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03.10.2012

22:44 Uhr

UN-Sonderbeauftragter

Grauenhafte Zustände in syrischen Gefängnissen

Der Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi berichtet von mittelalterlichen Zuständen in syrischen Gefängnissen. Misshandlungen und Folter seien an der Tagesordnung. Selbst Kinder sind vor der Gewalt des Regimes nicht sicher.

Ein Kämpfer der syrischen Rebellenarmee in Aleppo. dapd

Ein Kämpfer der syrischen Rebellenarmee in Aleppo.

Damaskus/IsraelIn syrischen Gefängnissen herrschen aus Sicht des neuen Sonderbeauftragen Lakhdar Brahimi Zustände wie in einem mittelalterlichen Kerker. Auch Kinder werden von den Schergen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad nicht verschont. Das geht aus Zeugenberichten hervor, die von der britischen Hilfsorganisation „Save the Children“ am Dienstag veröffentlicht wurden. In dem seit 18 Monaten fortdauernden Bürgerkrieg geht die blutige Gewalt Tag für Tag weiter. Mindestens 67 Menschen seien am Dienstag getötet worden, berichteten Aktivisten.

Eine Strategie, wie man diesen Schrecken ein Ende setzen könnte, hat Brahimi noch nicht. Während eines Treffens mit den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates sagte Brahimi laut Informationen eines Journalisten der „Washington Post“: „In den gefürchteten Geheimgefängnissen sind Misshandlungen und mittelalterliche Foltermethoden so weit verbreitet, dass die Opfer nicht einmal mehr darüber berichten.“ Der syrischen Führung attestierte er eine realitätsferne Haltung: „Ihr Ziel ist es immer noch, das alte Syrien zu bewahren.“ Der Ruf der Bevölkerung nach Wandel werde von der Regierung nicht akzeptiert.

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Bei mehreren Anschlägen sollen mindestens 40 Menschen getötet worden sein.

Die meisten der von „Save the Children“ befragten Flüchtlingskinder sind traumatisiert. Sie leiden nach Angaben der Hilfsorganisation unter Alpträume oder Depressionen. Einige berichteten, sie seien während in Haft mit Elektroschocks misshandelt worden. Ihre Zellen hätten sie mit verwesenden Leichen teilen müssen.

Unterdessen schlugen mehrere aus Syrien abgefeuerte Granaten auf den von Israel besetzten Golanhöhen ein. Die Geschosse seien wohl bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen nahe der Grenze abgefeuert worden und hätten den Golan versehentlich getroffen, sagte ein Militärsprecher in Tel Aviv. Es habe weder Opfer noch Schäden gegeben. Die israelischen Streitkräfte hätten jedoch eine offizielle Beschwerde bei der Beobachtermission der Vereinten Nationen auf dem Golan eingereicht. Israel werde solche Zwischenfälle auf Dauer nicht hinnehmen, warnte der Sprecher.

Die syrischen Regimegegner verübten am Dienstag einen Anschlag auf einen mutmaßlichen Stützpunkt der sogenannten Schabiha-Miliz in Damaskus. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, sieben Menschen seien durch die Explosion von zwei Bomben auf dem Gelände der Schulen der Kinder der Märtyrer verletzt worden. Eine Rebellenbrigade die sich Enkel des Propheten Mohammed nennt, bekannte sich zu dem Anschlag und behauptete, dadurch seien mehr als 400 Militär und Milizionäre ums Leben gekommen.

Aktivisten zählten am Dienstag landesweit 67 Tote. Die meisten Opfer soll es in Damaskus und in der Provinz Daraa gegeben haben. Sie berichteten, der vor einem Monat festgenommene beliebte Regisseur und Schauspieler Mohammed Oso sei freigelassen worden.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

03.10.2012, 23:46 Uhr

Sind das die gleichen Quellen aus Großbritannien, die dem Blair damals gezwitschert haben, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt?? Dieser Zirkus ist dermaßen durchschaubar.

dadafiffi

04.10.2012, 00:08 Uhr

Muss wohl an der Region liegen, denn aus israelischen und türkischen Gefängnissen hört man auch so schlimme Sachen, von den amerikanischen Geheimgefängnissen mal ganz abgesehen.

Account gelöscht!

04.10.2012, 01:00 Uhr

Schlimmer als in Guantanamo?

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