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17.06.2012

09:26 Uhr

Umweltminister Altmaier

„Wir müssen eine globale Umweltkrise vermeiden“

Vor dem Beginn des UN-Umweltgipfels in Rio de Janeiro warnt der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier, den Umweltschutz in der Finanzkrise zu vernachlässigen. Die Welt müsse jetzt die Weichen stellen.

Umweltminister Peter Altmaier (CDU) dpa

Umweltminister Peter Altmaier (CDU)

BerlinZum Start muss er sich gleich beim UN-Umweltgipfel beweisen, an dem fast 200 Staaten in Rio de Janeiro teilnehmen. Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wird ab Montag dabei sein, er will viele Amtskollegen, aber auch viele Vertreter von Nichtregierungsorganisationen treffen. Im Interview warnt er vor einer Umweltkrise, wenn nicht der Weg hin zu einem grünen Wirtschaften eingeschlagen wird. Die Schuldenkrise dürfe Umweltschutz nicht von der Agenda drängen.

Herr Minister, ein Termin jagt den nächsten. Berlin, Brüssel und nun Rio. Kommen Sie noch zum Schlafen und gibt es Sommerferien?
Ich kann auch mit drei, vier Stunden Schlaf auskommen. Ich muss das dann nur am Wochenende mal nachjustieren. Ich bin sehr neugierig auf mein neues Amt. Und deshalb werde ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und im Sommer eine Tour machen, bei der ich mir Naturschutzgebiete und besonders herausragende Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien anschauen werde.

Jetzt aber sind Sie erst einmal eine Woche in Rio. Was muss beim UN-Umweltgipfel Ihrer Meinung nach mindestens herauskommen?
Ich bin vorsichtig mit dem Formulieren überzogener Erwartungen. Ich glaube aber, dass das Mindestziel sein muss, mit der Konferenz in Rio die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit wieder stärker für Umwelt- und Klimathemen zu finden. Zudem muss die Frontstellung zwischen Entwicklungsländern und Industrieländern mit Blick auf die green economy überwunden werden. Und drittens glaube ich, dass wir ein Signal brauchen, dass nachhaltige Entwicklungsziele eines Tages verbindlich auf UN-Ebene festgeschrieben werden.

Deutschland sieht sich beim grünen Wirtschaften als Vorreiter. Nach Schätzungen müssten weltweit 1,3 Billionen Dollar jährlich investiert werden. Ist das nicht Träumerei angesichts der Schuldenkrise?
Ich halte diesen Ansatz des Umweltprogramms der Vereinten Nationen für nicht sehr überzeugend, da er davon ausgeht, dass die ökologische Umgestaltung einer Volkswirtschaft nur Kosten verursacht. Tatsächlich aber ist es eine große Chance, neues, nachhaltiges Wachstum zu generieren und Milliarden für fossile Rohstoffimporte zu sparen. Wir stehen vor einer gewaltigen Zunahme der Weltbevölkerung, damit einhergehend vor einem gewaltigen zusätzlichen Verbrauch an Ressourcen und Rohstoffen. Eine globale Umweltkrise können wir daher nur vermeiden, wenn wir hier umsteuern. Deutschland, das bei der green economy in den letzten Jahren gut vorangekommen ist, hat dennoch hohe Wachstumsraten. Damit haben wir unsere Stellung auf den Weltmärkten sogar verbessert und ausgebaut.

Bisher gibt es aber weit mehr Subventionen für die Ausbeutung von Öl-, Gas- und Kohlevorkommen als zum Beispiel für erneuerbare Energien. Steht Deutschland alleine da?
Nein. Aber wir müssen in Rio versuchen, auch Koalitionen mit Nichtregierungsorganisationen, mit gesellschaftlichen Gruppierungen hinzubekommen. Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise, der Bankenkrise und anderer Krisen sind Umweltthemen leider in vielen Ländern in den Hintergrund getreten. Daher müssen wir dafür sorgen, dass sie mehr Aufmerksamkeit bekommen. Dafür brauchen wir die NGO's.

Kommentare (14)

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Gastredner

17.06.2012, 09:52 Uhr

Wir müssen was ganz anderes: Wir müssen endlich mal diese ganzen Öko-Lügenaposteln rausschmeissen. Wann ist endlich Schluss mit dieser ganzen CO2/Klimalügensauerei. Das Einzige, was es dienen soll, ist, dem Volk noch mehr das Geld aus der Tasche zu ziehen und schließlich den geplanten Bürgerkrieg noch schneller herbei zu führen. Die De-Industriealisierung der Industrieländer und damit schleichende Vollverarmung ist geplant. Wie haben hier längst Öko-Faschismus. Und nur mal nebenbei: Ökostrom kostet in der Herstellung das 7fache (!), wie Atomstrom, der aus bereits bestehenden bezahlten AKWs kommt.

vandale

17.06.2012, 10:09 Uhr

Die Aussage des Deutschen Umweltministers wirkt auf die Vertreter aussereuropäischer Länder ziemlich peinlich.

Die Legende einer CO2 Klimahölle hat ihren intenationalen Höhpunkt gesehen. Mittlerweile wurde dieser Schwindel ausserhalb Europas ziemlich "entzaubert". Es mag ein paar Entwicklungsländer geben die sich Geld aus dieser Legende aus Deutschland erhoffen.

Die Aussage, dass fossile Brennstoffe aufgrund des steigenden Bedarfs der jungen Industrieländer sehr teuer werden und "Erneuerbare" Energien eine Chance hätten ist der fundamentalistisch, ökoreligiösen Umgebung des Ministers (Die Oekoaktivisten im BMU) geschuldet und wird leicht durch die ausserhalb Deutschlands veröffentlichte Realität widerlegt. In Nordamerika hat die Erschliessung unkonventioneller Gasvorkommen (Schiefergas) dazu geführt dass der Gaspreis zusammengebrochen ist und Gas vorraussichtlich für Jahrzehnte günstig bleibt. In Asien wird der Ausbau der Kohleinfrastruktur, China, Indien und Australien dauerhaft günstige Kohlepreise sicherstellen.

"Erneuerbare Energien" sind (öko)religiösen Visionen geschuldet. Ein jeder Ingenieur, Industrial Engineer, oder Controller weltweit kann mit einem Taschenrechner und der Kenntnis der wetterabhängigen Einspeisung aufzeigen dass diese für eine moderne Energieerzeugung gänzlich ungeeignet sind, bzw. ausshliesslich religiöse Monumente darstellen.

Vandale

Account gelöscht!

17.06.2012, 10:21 Uhr

Ich kann meinen Vorkommentatoren nur noch zustimmen.
Danke

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