Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.09.2015

16:00 Uhr

Ungarn

Orban verschärft Einwanderungsgesetz

Ungarn hat in diesem Jahr bereits mehr als 150.000 Asylanträge registriert. Zu viel, findet die Regierung des rechtskonservativen Premiers Viktor Orban. Nun verschärft das Land das Einwanderungsgesetz.

Regierung von Viktor Orban verschärft das EInwanderungsgesetz Reuters

Viktor Orban

Regierung von Viktor Orban verschärft das EInwanderungsgesetz

BudapestIm Eilverfahren hat Ungarn seine Gesetze gegen Einwanderer verschärft. Das Parlament in Budapest verabschiedete am Freitag ein von der Regierung von Viktor Orban vorgelegtes Gesetzespaket, das unter anderem bis zu drei Jahre Haft für illegalen Grenzübertritt vorsieht. Zudem kann künftig die Armee an den Grenzen eingesetzt werden.

Ungarn hat allein in diesem Jahr bereits mehr als 150 000 Asylanträge (Stand 31. August) registriert. Im Jahr 2004, als Ungarn der Europäischen Union beitrat, waren es weniger als 100. Seit Wochen kommen täglich mehr als tausend weitere Flüchtlinge, vor allem über das Nachbarland Serbien. Viele wollen sich gar nicht erst registrieren lassen, weil sie auf die Weiterreise in den Westen hoffen.

Ein Grund für den starken Anstieg dürfte sein, dass Flüchtlinge aus den Krisenregionen jetzt verstärkt die Balkan-Route statt den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa wählen. Das Auswärtige Amt in Berlin weist darauf hin, dass Ungarn, gemessen an der eigenen Bevölkerungszahl, in Europa am meisten von dem starken Flüchtlingszuzug betroffen ist.

Auf ihrem Weg über den Balkan ist Ungarn eine wichtige Transitstation, weil das Land seit 2007 zur grenzkontrollfreien Schengen-Zone gehört. Die wenigsten Flüchtlinge wollen in Ungarn bleiben. Bis vor drei Monaten konnten sie auch weitgehend ungehindert gen Westen weiterreisen, weil Ungarns Behörden sie kaum kontrollierten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×