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08.06.2012

05:10 Uhr

UN-Sondervermittler zu Syrien

„Wie oft müssen wir noch die Gewalt verurteilen?“

Mit einem dramatischen Appell hat Sondervermittler Kofi Annan den UN-Sicherheitsrat zum Handeln aufgefordert - und für die Umsetzung seines Friedensplans für Syrien plädiert. Viel könnte jetzt vom Iran abhängen.

"Unbeschreibliche Barbarei"

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Damaskus/Istanbul/New YorkSyrien brennt und die Spitzen der Vereinten Nationen fordern Taten - doch der Sicherheitsrat ist trotz aller Beteuerungen zur Einigkeit uneinig. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Sondervermittler Kofi Annan haben das mächtigste UN-Gremium zum Handeln aufgefordert.

Doch trotz neuer Massaker konnte sich der Rat in fast dreistündiger Beratung nicht auf eine Reaktion einigen. Eine neue Kontaktgruppe könnte wieder Fahrt in die verfahrene Situation bringen. Erst kurz zuvor hatte eine neues Massaker an Zivilisten - darunter viele Frauen und Kinder - die Welt schockiert.

„Es liegt jetzt am Rat, einen einheitlichen Kurs zu finden. Die Menschen fordern, dass wir handeln“, sagte Ban. „Wir brauchen Taten, aber wir müssen mit einer Stimme sprechen.“ Es gebe nur wenige Hinweise, dass das Regime sich an den Friedensplan halten wolle.

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Zuvor wurden die Patrouillen bereits durch Straßensperren der syrischen Armee gestoppt.

„Wie oft müssen wir noch die Gewalt verurteilen? Wie oft sollen wir noch sagen, dass wir empört sind?“ Ein umfassender Bürgerkrieg sei nah, den könnten auch Terroristen nutzen. „Und wir haben Hinweise auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln.“

Sein Friedensplan sei noch nicht gescheitert, sagte Annan. „Ich glaube nicht, dass der Plan tot ist. Wir beraten, was wir tun können, damit der Plan lebt.“ Zudem gebe es kaum Alternativen. „Ansonsten bekommen wir einen umfassenden Bürgerkrieg.“ Der würde sich nicht auf das Land begrenzen lassen. „Syrien ist nicht Libyen. Es würde nicht implodieren, es würde explodieren und die ganze Region mitreißen.“ Schon jetzt sei das Land „in einer Art Bürgerkrieg“.

Annan hofft auf eine neue Kontaktgruppe von einzelnen Ländern, die Einfluss auf Damaskus haben. „Die Frage ist einfach, wie wir die syrische Regierung dazu bekommen, den Friedensplan zu befolgen.“ Zu der Kontaktgruppe könnten die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich und auch regionale Mächte wie die Türkei und Saudi-Arabien gehören. Auch der Iran: „Iran ist ein wichtiges Land in der Region und hoffentlich ein Teil der Lösung.“ Alle müssten dafür sorgen, „dass die ganze Region nicht in die Luft fliegt.“

Kommentare (13)

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Harald

07.06.2012, 22:04 Uhr

Die Propagandamaschine läuft immer noch auf Hochtouren. Dabei sollte doch schon jedes Kind verstanden haben das hier die Wahrheit ganz anders ist als es die Medien darstellen. Das Handelsblatt als Kriegsbereiter - Dies veranlasst mich nun dazu mein Abo zu kündigen :;-(

hkoerner

07.06.2012, 22:18 Uhr

Inzwischen haben die Kriegshetzer die letzte Maske fallen lassen: So berichtete der "Stern" über eine Horde betrunkener, mordlustiger Alewiten, die nach angeblichen Zeugenaussagen ein friedliches Dorf überfallen hätten, in dem gegen Assad demonstriert wurde. Wer bitte glaubt diesen offensichtlichen Lügendreck? Wie war das doch gleich mit dem Viagra, das Gaddafi an schwarze Söldner ausgegeben haben sollte, damit sie Massenvergewaltigungen durchführen?

Baufixx

07.06.2012, 22:31 Uhr

Dann sind auch die UNO Beobachter alles nur Lügendreck und Kofi-Anan deren Oberhaupt. Wie schön für Sie in einem freien Land zu leben wo jeder alles sagen kann.

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