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16.05.2013

00:48 Uhr

Uno-Bericht

Naturkatastrophen treffen Wirtschaft härter als erwartet

Fluten, Erdbeben, Dürren, Stürme: Naturkatastrophen schädigen auch Unternehmen. Aus den Daten einer Studie zieht die Uno den Schluss, dass der Privatsektor stärker in den Katastrophenschutz eingebunden werden sollte.

Kein neues Phänomen: Überflutung eines Lebensmittelgeschäfts durch einen Hurrikan in Florida 2005. Reuters

Kein neues Phänomen: Überflutung eines Lebensmittelgeschäfts durch einen Hurrikan in Florida 2005.

New YorkDie Naturkatastrophen im 21. Jahrhundert haben nach Angaben der Uno bereits 2,5 Billionen Dollar (über 1,9 Billionen Euro) gekostet. Damit übertrifft die Realität bisherige Schätzungen um mindestens 50 Prozent, wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch bei der Veröffentlichung eines neuen Berichts in New York sagte.

Grundlage für die neuen Zahlen sind Datenerhebungen zu katastrophenbedingten Verlusten in 56 Staaten, Befragungen von 1300 kleinen und mittelständischen Unternehmen in betroffenen Regionen in Nord- und Südamerika und eine Bewertung des Risikomanagements großer Unternehmen wie des Finanzdienstleisters Citigroup und des amerikanischen Einzelhandelsriesen Walmart.

Die teuersten Katastrophen 2012

Statistik von Swiss Re

Der Rückversicherer Swiss Re wertet jedes Jahr aus, welche Katastrophen die höchsten Schäden verursacht haben. Dabei geht es nicht um die Gesamtsumme, sondern die von den Versicherungen abgedeckte. 2012 traf es die USA am schlimmsten – vor allem Stürme verursachten teure Schäden.

Tornados im Mittleren Westen

Bei dutzenden Tornados im Mittleren Westen der USA starben im April 2012 sechs Menschen. Der versicherte Schaden betrug laut Swiss Re eine Milliarde Dollar.

Stürme in den Rockies

Im Juni wirbelten mehrere Stürme die US-Bundesstaaten Colorado, New Mexico und Texas durcheinander. Versicherter Schaden: eine Milliarde Dollar.

Hurrikan Isaac

Keine Ruhe für New Orleans: Sieben Jahre nach dem verheerenden Sturm „Katrina“ traf „Isaac“ die Stadt am Golf von Mexiko. Ganz so schlimm waren die Folgen nicht, Swiss Re schätzt den Schaden aber trotzdem auf 1,6 Milliarden Dollar.

Erdbebenserie in Italien

Im Mai 2012 erschütterte eine Serie von Erdbeben den Norden Italiens, 24 Menschen kamen ums Leben. Swiss Re beziffert den versicherten Schaden auf 1,6 Milliarden Dollar, insgesamt betrug der wirtschaftliche Verlust sogar umgerechnet 16 Milliarden Dollar.

Dicke Hagelkörner auf St. Louis

Hagelkörner so groß wie Tennisbälle: Die Stürme, die im Mai über den Mittleren Westen der USA zogen, kosteten die Versicherer 1,7 Milliarden Dollar. Vor allem St. Louis traf es schwer. Eine Person starb.

Derecho-Sturmsystem

Ein langgezogenes Sturmsystem – in den USA Derecho genannt – zog im Juni 2012 über die US-Staaten Ohio und Indiana hinweg, 28 Menschen starben. Der versicherte Schaden betrug zwei Milliarden Dollar.

Schwere Stürme im Frühjahr

Im März und April trafen mehrere schwere Stürme die USA. Der Rückversicherer Swiss Re verbuchte sie mit jeweils 2,5 Milliarden Dollar versicherter Schadenssumme.

Dürre im Corn Belt

Der Mittlere Westen der USA gilt als Brotkorb des Landes – doch im vergangenen Jahr fiel die Getreideernte wegen einer schweren Dürre äußerst mager aus. Nach Angaben von Swiss Re betrug der Schaden 11 Milliarden Dollar.

