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16.09.2013

14:21 Uhr

UN-Bericht

Immer mehr Verbrechen durch Extremisten in Syrien

UN-Ermittler veröffentlichen Ergebnisse von ihren Ermittlungen in Syrien. Ihr Urteil: Die Oppositionsgruppen im Norden Syriens töten mehr als zuvor. Denn extremistische Kämpfer strömten vermehrt nach Syrien.

Ein Soldat der syrischen Armee setzt eine Gasmaske auf: Die syrische Regierung hat dem UN-Bericht zufolge die Bombardierungen und den Artilleriebeschuss im ganzen Land fortgesetzt. dpa

Ein Soldat der syrischen Armee setzt eine Gasmaske auf: Die syrische Regierung hat dem UN-Bericht zufolge die Bombardierungen und den Artilleriebeschuss im ganzen Land fortgesetzt.

GenfUN-Menschenrechtsexperten verzeichnen eine deutliche Zunahme von Tötungen und anderen Verbrechen durch Oppositionsgruppen im Norden Syriens. Verübt würden sie vor allem von extremistischen Kämpfern, teilten UN-Ermittler am Montag in Genf mit. Diese Entwicklung gehe einher mit einem Zustrom ausländischer Extremisten, die den Kampf gegen die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad als „Heiligen Krieg“ betrachteten.

„Ganze Brigaden bestehen mittlerweile aus Kämpfern, die nach Syrien gekommen sind, wobei die Al-Muhadschirin zu den aktivsten gehören“, sagte der Vorsitzende der Ermittlungsgruppe, Paulo Pinheiro, dem UN-Menschenrechtsrat.

Bereits früher hatten die Ermittler berichtet, dass Kämpfer aus mehr als zehn Ländern an der Seite der syrischen Rebellen kämpften. Viele von ihnen stammten aus Afghanistan und der russischen Republik Tschetschenien oder gehörten zur Al-Nusra, einer der Al-Kaida nahestehenden Gruppierung. Auf Seiten der Regierung kämpfen Mitglieder der libanesischen Hisbollah.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

„Das Problem ist, dass diese extremistischen Elemente ihre eigenen Ziele haben, und es sind gewiss keine demokratischen, die sie erreichen wollen“, sagte der UN-Menschenrechtsexperte Vitit Muntarbhorn. „Das ist die große Sorge aus unserer Sicht.“

Die syrische Regierung hat dem Bericht Pinheiros zufolge die Bombardierungen und den Artilleriebeschuss im ganzen Land fortgesetzt. Als ein Beispiel nannte er den Abwurf einer Brandbombe auf eine Schule bei Aleppo am 26. August. Nach Berichten von Augenzeugen seien dabei mindestens acht Kinder getötet worden. 50 hätten schwerste Verbrennungen erlitten.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

16.09.2013, 14:34 Uhr

Die "Extremisten" sind die "Freiheitskämpfer", welche die USA, Israel und die Golfstaaten bisher fleißig unterstützt haben und sogar mit einem Militärschlag behelflich sein wollen.

Auch die "demokratischen" Parteien CSU,CDU,SPD, FDP Grüne haben diese Extremisten zumindest moralisch unterstützt.

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16.09.2013, 15:47 Uhr

@Neue Zeit

So ist es (außer bei Israel bin ich mir nicht so sicher. Israel hat Interessen, die von denen der USA und Saudi-Arabiens abweichen).

Es handelt sich beim syrischen "Bürgerkrieg" im Grund um einen ANGRIFFSKRIEG der US-Eliten und deren Verbündeten und zwar nicht mit regulären Truppen, sondern mit islamistischen Söldner. Diese werden von der USA (CIA ausgebildet) und im wesentlichen von den Golfstaaten (Saudis und Kataris) finanziert: eine Beziehung, die schon seit dem Afghanistankrieg besteht, woran sich lückenlos der Tschetschenienkrieg anschließt. Auch jetzt kontrollieren die Saudis, nach Angaben des Geheimdienstchefs Prinz Bander die Tschetschenischen Extremisten sowohl in Rußland, als auch in Syrien (und wohl auch ein gut Teil der 5000, die die Besatzungszone BRD auf Befehl Washingtons kürzlich aufnehmen mußte).

Vermutlich haben diese "Rebellen" auch ALLE Giftgas-False-Flags ausgeführt - und zwar mit saudischem Giftgas!!!! Assad hatte definitiv kein Motiv (im Gegenteil), die "Rebellen" schon - nur so konnten sich die US-Luftwaffe als ihre eigene gewinnen.

Es wird jetzt Zeit, die Verbrechen des "Weltpolizisten" USA (hier meine ich die Administration und ihre Strippenzieher) und VOR ALLEM des super-totalitären Regimes der SAUD unter die Lupe zu nehmen. Selbst die US-Generale haben mittlerweile gemerkt, daß sie (und ihre Soldaten) für eine ungerechte Sache und Kriegs-Vorwände durch diese Eliten VERHEIZT werden und haben verschiedenen Quellen zufolge wohl DESHALB einen Angriffskrieg in Syrien ZUGUNSTEN von AL-KAIDA verhindert!

Alle Achtung an das US-Militär, wenn es stimmt - das ist "stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin" - ein Spruch den z.B. die US-gesteuerten Grünen Kriegstreiber und ihre JournalistInnen hierzulande vergessen haben - dabei war es einmal eines der Hauptanliegen der grünen Partei: Friedensbewegung!

Jedenfalls, die Kriegsverbrecher und Kriegsfinanziers gehören vor ein internationales Gericht!

Account gelöscht!

16.09.2013, 16:06 Uhr

"UN-Menschenrechtsexperten verzeichnen eine deutliche Zunahme von Tötungen und anderen Verbrechen durch Oppositionsgruppen im Norden Syriens."
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Vor dem Hintergrund sollte man auch noch mal den Urheber des zweifellos erfolgten Giftgaseinsatzes gründlich überdenken. Assad hätte dadurch nichts zu gewinnen, es wäre unlogisch, wenn er den befohlen hätte. Wie wir aber von islamististen "Befreiungskämpfern" wissen, schrecken die vor nichts zurück, auch nicht davor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu mißbrauchen, und möglicherweise auch nicht davor, Giftgas einzusetzen, um es Regierungstruppen zu unterstellen.
Wie auch immer, lieber alles 3-mal überprüfen, bevor man ein vorschnelles Urteil fällt, das einen Flächenbrand verursacht. Die Massenvernichtungsmittel im Irak stellten sich seinerzeit auch als Hirngespinst heraus und die Folgen dieser Hirngespinste wüten noch heute!

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