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30.05.2013

22:53 Uhr

UN-Initiative

Neue Gespräche sollen geteiltes Zypern einen

Schon vier Jahre wird über die Details einer Wiedervereinigung der zerstrittenen Teile Zyperns diskutiert. Ein neuer Anlauf der UN könnte nun gelingen – wenn bei den Vorbereitungen alles richtig läuft.

Bei einem gemeinsamen Dinner: Zyperns Präsident Anastasiades und der Führer des türkischen Teiles, Eroglu. dpa

Bei einem gemeinsamen Dinner: Zyperns Präsident Anastasiades und der Führer des türkischen Teiles, Eroglu.

NikosiaNeue Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns könnten in den nächsten Monaten beginnen. „Wenn der gute Wille da ist, ist alles möglich. Wir sind in der Phase der Vorbereitung“, sagte am Donnerstagabend der Präsident der Republik Zypern, der griechische Zyprer Nikos Anastasiades, nach einem Abendessen mit dem Führer der türkisch-zyprischen Volksgruppe, Dervis Eroglu. „Alles gut“, sagte Eroglu seinerseits nach dem Abendessen.

Anschließend beschrieb der Sondergesandte der Vereinten Nationen für die Zypernfrage, der ehemalige australische Außenminister Alexander Downer, den Stand der Dinge: Die Führer beider Seiten fühlen sich „gebunden, eine Lösung zu finden, die von beiden Seiten akzeptiert wird und zu einer strahlenden Zukunft für die ganze Insel führen werde“, erklärte Downer im zyprischen Fernsehen.

Es war das erste Treffen von Anastasiades und Eroglu seit Beginn der Finanzkrise auf Zypern. Die Vereinten Nationen versuchen damit, die 2012 ins Stocken geratenen Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns wieder in Gang zu bringen. Dieses erste Treffen der Politiker mit ihren Ehefrauen sowie dem UN-Sondergesandten für die Zypernfrage und seiner Gattin hatte einen privaten Charakter. Dies betonte Downer nach dem Ende des Abendessens. Mit dem eigentlichen Beginn der Gespräche werde erst im Herbst gerechnet, hieß es aus Quellen der zyprischen Regierung.

Die Gespräche hatten in den vergangenen vier Jahren zu keinem konkreten Ergebnis geführt. Der konservative griechisch-zyprische Präsident der Republik Zypern, Anastasiades, hatte im Februar den linken Präsidenten Dimitris Christofias abgelöst. Die griechischen Zyprer hatten in den vergangenen Wochen wiederholt erklärt, sie seien zurzeit damit beschäftigt, das Konsolidierungsprogramm für die Wirtschaft der Republik Zypern umzusetzen.

Kernproblem der Zypern-Verhandlungen sind die unterschiedlichen Vorstellungen beider Seiten über die Staatsform Zyperns nach einer Wiedervereinigung. Die griechischen Zyprer streben eine Föderation zweier Bundesländer mit einer starken Zentralregierung an. Die türkischen Zyprer wollen dagegen eine lose Konföderation zweier unabhängiger Staaten.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die Republik Zypern, die den Südteil der Insel kontrolliert, ist seit 2004 EU-Mitglied.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

30.05.2013, 23:39 Uhr

Die griechischen Zyprer streben eine Föderation zweier Bundesländer mit einer starken Zentralregierung an."

Das wäre super für das griechische Pleite-Zypern.

"Die türkischen Zyprer wollen dagegen eine lose Konföderation zweier unabhängiger Staaten."

Na logisch, die springen doch nicht freiwillig in einen Länderfinanzausgleich.

An die Gasvorkommen möchten beide ran, da sind sie sich sicher einig. Doch solange die Eigentumsverhältnisse ungeklärt sind, wird das nix. Nur durch eine Wiedervereinigung könnte man das Problem beheben.

Steve

31.05.2013, 05:27 Uhr

aus meiner Sicht kann nur ein Modell ähnlich Schweiz funktionieren. Unterschiedliche Sprachen, Religionen und Bräuche sollten weitgehende Autonomie zulassen. Sonst wird das auf Dauer nichts.

Nach einer Wiedervereinigung wird auf der ganzen Insel EU-Recht angewandt, somit sollten auch Fördergelder für den Norden fließen. Wichtigster Punkt ist aber die Beendigung des militärisch besetzten Nordens durch die Türkei und eine Regelung für die durch die Türkei betriebene Siedlungspolotik, die mindestens so kritisiert werden kann wie die von Israel. Aber darüber schweigt die Westpresse bisher.

Man sieht, die Hürden sind ungleich höher als bei einer Wiedervereinigung Deutschlands.

Account gelöscht!

31.05.2013, 10:59 Uhr

"Westpresse"? Haben Sie 23 Jahre geschlafen?

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