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07.09.2016

02:53 Uhr

Unicef-Bericht

50 Millionen Kinder wachsen in der Fremde auf

Jeder zweite Flüchtling auf dieser Welt ist minderjährig. Laut eines globalen Unicef-Berichts mussten fast 50 Millionen Kinder ihre Heimat verlassen - ein Großteil sucht sogar innerhalb des eigenen Landes Schutz.

Kinder warten in einer Flüchtlingsunterkunft in Limburg an der Lahn auf die Essensausgabe. dpa

Flüchtlingskinder in Hessen

Kinder warten in einer Flüchtlingsunterkunft in Limburg an der Lahn auf die Essensausgabe.

Berlin/New YorkWeltweit wachsen heute fast 50 Millionen Kinder in der Fremde auf - mehr als die Hälfte von ihnen sind auf der Flucht vor Krieg und Gewalt. Das ist das Ergebnis des ersten globalen Berichts zu Flucht und Migration von Kindern, den das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Mittwoch veröffentlichte.

Darin eingerechnet sind schätzungsweise 17 Millionen Kinder und Jugendliche, die innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben wurden. Jeder zweite Flüchtling oder Vertriebene auf der Welt ist minderjährig, der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist damit überproportional hoch.

Unicef veröffentlichte seinen Bericht im Vorfeld der Gipfeltreffen zu weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen am 19. und 20. September in New York hat. Die UN-Organisation fordert, die betroffenen Kinder, insbesondere solche ohne Begleitung, besser vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen und entschieden gegen Menschenhandel vorzugehen.

Außerdem müsse die Inhaftierung von Kindern beendet werden. Kinder müssten davor bewahrt werden, bei Grenzkontrollen oder während des Verfahrens zur Bestimmung ihres Aufenthaltsstatus von ihren Eltern getrennt zu werden. Zur Zusammenführung der Kinder mit ihren Familien müssten "alle möglichen Maßnahmen ergriffen" werden.

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Unicef appelliert an die Regierungen und die Zivilgesellschaft, Kindern ihr Recht auf Bildung und umfassende Gesundheitsversorgung, Lebensmittel und Wasser sowie psychosoziale und rechtliche Betreuung zu gewähren. Außerdem müssten die Ursachen für Konflikte und extreme Armut bekämpft werden. Notwendig seien ferner Maßnahmen gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung.

Unter Verweis auf Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) heißt es in dem Report mit dem Titel "Entwurzelt", zwischen 2014 und Juli 2016 seien 15.000 Flüchtlinge und Migranten gestorben oder als vermisst registriert worden. Rund zwei Drittel aller registrierten Todesfälle von Migranten ereigneten sich demnach im Mittelmeer. Schätzungen zufolge seien ein Drittel der in der Ägäis umgekommenen Menschen Kinder, heißt es in dem Bericht.

In der ersten Jahreshälfte 2016 kamen in Europa fast 70 Prozent der Kinder, die einen Asylantrag stellten, aus den Konfliktländern Syrien, Afghanistan und Irak. Die mit Abstand meisten geflüchteten Kinder und ihre Familien suchen in ihrer jeweiligen Heimatregion Schutz, wie der Unicef-Bericht hervorhebt.

Die zehn Länder, welche die meisten Flüchtlinge aufnahmen, liegen in Asien und Afrika. Die Türkei ist laut Unicef wahrscheinlich das Land mit der weltweit größten Population von Flüchtlingskindern.

Von

afp

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