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06.08.2014

07:22 Uhr

Uno-Bericht zur Ukraine

Humanitäre Situation verschlechtert sich

Im Osten der Ukraine verschärft sich die humanitäre Lage. Der Westen wirft Russland vor, eine gefechtsbereite Streitmacht an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen zu haben. Putin droht mit Gegensanktionen.

Flüchtlinge aus der Ukraine besteigen einen Hubschrauber: Die humanitäre Situation vor Ort verschlechtert sich nach UN-Angaben stetig. dpa

Flüchtlinge aus der Ukraine besteigen einen Hubschrauber: Die humanitäre Situation vor Ort verschlechtert sich nach UN-Angaben stetig.

New York/KiewDie humanitäre Situation in der umkämpften Ostukraine verschlechtert sich nach Angaben der Vereinten Nationen von Tag zu Tag. „Wir sprechen von 3,9 Millionen Menschen, die in einer von der Gewalt heimgesuchten Region leben“, sagte John Ging vom Nothilfebüro der Uno am Dienstag in New York in einer Sondersitzung des Sicherheitsrates. „Die Infrastruktur ist zerstört, Strom gibt es kaum und Wasser nur ein paar Stunden am Tag.“ Jeden Tag würden etwa 1000 Menschen aus dem Kampfgebiet fliehen. Seit Beginn des Konflikts seien 1376 Menschen getötet worden, mehr als 4000 seien verletzt.

„Es ist ein echter Krieg“, sagte Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin, der die Dringlichkeitssitzung gefordert hatte. „Trotz internationaler Abkommen setzt Kiew seine Militäreinsätze fort. Wohngebiete werden beschossen und es werden sogar Kassettenbomben eingesetzt.“ Tschurkin sagte, Russland habe 800 000 Flüchtlinge aufgenommen. Laut UN sind es allerdings 168 000.

Ein Vertreter der Ukraine sagte, Russlands Forderung nach der Sondersitzung sei an Zynismus nicht zu überbieten. „Sie sind es, die unser Land destabilisieren. Keines dieser Probleme würde bestehen, wenn Sie sich nicht in die Angelegenheiten eines souveränen Landes einmischen würden.“

Die USA warfen Russland Heuchelei vor. „Russland kann das alles beenden“, sagte Vize-Botschafterin Rosemary DiCarlo. „Die Gewalt endet an dem Tag, an dem Russland seine Hilfe für die Aufständischen einstellt.“ Moskau müsse die Ukraine respektieren und die Besetzung der Krim beenden, sagte sie. „Und Russland muss endlich mit der Destabilisierung der Ostukraine aufhören.“

Überdies beunruhigt die USA die Verstärkung russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine. Nach den Worten von Pentagonsprecher John Kirby handelt es sich um etwa 10 000 Soldaten. Das Entscheidende sei, dass die Truppen im Grenzgebiet immer besser ausgerüstet würden, etwa mit Artillerie, Luftabwehr und mit Spezialkräften. Zudem befänden sich die Truppen derzeit näher an der Grenze als noch im Frühjahr, sagte Kirby am Dienstag vor Journalisten.

Kommentare (2)

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Herr peterchen Mondfahrt

06.08.2014, 19:33 Uhr

Da geht also die ukrainische Armee auf Deuvel komm raus auf die eigene Bevölkerung los und wird dabei auch noch von der NATO gedeckt. Ein Sch... auf die Willensbekundung einer ganzen Region, unabhängig sein zu wollen, lachhaft, das die überwiegend russische Bevölkerung auf der Krim lieber von Russen als von ukrainischen Faschisten regiert wird. Ich schäme mich so langsam für Deutschland. Wo ist der Aufschrei der Grünen, die früher mal Pazifisten waren? Wohin ist der Gerechtigkeitssinn bei der SPD abhanden gekommen? In Jugoslavien haben wir gesehen, dass nicht zusammengehört, was nicht zusammen passt, warum haben wir nix daraus gelernt?

Frau Ich Kritisch

06.08.2014, 20:19 Uhr

Da wird gerade ein Staat von einem Oligarchen regiert...
da sind Menschen - human-capital - und davon hat die Ukaine mehr als genug.
Der Aufbau der nun zerstörten und noch zu zerstörenden Infrastruktur wird in der Zukunft die Volkswirtschaft ankurbeln - und mit dem Hinweis auf die Verbesserung der Lebensverhältnisse dort, das Geld der EU, IWF etc locker machen

Da wird halt ein Staat geführt wie ein Unternehmen ...

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