaligen DDR leben nur "Sozialisten, Stalinisten " !
Frankreich hatte Napoléon, der Massenmord verursacht hat und wird immer noch als "großer Kriegsheld" gefeiert.
Die USA bekennen sich einige Politiker ganz Offiziell zum Faschismus und haben ja auch die meisten gedeckt.
Es wurden ja nur welche beim Nürnberger Prozess in anklage gestellt wer aufgegeben hat. (Feigheit vor den Feind ! )
Napoléon und Hitler waren auch nur Marionetten von Rothschild und Rockefeller und die ganze Sippschaft von Ford, Merzedes, Krupp, Siemens Mannesmann und so weiter.
Die Lager wurden speziell für die Pharmaindustrie gebaut "Bayer und Co...!
Heute brauchen sie keine Lager mehr, dazu hatten sie das Militär in den USA für versuche und heute geht das über die Nahrung wie Monsanto, Bayer Nestlé und so weiter.
Alle Kriege werden von ihnen gemacht und ständig wird auch beide Seiten Finanziert, die Bank gewinnt immer.
Alle Weltkriege dient nur der Bevolkerungsreduzierung und alle verdienen da fleißig mit.
Legt überall auf der Welt die Waffen nieder, macht nicht mehr mit bei diesen "Teuflischen" Spielen.
Ansonsten ist die Erde Geschichte, das sollte jeden klar sein !!!!
Durch einen Schlaganfall kann ich nicht mehr schreiben.

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