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15.11.2014

11:20 Uhr

UN-Klimafonds

USA will drei Milliarden investieren

US-Präsident Obama hat eine weitere Initiative für den Klimaschutz angekündigt. Er will drei Milliarden Dollar an einen Hilfsfonds für arme Staaten geben. Lob von Expertenseite.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon (r.) und US-Präsident Barack Obama beim diesjährigen Uno-Klimagipfel: Die USA wollen drei Milliarden Dollar in eine Uno-Klimafonds stecken. ap

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon (r.) und US-Präsident Barack Obama beim diesjährigen Uno-Klimagipfel: Die USA wollen drei Milliarden Dollar in eine Uno-Klimafonds stecken.

BrisbaneDie USA wollen drei Milliarden Dollar für den Klimaschutz in Entwicklungsländern investieren. Die Summe von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro solle in den grünen Klimafonds (Green Climate Fund) der Vereinten Nationen fließen, kündigte US-Präsident Barack Obama am Samstag am Rande des G20-Gipfels in Brisbane an. Er sprach von einem „weiteren wichtigen Schritt“ seines Landes im Kampf gegen die globale Erwärmung.

Der Fonds will armen Staaten beim Aufbau einer klimafreundlicheren Industrie helfen. Vom Jahr 2020 an sollen aus öffentlichen und privaten Mitteln bis zu 100 Milliarden Dollar im Jahr mobilisiert werden - etwa für Gebäudesanierungen zur Einsparung von Energie oder Frühwarnsysteme bei Sturmfluten.

USA würden bis zu 30 Prozent für die Erstauffüllung des Fonds in Höhe von zehn Milliarden Dollar geben, so die amerikanische Regierung.

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Deutschland hatte im Juli eine Milliarde Dollar zugesagt. Auch Länder wie Frankreich, Mexiko und Südkorea beteiligen sich. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannte Obamas Ankündigung einen „guten Ausgangspunkt“. „Die US-Regierung beginnt eindeutig, ihre Verantwortung im Kampf gegen die globale Erwärmung zu akzeptieren“, heißt es in ihrer Mitteilung.

Von

dpa

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