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24.09.2013

11:48 Uhr

UN-Vollversammlung beginnt

Kerry und Westerwelle treffen Iraner

In den Atomstreit mit dem Iran kommt Bewegung. Die UN-Vollversammlung bietet viele Möglichkeiten zu Gesprächen - alle Beteiligten wollen sie nutzen. Es soll ein historisches Treffen geben.

Das Meeting wäre das erste Aufeinandertreffen ranghoher Diplomaten der USA und des Iran seit der iranischen Revolution 1979. Reuters

Das Meeting wäre das erste Aufeinandertreffen ranghoher Diplomaten der USA und des Iran seit der iranischen Revolution 1979.

New YorkDie UN-Vollversammlung in New York bringt neue Bewegung in die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Am Rande der Generaldebatte werde es in dieser Woche zu einem hochrangig besetzen Treffen der Vetomächte im Sicherheitsrat und Deutschlands (5+1-Gruppe) mit dem Iran kommen, teilte das Weiße Haus am Montag (Ortszeit) mit. US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif nehmen daran teil.

Es wäre US-Medien zufolge das erste Aufeinandertreffen ranghoher Diplomaten beider Länder seit der iranischen Revolution 1979. Weiteres wichtiges Thema der einwöchigen UN-Vollversammlung ist der Syrien-Konflikt.

Für Deutschland nimmt der scheidende Außenminister Guido Westerwelle an der UN-Vollversammlung teil - trotz des FDP-Debakels bei der Bundestagswahl. Er wollte bereits am Dienstag mit seinem iranischen Amtskollegen Sarif sprechen.

Chronologie des Streits um das iranische Atomprogramm

29. März 2006

Der UN-Sicherheitsrat fordert den Iran auf, seine Urananreicherung binnen 30 Tagen einzustellen. Teheran weigert sich.

23. Dezember 2006

Der Sicherheitsrat verhängt erste Sanktionen.

9. April 2009

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad berichtet von einer betriebsbereiten Uranfabrik in Isfahan.

7. Februar 2010

Der Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran auf 20 Prozent gebracht und sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern. Damit könnten Atomwaffen hergestellt werden.

22. Januar 2011

In Istanbul werden die Gespräche zwischen dem Iran und den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschland auf unbestimmt Zeit vertagt.

17. Mai 2011

Nordkorea exportiert nach Angaben der UN für nukleare Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran und andere Krisengebiete.

8. November 2011

Die Atomenergiebehörde IAEA in Wien veröffentlicht einen Bericht, nach dem der Iran an der Entwicklung der Atombombe gearbeitet hat. Teheran bestreitet das.

1. Januar 2012

Nach Angaben aus Teheran haben iranische Wissenschaftler erstmals einen eigenen Kernbrennstab entwickelt.

23. Januar 2012

Die EU will ihre Öleinfuhren aus dem Iran spätestens zum 1. Juli stoppen. Die EU-Außenminister beschließen in Brüssel zudem, die Konten der iranischen Zentralbank in Europa einzufrieren.

6. Februar 2012

US-Präsident Barack Obama lässt Eigentum und Vermögenswerte der iranischen Regierung und Zentralbank in den USA blockieren. Betroffen sind auch alle iranischen Finanzinstitutionen.

20. & 21. Februar 2012

Kontrolleuren der IAEA wird der Zugang zur verdächtigen Militäranlage Parchin nahe Teheran verweigert.

31. März 2012

Obama billigt die bislang schärfsten Sanktionen gegen den Iran. Ziel ist es, die Importe von iranischem Öl weltweit so stark wie möglich zu kappen.

14. & 15. April 2012

Die Gespräche zwischen den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat plus Deutschland sowie dem Iran werden in Istanbul wieder aufgenommen. Konkrete Ergebnisse gibt es nicht.

