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24.03.2012

15:44 Uhr

UN-Vorbereitungen

Tausende Menschen fliehen vor Gewalt in Syrien

Aufgrund der zahlreichen syrischen Flüchtlinge beschleunigen nicht nur die UN ihre Vorbereitungen - auch die USA haben ihre Aufenthaltsbestimmungen gelockert. Annan bemüht sich weiter um eine Lösung des Konflikts.

Zerstörte Häuser und Panzer: Der Konflikt in Syrien lässt die Gewalt nicht enden. dapd

Zerstörte Häuser und Panzer: Der Konflikt in Syrien lässt die Gewalt nicht enden.

Genf/Washington/Peking/BeirutDie Vereinten Nationen beschleunigen ihre Vorbereitungen für eine Massenflucht aus Syrien. Derzeit hätten sich rund 100.000 Menschen vor der Gewalt in ihrer Heimat in Nachbarstaaten wie Türkei oder Jordanien in Sicherheit gebracht, sagte der neu ernannte UN-Koordinator für die syrischen Flüchtlinge, Panos Moumtzis. „Wir registrieren aber täglich mehr Menschen und noch mehr Leute versuchen, über die Grenzen zu kommen - also wird sich ihre Zahl erhöhen.“ Die Vereinten Nationen warnen inzwischen vor einer Massenflucht, die die Zahl der Bedürftigen auf mehr als 200.000 Menschen erhöhen könne. Deshalb sei es nun vorrangig, dass die finanzielle Unterstützung der Flüchtlingshilfe mit dem wachsenden Bedarf Schritt halte, sagte Moumtzis.

„In Jordanien, wo ich vor zwei Tagen war, kommen täglich rund 150 Menschen über die Grenze“, sagte der Koordinator, der einen Großteil der ersten elf Tage in seinem neuen Amt in der Region verbracht hat. „Im Libanon sind es weniger, vielleicht zehn bis 15 Familien pro Tag. In die Türkei sind während der drei Tage, die ich dort war, 1500 Menschen geflüchtet.“ In den Grenzgebieten spielen sich demnach erschütternde Szenen ab: „Einige Leute kommen an den offiziellen Stationen über die Grenze, andere suchen ihr Heil über das freie Feld. Jeder versucht sich in Sicherheit zu bringen, auf welchem Weg auch immer.“ Moumtzis warnte davor, die Gastfreundschaft der Nachbarstaaten über Gebühr zu strapazieren. „Nach einer Weile lässt die Bereitschaft zu helfen selbst bei bestem Willen nach.“ In Jordanien und Libanon werden die Flüchtlinge häufig privat aufgenommen. Die Türkei hat acht Zeltstädte organisiert.

Aufgrund der dramatischen Situation haben nun auch die Vereinigten Staaten eingelenkt: Syrische Staatsbürger dürfen auch nach Ablauf ihres Visums in den USA bleiben. Die Lage in Syrien habe sich derart verschlechtert, dass bei einer Rückkehr Gefahr für die persönliche Sicherheit bestehe, begründete US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Freitag in Washington die Entscheidung. Nächste Woche werde eine entsprechende Bekanntmachung veröffentlicht, anschließend könnten Betroffene einen Antrag einreichen.

Nach Angaben der zuständigen Behörden werden Antragsteller mit „krimineller Vergangenheit“ oder solche, die eine „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ darstellen, nicht berücksichtigt. Schätzungen zufolge dürften zwischen 2500 und 3000 Menschen für eine längere Aufenthaltsgenehmigung in den USA in Frage kommen. Syriens Staatschef Baschar al-Assad lässt die Protestbewegung gegen ihn seit einem Jahr blutig niederschlagen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten starben dabei mehr als 9100 Menschen.

Kommentare (1)

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25.03.2012, 00:21 Uhr

Die UN sollten sich mal beeilen die Hintermänner, Israel, die USA und Saudi-Arabien für die von denen angeheizte Gewalt zu verurteilen.

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