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09.03.2012

20:35 Uhr

Umweltministertreffen

Polen lässt den Klimafahrplan der EU scheitern

Das weitere Vorgehen für die Senkung des CO2-Ausstoßes in der EU stockt. Grund ist der Widerstand Polens, wo man noch auf Zusagen der „Großverschmutzer“ wartet. Nun wird der Streit zur Chefsache.

Der CO2-Ausstoß soll bis 2050 um 80 Prozent gesenkt werden. dapd

Der CO2-Ausstoß soll bis 2050 um 80 Prozent gesenkt werden.

BrüsselPolen hat den EU-Klimafahrplan für die kommenden Jahrzehnte am Freitag gegen die Wand fahren lassen. Am Widerstand Warschaus scheiterte auf einem Umweltministertreffen in Brüssel die Festlegung auf die nächsten Schritte, mit denen die Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 80 Prozent bis zum Jahr 2050 erreicht werden soll. Deutschland hatte mit einer Reihe anderer Länder für eine Festlegung auf konkrete Meilensteine gepocht, wie sie von der Kommission vorgeschlagen worden waren. Doch Polen lies sich nicht umstimmen, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Der Streit wird nun auf dem nächsten EU-Gipfel im Juni zur Chefsache.

Das Scheitern ist eine Schlappe für Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Beide hatten dafür gekämpft, dass für 2020 ein Reduktionsziel von 25 Prozent vereinbart wird. Nach Berechnungen Hedegaards wäre das wegen der Wirtschaftskrise ohne zusätzliche Anstrengungen möglich. Auch für die Jahre 2030 und 2040 sollten Etappenziele vereinbart werden. Denn nur so sei auch das Fernziel von minus 80 bis 95 Prozent bis zur Jahrhundertmitte erreichbar.

Trotz seiner isolierten Position ließ sich Warschau aber nicht umstimmen. Polen will jedes weitere Vorpreschen der EU stoppen und erst auf verbindliche Zusagen der anderen Großverschmutzer wie China und die USA warten. Greenpeace reagierte empört. Das Land „bekräftigt sein Image als überholte Wirtschaft, die den Fortschritt auf einem ganzen Kontinent aufhält“, erklärte Greenpeace-Klimasprecher Joris den Blanken. Europa müsse sich dringend von teuren Öl- und Kohleimporten befreien, die die Wirtschaft belasteten und das Klima schädigten.

Von

dapd

Kommentare (11)

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Kalle

09.03.2012, 21:21 Uhr

Einen Dank an Polen, und bitte weiter so. Deutschland ist noch immer der Klimareligion hörig, trotz der Enttarnung der CO2-Lüge. (www.eike-klima-energie.eu)

Fleissig wird noch Propaganda im DDR-Stil betrieben obwohl durch Svensmark mit Hilfe von CERN alle Klimavoraussagen für den Mülleimer sind.

Bald lacht der Rest der Welt über uns, so wie das mittlerweile schon beim Ausstieg aus der Kernenergie der Fall ist. Ich schäme mich für unsere ReGIERung.

Egal

09.03.2012, 21:52 Uhr

Spielt alles keine Rolle!

Deutschland kann ja den polnischen Anteil an der CO2-Reduzierung übernehmen. Notfalls erhöht unsere Regierung halt die Energiesteuern, dann hat man genügend Geld, um die PIIGS weiter zu retten.
Haha!

MikeM

09.03.2012, 22:50 Uhr

Recht haben die Polen. Diese irrsinnige CO2-Lüge darf nicht weiter getrieben werden. Leider wird sich dann herausstellen, dass die Polen nur Geld für ihre dann doch erfolgende Zustimmung erpressen wollen.

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