Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2012

12:05 Uhr

UN-Forderung

Deutschland soll iranische Oppositionelle aufnehmen

Iranische Oppositionelle, die in einem Flüchtlingscamp im Irak leben und teils enge Beziehungen zu Deutschland haben, sollen in die Bundesrepublik umgesiedelt werden. Das verlangt der Leiter der UN-Mission im Irak.

Iranische Frauen protestieren gegen die Umsiedlung der Flüchtlinge von Camp Aschraf. dpa

Iranische Frauen protestieren gegen die Umsiedlung der Flüchtlinge von Camp Aschraf.

IstanbulDie Vereinten Nationen erwarten, dass sich Deutschland an einem Plan für die Umsiedlung Tausender iranischer Oppositioneller beteiligt. Dabei geht es um 3400 Iraner, die bislang im Irak in dem von den oppositionellen Volksmudschahedin gegründeten Lager Aschraf lebten und die dort nicht mehr länger geduldet werden.

Der Leiter der UN-Mission im Irak, Martin Kobler, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Samstag in Istanbul: „Alleine über 280 Bewohner von Camp Aschraf geben an, Beziehungen zu Deutschland zu haben. Ich selbst habe dort Menschen getroffen, die akzentfreies Deutsch sprechen. Sie sind in Deutschland zur Schule gegangen oder haben dort studiert.“ Bei der Umsiedlung könne auch die Bundesregierung einen Beitrag leisten und zum Beispiel diese Menschen aufnehmen, sobald sie vom UN-Flüchtlingshilfswerk als Flüchtlinge anerkannt seien. Kobler sagte, er sei auch mit zahlreichen anderen UN-Mitgliedstaaten in Kontakt, um eine Unterbringung der Iraner zu gewährleisten.

Die irakische Regierung, die von schiitischen Parteien dominiert wird, unterhält - anders als das alte Regime von Saddam Hussein - gute Beziehungen zu Teheran. Ministerpräsident Nuri al-Maliki will die Volksmudschahedin, deren Ziel der Sturz des iranischen Regimes ist, daher so schnell wie möglich loswerden. Eine Abschiebung der iranischen Staatsbürger in ihre Heimat wäre für diese jedoch potenziell gefährlich. Deshalb hatten die Vereinten Nationen Al-Maliki im vergangenen Dezember zu einem Kompromiss gedrängt. Dieser sieht vor, dass die Iraner von einem Übergangslager in Bagdad aus ins Ausland gebracht werden. Al-Maliki besteht allerdings darauf, dass die Operation bis Ende April abgeschlossen ist.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Taban

14.01.2012, 13:02 Uhr

Niemand außer iranischer Regierung und ihrer Söldner protestieren gegen jegliche Hilfe für die Opfer der Mullahs, wie im Foto. Solches Theater wird immer wider durch den iranischen Geheimdienst organisiert.

RLux

14.01.2012, 14:02 Uhr

Jetzt erklär mir doch jemand einmal bitte, wie jemander - der akzentfrei Deutsch sprechen kann, weil er hier aufgewachsen ist - in ein Widerstandscamp im Irak kommt? Und was er da gemacht hat? Und was er wohl (weiter) macht, wenn er hierher kommt?

Außerdem sind doch die Amerikaner für den Irak zuständig? Warum nehme die denn die Leute nicht auf?

Man könnte natürlich auch einen Deal machen: Wir nehmen 3000 Widerstands-Iraner, wenn Ihr uns dafür 3000 Problem-Griechen abnehmt. Alternativ reicht aber auch ein Exil für Christian Wulff.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×