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29.08.2014

20:20 Uhr

UN-Resolution

Uno fordert Schutz für Helfer

Allein in diesem Jahr wurden 79 humanitäre Helfer in Krisengebieten getötet. Nun haben die Vereinten Nationen ihre Mitgliedsstaaten zum Schutz verpflichtet. Gleichzeitig fordern sie freie Hand für Hilfsorganisationen.

Die Vereinten Nationen habenalle Mitgliedsländer zum Schutz von humanitären Helfern und UN-Personal verpflichtet. dpa

Die Vereinten Nationen habenalle Mitgliedsländer zum Schutz von humanitären Helfern und UN-Personal verpflichtet.

New YorkEinen Tag nach der Gefangennahme von 44 Blauhelmsoldaten im Libanon haben die Vereinten Nationen alle Mitgliedsländer zum Schutz von humanitären Helfern und UN-Personal verpflichtet. Gleichzeitig fordert eine am Freitag einstimmig vom Sicherheitsrat verabschiedete Resolution freien Zugang für Hilfsorganisationen zu Menschen in Not.

Das von Großbritannien eingebrachte Papier wird schon seit mehreren Tagen beraten und ist keine direkte Reaktion auf die Festsetzung der Blauhelmsoldaten durch Islamisten.

Es richtet sich vor allem gegen Verbrechen an humanitären Helfern. Die Resolution unterstreicht noch einmal, dass solche Angriffe ein Kriegsverbrechen sind. Die 193 UN-Staaten sollten alles unternehmen, solche Taten nicht ungesühnt zu lassen.

Die einflussreichsten Rebellengruppen in Syrien

Islamische Front

Sie ist ein Zusammenschluss aus sechs großen islamistischen Gruppen. Die Islamische Front ist vermutlich die größte Rebellenallianz in Syrien und verfügt über 40.000 bis 50.000 Kämpfer. Ihre Mitglieder sind sunnitische Extremisten, die einen islamischen Staat in Syrien errichten wollen. Die Haltung der Islamischen Front gegenüber den Extremisten von IS ist ambivalent. Teile der Gruppe unterstützen aber den Kampf gegen sie.

Nusra-Front

In der einflussreichen Rebellengruppe sind sowohl syrische als auch ausländische Extremisten aktiv. Sie ist von Al-Kaida offiziell als Ableger in Syrien anerkannt. Die Nusra-Front hat als erste Gruppierung in Syrien Selbstmord- und Autobombenanschläge in Stadtgebieten verübt. Sie kämpft für einen islamischen Staat, hat zwischen 7000 und 8000 Anhänger und arbeitete bislang eng mit der Islamischen Front zusammen.

Islamischer Staat

Die Gruppe wurde von abtrünnigen Mitgliedern der Nusra-Front gebildet und vereinigte sich mit dem Al-Kaida-Ableger im Irak. Früher nannte sie sich Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil). Angeführt wird IS von Abu Bakr al-Baghdadi, der die Forderung der Al-Kaida ignorierte, den Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Irak zu legen. Anfang des Jahres kappte Al-Kaida die Verbindungen zur IS, die als die militanteste Extremistengruppen in Syrien gilt.

Zunächst hatte die Gruppierung unter anderem wegen ihrer strikten Haltung gegen Plünderungen einen Großteil der syrischen Bevölkerung auf ihrer Seite. Dies änderte sich, als sie begann, Kritiker zu entführen und zu töten.

Derzeit kämpft IS an mehreren Fronten - gegen rivalisierende Rebellen in Syrien und gegen die Kurden im Nordirak. Die Gruppe soll über 6000 bis 7000 Kämpfer verfügen. Im Irak wird sie durch Zehntausende Kämpfer sunnitischer Stämme unterstützt, die von der Zentralregierung in Bagdad enttäuscht sind.

Syrische revolutionäre Front

Die Allianz aus weitgehend nicht ideologisch geprägten Rebellen-Einheiten formierte sich im Dezember. Das Rückgrat der Gruppe bildet die Syrische Märtyrer-Brigade, eine einst einflussreiche Gruppe aus der nördlichen Provinz Idlib unter Führung von Dschamal Maruf. Ihm war von rivalisierenden Rebellengruppen vorgeworfen worden, für den Aufstand bestimmtes Geld in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Anhänger der revolutionären Front sind weitgehend moderate Islamisten. Finanziell unterstützt wird die Gruppe vermutlich von Golfstaaten wie Saudi-Arabien.


Mudschaheddin-Armee

Sie bildete sich zu Jahresbeginn aus acht syrischen Gruppen und startete eine Offensive gegen die Extremisten von IS. Die Allianz ist moderat islamistisch und hat nach eigenen Angaben rund 5000 Mitglieder.


Höchstes Militärkommando

Es handelt sich um eine moderate, nicht ideologische Gruppe. Sie wird von westlichen Ländern wie den USA unterstützt. Auch die Türkei und die arabischen Golfstaaten stehen auf ihrer Seite. Sie hat niemals den Eindruck ausräumen können, dass ihre Führung aus dem Ausland kommt.

„Diese Resolution ist die Antwort auf eine wachsende Bedrohung für die Menschen, die helfen wollen“, sagte Großbritanniens UN-Botschafter Mark Lyall Grant. „Allein in diesem Jahr wurden schon 79 Helfer getötet, vor allem in Afghanistan, Somalia, Syrien, Sudan und Südsudan.“ Jedes dieser Verbrechen solle mit aller Macht geahndet werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

01.09.2014, 09:55 Uhr

UNO will Schutz für Helfer? Die UNO soll Schutz geben und nicht umgekehrt! Was sind das für Politiker??

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