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02.06.2017

18:39 Uhr

Ungarns Premier Orban

Kritik von Soros gleicht „Kriegserklärung“

Der Konflikt zwischen Ungarns Ministerpräsident Orban und dem US-Investor Soros verschärft sich weiter. Nach erneuter Kritik des Milliardärs holt der ungarische Premier zum Rundumschlag aus.

Ungarns Ministerpräsident wirft Soros' Organisationen mafiöse Strukturen vor. AP

Viktor Orban

Ungarns Ministerpräsident wirft Soros' Organisationen mafiöse Strukturen vor.

BudapestMinisterpräsident Viktor Orban hat Vorwürfe des US-Starinvestors George Soros gegen Ungarn als „Kriegserklärung“ bezeichnet. Der Milliardär finanziere „agentenähnliche Netzwerke“ von Nichtregierungsorganisationen zur Umsetzung seines politischen Programms in Ungarn und Europa, sagte Orban am Freitag. Soros' Politik sei „elitär und antidemokratisch“, weil das ungarische Volk sie ablehne. Soros' Organisationen seien undurchsichtig und arbeiteten „wie eine Mafia“.

Orban reagierte im staatlichen Radio auf eine Rede, die Soros am Donnerstag in Brüssel gehalten hatte. Darin beschuldigte er Orban, Ungarn in einen korrupten „Mafiastaat“ verwandelt zu haben.

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Ministerpräsident Orban weist die jüngsten Maßnahmen des Europaparlaments gegen Ungarn zurück. Das sieht Grundwerte in dem Land gefährdet. Orbans Kritik zielt erneut auf den Milliardär George Soros ab.

Der Ministerpräsident bezeichnete Soros als „Finanzspekulanten“, der hohe Summen verdient habe, während viele in die Armut abgerutscht seien. Von Soros unterstützte Organisationen setzten einen angeblichen Plan des Milliardärs um, jährlich eine Million Migranten nach Europa zu bringen, sagte Orban. Doch die ungarische Regierung verteidige die Grenzen und baue Zäune, und Soros' Plan könne unter diesen Umständen nicht umgesetzt werden, so der Politiker.

Der Konflikt zwischen Orban und Soros hat sich in den vergangenen Monaten verschärft, nachdem das Parlament Gesetzesänderungen zugestimmt hatte, welche die von Soros gegründete Mitteleuropäische Universität zwingen könnten, Budapest zu verlassen. Die Universität hat erklärt, in Ungarn bleiben zu wollen. Soros ist dort im Jahr 1930 geboren worden.

Von

ap

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