Sandy randaliert im Osten der USA

Nur „Katrina“ war schlimmer: Der Hurrikan „Sandy“ legte die Ostküste der USA lahm und richtete Schäden in Höhe von 35 Milliarden Dollar an – teurer war 2012 keine andere Katastrophe. Doch die Folgen des Sturms reichen noch weiter: Er zeigte die Amerikaner auf schmerzhafte Weise die Folgen des Klimawandels.

Die Erkenntnisse des Berichts stützen Beobachtungen, dass Menschenleben bei Fluten, Erdbeben, Dürren und Stürmen immer besser geschützt werden können, dafür aber explodierende wirtschaftliche Kosten verursachen. Derartige Langzeitfolgen von Katastrophen treffen die ohnehin schon geschädigten Regionen zusätzlich. Ein Ziel effektiver Risikoverminderung müsse es daher sein, nicht nur Menschenleben zu schützen, sondern auch die örtlichen Arbeitsplätze zu sichern.

Um das finanzielle Risiko in Zukunft besser kontrollieren zu können, befürwortet der Bericht eine stärkere Einbindung des Privatsektors in den Katastrophenschutz. „Die Regierungen tragen die Verantwortung dafür, das Risiko bei Katastrophen zu verringern“, konstatierte Ban. „Aber die Größe des Risikos ist auch mit dem Wo und Wie von Investitionen des Privatsektors verbunden.“ Dieser sei für 70 bis 85 Prozent der weltweiten Investitionen in neue Gebäude, Industrie und betroffene Infrastruktur verantwortlich.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Heidi

16.05.2013, 10:40 Uhr

Menschen machen nicht etwas weil man sie dazu erzieht. Menschen machen etwas wenn es sich für sie rechnet. Ich lebe im deutsch-österreichischen Grenzgebiet wo man nun wirklich nicht behaupten kann daß die Menschen unterschiedlich "erzogen" bzw. informiert/sozialisiert sind. Dennoch könnte man auch ohne Kenntnis des Grenzverlaufes ganz genau sagen welche Häuder diesseits oder jenseits der deutschen Grenze liegen: In Deutschland haben viele Häuser Solaranlagen auf dem Dach.
Der Unterschied liegt alleine in dem Umstand daß sich so eine Anlage in Deutschland "rechnet" und in Österreich nicht.

So ist das anderswo auch mit "katastropensicherer Bauweise". Diese rechnet sich im Grunde nicht - da man zum Preis eines Hauses das auch schwerste Unwetter ohne irreparable Schäden "wegstecken" kann rund 4 Billigsthäuser bauen kann.
Damit sich der Mehraufwand für teurere Gebäude lohnt müßte also ein und die selbe Gegend in einem Zeitraum von vielleicht 50 Jahren rund 3-4 mal im absoluten Zentrum der Zerstörungen liegen. Und diese Witterungsereigenisse dürften dann obendrein auch nicht so extrem sein daß entsprechend hochwertigere Bausubstanz nicht ebenfalls erheblich beeinträchtigt wäre.
Und bei dieser Rechnung ist jetzt ebensowenig berücksichtigt daß das *nicht* in einem Haus gebundene Kapital ja auch noch Erträge erwirtschaften kann und daß man sich in entsprechend jüngeren Jahren ein ein "Billighaus" schon leisten kann.

Oder mal noch drastischer Ausgedrückt: Was nutzt es den meisten Deutschen daß sie qualitativ sehr hochwertige und entsprechend teure Häuser bauen wenn bei einem Abriß die Frage ob das Gebäude wirtschaftlich verbraucht ist ohnedies keine Rolle spielt - weil halt einfach ein "anderes Haus" an dessen Stelle treten soll.

Account gelöscht!

16.05.2013, 12:35 Uhr

Es ist einfach zu spät noch etwas zu ändern und man kann nur noch Punktuel etwas verbessern. Geniesst die letzen ca maximalen 100 Jahre und denkt daran, dass dann die letzten 20 Jahre kein Ponyhof sein werden,wegen anschaffung von Kindern.. Die kommenden Naturkatatrophen sind nicht mehr rückgängig zu machen, wer das erzählt würde auch einen Anflug eines Kometen im Luftraum noch als abwendbar sehen. Irgendwann wird es auch wie im Wasser Luftarme Zonen geben und was dann passiert, kann sich keiner in seinen kühnsten Träumen ausdenken. Einfach
sagen, das war es,nach uns wird wieder etwas entstehen und das vielleicht sogar klüger.

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