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16.06.2015

11:31 Uhr

Umwelt-Enzyklika geleakt

Was der Papst vom Klimawandel hält

Einige Republikaner in den USA wollen nicht, dass der Papst in einer Enzyklika auf Umweltprobleme eingeht. Dennoch will Franziskus über den Klimawandel sprechen. Ein durchgesickerter Entwurf liefert vorab Details.

Mit seinen Aussagen über den menschengemachten Klimawandel dürfte Papst Franziskus amerikanischen Klima-Leugnern, besonders unter den Republikanern, auf die Füße treten. dpa

Umstrittene Enzyklika

Mit seinen Aussagen über den menschengemachten Klimawandel dürfte Papst Franziskus amerikanischen Klima-Leugnern, besonders unter den Republikanern, auf die Füße treten.

Vatikan-StadtEine Kopie des Entwurfs von Papst Franziskus' mit Spannung erwarteter Enzyklika zum Umweltschutz ist zwei Tage vor der Veröffentlichung an die Öffentlichkeit gelangt. Die italienische Wochenzeitung „L'Espresso“ stellte das Dokument am Montag auf seine Webseite. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte, es handele sich nicht um die finale Version der Enzyklika. Diese werde weiterhin wie geplant am Donnerstag herausgebracht.

Wie aus der Entwurfskopie hervorgeht, wird das katholische Kirchenoberhaupt zu dringenden Schritten zum Schutz der Erde und zum Kampf gegen die globale Erwärmung aufrufen. Diese sei hauptsächlich durch den Menschen und das Abbrennen von fossilen Brennstoffe verursacht worden, schreibt Franziskus. Damit dürfte er vor allem Leugnern des Klimawandels in den USA auf die Füße treten. Das Kirchenoberhaupt hat gesagt, er wolle, dass jeder die Enzyklika lese – nicht nur die Katholiken.

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Das gut 200 Seiten starke Dokument spiegelt weitgehend die Standpunkte wider, die Franziskus und seine Berater in den vergangenen Monaten angedeutet haben. In dem Entwurf führt der Papst aus, dass es sowohl wissenschaftliche als auch moralische Gründe für den Schutz des gottgeschaffenen Planeten gebe. Die Armen würden bereits am meisten unter der Umweltbeschmutzung leiden.

Sie würden auch in Zukunft die Hauptlast von steigenden Meeresspiegeln und extremen Wetterbedingungen tragen, schreibt Franziskus. Er macht aber auch klar, dass das Bevölkerungswachstum nicht für ökologische Probleme verantwortlich gemacht werden könne, sondern vielmehr das konsumorientierte, verschwenderische Verhalten der Reichen.

Franziskus stützt seine Ausführungen auf wissenschaftliche Beiträge, die den Einfluss auf die Erde durch den Verlust der Biodiversität in den Amazonas-Regenwäldern, das Abschmelzen der arktischen Gletscher, die Überfischung und die Verschmutzung der Weltmeere zeigen.

Von

ap

Kommentare (3)

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Herr Holger Narrog

16.06.2015, 12:39 Uhr

Sachlich gesehen ist die Geschichte des "Klimawandels" sehr abwegig. Man kann diesen anhand der verwendeten Begriffe wie "Klimasünder", "Klimaleugner" der Sanktionierung ungläubiger Wissenschaftler etc. am Besten als religiöse Sage analog der Weltuntergangssagen anderer Religionen einordnen.

Interessant ist, dass sich der Papst gegen die eigenen Lehren wie "Du sollst keinen Gott neben mir haben" wendet.

Es stellt sich die Frage ob es besser ist eine neue (Öko)Religion in die eigene Religion zu integrieren, oder diese auszugrenzen und zu bekämpfen.

In vielen Ländern wie den USA, dem Nahen Osten ist das Christentum sehr stark, und deshalb gehe ich davon aus, dass es für die christlichen Kirchen sinnvoller wäre sich gegen die Ökoreligion, Islam etc. zu positionieren, diese zu diskriminieren und die nur mehr auf dem Papier christlichen Länder Europas ggf. aufzugeben.

Herr Peter Spiegel

16.06.2015, 14:07 Uhr

Herr Holger Narrog@
Guter nachvollziehbarer Kommentar und die Firma ist seit 2000 Jahren aktiv
auch das macht Hoffnung.

Herr Manfred Zimmer

16.06.2015, 17:10 Uhr

Es ist gut, dass er sich äußert.

Es ist aber auch klar, dass wir vor der aktuellen Zeiten auch einen Klimawandel hatten, ohne dass damals Autos fuhren, die Erde übervölkert oder die jetzigen Reichen an dem damaligen Klimawandel Schuld trugen.

Das hat aber nichts damit zutun, dass in der Tat die Armen die Hauptlast dieses Klimawandels tragen. Das ist assozial.

Wenn sich in den USA eine Gegnerschaft formiert, dann ist das gut so. Dann hat das Problem "einen Namen".

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