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25.11.2014

13:26 Uhr

Umweltschutz

Luftverschmutzung kostet die EU Milliarden

Die Luftverschmutzung kommt die EU teuer zu stehen. Die jährlichen Schäden belaufen sich laut Experten auf bis zu 189 Milliarden Euro. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt Finnlands.

Zu den größten Luftverschmutzern gehören der Umweltagentur zufolge Kohlekraftwerke in Deutschland und Osteuropa dpa

Zu den größten Luftverschmutzern gehören der Umweltagentur zufolge Kohlekraftwerke in Deutschland und Osteuropa

BrüsselDie Luftverschmutzung verursacht in der Europäischen Union nach Expertenschätzung jährlich Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe. 2012 beliefen sich die Kosten, die etwa durch höhere Gesundheitsausgaben, ausgefallene Arbeitstage, Gebäudeschäden und Ernteausfälle verursacht wurden, nach Angaben der Europäischen Umweltagentur vom Dienstag auf bis zu 189 Milliarden Euro.

Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt Finnlands. Zu den größten Luftverschmutzern gehören der Umweltagentur zufolge Kohlekraftwerke in Deutschland und Osteuropa. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Gesetz, um den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 weiter zu reduzieren. Das dürfte auch Kapazitätsverringerungen bei Kohlekraftwerken zur Folge haben.

Welche Airlines der Umwelt schaden

Das Atmosfair-Ranking

Einmal jährlich bewertet die Umweltorganisation Atmosfair die Umweltfreundlichkeit der größten Airlines. Dazu werden u.a. der CO2-Ausstoß und die eingesetzten Flugzeuge erfasst. Billigflieger tauchen bisher aus methodischen Gründen nicht im Ranking auf. Welche Airlines am schlechtesten abgeschnitten haben.

Platz 10

Czech Airlines: 48,7 Effizienzpunkte
Die tschechische Staats-Airline ist in der Rangliste abgerutscht und gehört nun zu den zehn Fluggesellschaften weltweit, die die Umwelt am stärksten belasten. Auf der Kurzstrecke schneidet Czech Airlines besonders schlecht ab.

Platz 9

US Airways Express: 48,4
Die Zubringer-Airlines von US Airways haben 20 Millionen Passagiere transportiert (Atmosfair-Daten für 2012) – dass aber nicht besonders effektiv. Die Airlines sind in Sachen Umweltbilanz die neuntschlechtesten der Rangliste.

Platz 8

Aeromexico: 48,3
Der aztekische Adlerkrieger ist das Logo von Mexikos größter Fluggesellschaft. Doch ein Adler fliegt effizienter als Aeromexico. Die Airline schneidet besonders auf der Kurzstrecke schlecht ab.

Platz 6

J-Air: 47,5
Die Regional-Tochter der Japan Airlines beförderte nur zwei Millionen Fluggäste, aber das nicht gerade zum Wohl des Klimas. J-Air ist die sechstschlechteste Airline des Rankings.

Platz 6

Malaysia Airlines: 47,5
Die arg gebeutelte staatliche Fluggesellschaft Malaysias rutscht in der Rangliste ab. Nur fünf Airlines schneiden noch schlechter ab.

Platz 5

Royal Jordanian: 46,7
Die nationale Fluggesellschaft von Jordanien ist besonders auf der Kurzstrecke klimaineffizient. Das bringt ihr in der Gesamtrangliste einen Platz unter den schlechtesten fünf Airlines ein.

Platz 4

Pakistan International Airlines: 46,1
Pakistans Staats-Airline ist nicht gerade für ihre Klima-Effizienz bekannt. In diesem Jahr schrammt die Fluggesellschaft nur knapp am Negativ-Treppchen von Atmosfair vorbei.

Platz 2

Airline Tajmyr: 45,4
Die unter dem Namen Nordstar bekannte Airline fliegt hauptsächlich mit Propeller-Maschinen von ATR.

Platz 2

Saudi Arabian Airlines: 45,4
Auf der Langstrecke gibt es viele Airlines, die in Sachen Klimaeffizienz schlechter abschneiden. Doch der CO2-Ausstoß auf der Kurz- und Mittelstrecke reißt die saudi-arabische Fluggesellschaft rein. Nur eine Airline sammelte noch weniger Effizienzpunkte.

Platz 1

Air Algerie: 45,2
Auf diesen Titel könnte Air Algerie gut verzichten: Die Fluggesellschaft ist die klimaineffizienteste der Welt. Auf der Kurzstrecke schaut es noch ganz gut aus, doch auf der Mittelstrecke schneidet die Airline richtig schlecht ab.

Günstigstenfalls seien 2012 Kosten von 59 Milliarden Euro entstanden, erklärte die Behörde. Lege man andere Bewertungsmaßstäbe zugrunde, beliefen sich die Schäden auf 189 Milliarden Euro. Das sei ein Rückgang gegenüber 2008, als noch Kosten zwischen 79 Milliarden und 251 Milliarden Euro entstanden seien.

Dieser sei auf die strengeren EU-Umweltgesetze und die Wirtschaftskrise zurückzuführen. Die große Herausforderung bestehe darin, diesen Trend sinkender Emissionen auch in Zeiten von Wirtschaftswachstum beizubehalten.

Ende vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission Vorschläge zur Verringerung der Schadstoff-Emissionen in Industrie und Verkehr vorgelegt. Die seit Anfang November amtierende neue EU-Kommission erwägt allerdings nach Reuters-Informationen Änderungen am Entwurf der neuen Luftqualitäts-Richtlinie bis hin zum Verzicht darauf.

Einige Industriezweige führen an, durch eine Verschärfung der Klimaschutzvorschriften verlören sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und würden praktisch gezwungen, Produktionen aus Europa zu verlegen.

Von

rtr

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