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13.03.2017

03:54 Uhr

Unicef

Mehr als 650 Kinder starben 2016 in Syrien

Innerhalb eines Jahres sind weit über 600 Kinder Opfer des blutigen Konflikts geworden, viele kamen in oder nahe einer Schule ums Leben. Laut einem Unicef-Bericht werden Hunderte als Kindersoldaten rekrutiert.

Die Zahl der im syrischen Bürgerkrieg getöteten Kinder steigt weiter an. AFP; Files; Francois Guillot

Syrien

Die Zahl der im syrischen Bürgerkrieg getöteten Kinder steigt weiter an.

BeirutIm syrischen Bürgerkrieg sind laut Unicef im vergangenen Jahr 652 Kinder ums Leben gekommen. 255 von ihnen seien in oder in der Nähe von Schulen getötet worden, teilte das Kinderhilfswerk mit. Wie aus dem neuen Bericht hervorgeht, sind insgesamt 1,7 Millionen Kinder wegen des Konflikts nicht in der Schule. Außerdem seien 2,3 Millionen als Flüchtlinge in Syriens Nachbarländern.

Die wichtigsten Parteien im syrischen Bürgerkrieg

REGIME

Die syrische Armee kontrolliert noch immer die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Unterstützt werden die Anhänger von Präsident Baschar al-Assad von der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah sowie von iranischen Kämpfern. Zudem fliegt die russische Luftwaffe Angriffe in Syrien.

ISLAMISCHER STAAT (IS)

Die Terrormiliz verlor in den vergangenen Monaten einige ihrer Gebiete an das Regime und die Kurden und befindet sich in der Defensive. Die Dschihadisten kontrollieren aber immer noch große Teile des Landes im Norden und Osten, vornehmlich Wüstengebiete.

KURDISCH GEFÜHRTE KRÄFTE

Mit Hilfe der US-Luftwaffe konnte ein Bündnis unter Führung der kurdischen Volksschutzeinheiten YPG den IS aus großen Gebieten im Norden Syriens zurückdrängen. Die Kurden kooperieren mit dem Regime, aber auch mit dessen Gegnern. Zuletzt kam es jedoch in der nordöstlichen Stadt Hasaka zu ungewöhnlich heftigen Zusammenstößen mit syrischen Regierungstruppen. Die Türkei ist ein erklärter Gegner der Kurden. Sie befürchtet angesichts eines mehr als 400 Kilometer langen Gebietes unter kurdischer Kontrolle an seiner Südgrenze Unabhängigkeitsbestrebungen der türkischen Kurden.

DSCHAISCH AL-FATAH

Dabei handelt es sich um ein Bündnis verschiedener moderater und radikaler Gruppen, darunter die dschihadistische Miliz Fatah al-Scham. Teil von Dschaisch al-Fatah sind auch die islamistische Miliz Ahrar al-Scham und Brigaden, die sich als Teil der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA) sehen. Das Bündnis beherrscht im Nordwesten Syriens die Provinz Idlib. Einige der islamistischen Rebellen sollen Saudi-Arabien und Katar nahestehen.

AHRAR AL-SCHAM

Die islamistische Miliz ist neben Fatah al-Scham die wichtigste Kraft des Rebellenbündnisses Dschaisch al-Fatah. Sie gibt sich pragmatischer und weniger radikal als der Al-Kaida-Ableger. Die Türkei gilt als wichtige Unterstützerin der Miliz.

FREIE SYRISCHE ARMEE (FSA)

Die FSA ist keine Armee im eigentlichen Sinne, es gibt auch keine einheitliche Führung. Mehrere moderate Gruppen rechnen sich ihr jedoch zu. Stark sind diese im Nordwesten, wo sie auch zu dem Rebellenbündnis Dschaisch al-Fatah gehören, sowie im Süden.

Unicef verzeichnete zudem einen Anstieg unter syrischen Kindersoldaten. Mindestens 851 seien im vergangenen Jahr von bewaffneten Gruppen rekrutiert worden. Dies seien mehr als doppelt so viele wie 2015. Der Bericht warnte, dass die medizinische Notlage im Land Kinder zudem zunehmend in Kinderarbeit und frühe Ehen stürze.

Ein vergangener Woche von der Hilfsorganisation Save the Children veröffentlichter Bericht ermittelte, dass viele syrische Jungen und Mädchen Zeichen von toxischer Belastung zeigten. Diese können ein Leben lang zu Gesundheitsproblemen führen.

Von

ap

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