14. Mai 2012

Die IAEA verlangt Zugang zu Irans umstrittenen Forschungsanlagen. Auf der Kontrollliste steht die Anlage in Parchin nahe Teheran ganz oben. Dort werden nach Einschätzungen westlicher Geheimdienste Tests mit Atomsprengköpfen simuliert.

21. Mai 2012

IAEA-Chef Yukio Amano spricht in Teheran mit Irans Atom-Chefunterhändler Said Dschalili über das umstrittene iranische Atomprogramm. Amano nennt seine Gespräche anschließend „nützlich“.

23. Mai 2012

Vom 23. Mai an verhandeln die fünf Veto-Mächte des Sicherheitsrates und Deutschland in Bagdad mit dem Iran über sein Atomprogramm.

30. Juli 2012

US-Präsident Barack Obama erlässt weitere Sanktionen gegen den Iran. Betroffen ist das Ölgeschäft des Landes. Im Februar 2013 verschärft das US-Finanzministerium die Maßnahmen.

3. Februar 2013

Irans Außenminister Ali-Akbar Salehi teilt auf der Sicherheitskonferenz in München mit, dass sein Land unter bestimmten Bedingungen zu Verhandlungen mit den USA bereit sei.

17. Februar 2013

Der Oberste Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, knüpft direkte Atomverhandlungen mit den USA an Bedingungen. Die Äußerungen werden versöhnlicher als üblich gewertet.

21. Februar 2013

Der jüngste Bericht der IAEA zeigt, dass der Iran bisher 280 Kilogramm höher angereicherten Urans produziert hat. Davon wurden 113 Kilogramm weiterverarbeitet und so für die mögliche Verwendung in einer Atombombe unbrauchbar gemacht.

26./27.2. 2013

Nach einer neun Monate langen Pause setzen Vertreter der 5+1-Gruppe und der Führung in Teheran in Almaty in Kasachstan ihre Gespräche fort. Ein neuer Vorschlag an Teheran soll Bewegung in den festgefahrenen Streit bringen. Angeblich hat die Gruppe angeboten, einige Sanktionen gegen den Iran zu lockern. Dafür soll Teheran Entgegenkommen signalisieren. Es wird ein weiteres Treffen für den 5./6. April verabredet.

20./21.3. 2013

US-Präsident Barack Obama unterstreicht bei einem Besuch in Israel, dass die USA notfalls auch mit Waffengewalt eine nukleare Aufrüstung des Irans verhindern wollen.

27. September

Die Internationale Atomenergiebehörde teilt mit, dass in Wien die internationalen Verhandlungen über das Atomprogramm am 27. September fortgesetzt werden sollen.

Zum Auftakt der alljährlich stattfindenden Generaldebatte wollten am Dienstag US-Präsident Barack Obama und der neue iranische Präsident Hassan Ruhani vor den Delegierten aus 193 Mitgliedsstaaten sprechen. In New York wurde nicht völlig ausgeschlossen, dass es am Rande zu einer Begegnung beider Politiker kommt.

„Wir haben kein Treffen mit Ruhani geplant“, sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rohdes in Washington. Die USA seien aber offen für Kontakte mit dem Iran auf verschiedenen Ebenen, wenn er es mit seiner Kooperation ernst meine.

Der Westen vermutet im iranischen Atomprogramm ein Rüstungsprojekt, Teheran bestreitet jedoch, eine Atombombe bauen zu wollen. Der neue iranische Präsident Ruhani hatte bei dem Thema zuletzt gemäßigtere Töne angeschlagen als sein Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad.

Das Außenministerium in Teheran bekräftigte am Dienstag den Willen des Iran, den Atomstreit mit dem Westen beizulegen. „Wir haben Geduld und sind entschlossen, einen Ausweg im Atomstreit zu finden“, sagte Sprecherin Marsieh Afcham.

Kommentare (2)

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Brasil

24.09.2013, 12:09 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

24.09.2013, 12:18 Uhr

Lieber Brazil die Regierung arbeite solange bis die neue im amt ist... Sexuelle neigungen spielen da keine Rolle...

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