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22.10.2016

22:57 Uhr

Uno blieb außen vor

Feuerpause in Aleppo endet ohne Hilfsaktionen

Am Samstagabend kam es zu schweren Gefechten in Aleppo. Zuvor sollte eine dreitägige Waffenruhe Bewohnern die Chance geben, die zerbombte syrische Stadt zu verlassen. Doch nicht einmal Hilfslieferungen konnten passieren.

Im Rebellengebiet von Aleppo: Blick auf eine der mutmaßlichen Wege, auf dem Bewohner Aleppos zu einem der sicheren Ausgänge gelangen sollten. Reuters

Aleppo

Im Rebellengebiet von Aleppo: Blick auf eine der mutmaßlichen Wege, auf dem Bewohner Aleppos zu einem der sicheren Ausgänge gelangen sollten.

Aleppo/BeirutKurz nach dem Ende der Waffenruhe haben sich Rebellen und die syrische Armee in Aleppo nach Angaben von Aktivisten schwere Gefechte geliefert. Die Aktivistengruppe Aleppo-Medienzentrum berichtete von Artilleriefeuer auf verschiedene Stadtteile. Zudem habe es einen Versuch von Regierungskräften gegeben, südlich der Stadt vorzurücken.

In mehreren Vierteln der geteilten Stadt seien am Samstagabend neue Kämpfe ausgebrochen, teilte auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auch ein AFP-Reporter in dem von Rebellen kontrollierten Osten der Stadt berichtete über Gefechtslärm. Angaben über Opferzahlen machte die Beobachtungsstelle zunächst nicht. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Die von Russland ausgerufene Waffenruhe in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo war am Samstagabend ausgelaufen. Die Feuerpause endete um 19.00 Uhr (Ortszeit, 18.00 Uhr MESZ), ohne dass die Uno Verletzte und Kranke aus den Rebellenvierteln in Sicherheit bringen konnte. Aus UN-Kreisen hieß es, syrische Oppositionskämpfer blockierten die Evakuierungen, weil die Regierung und Russland sich nicht an ihren Teil des Abkommens hielten und Hilfslieferungen nach Aleppo behinderten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen verließ nur eine Handvoll von Zivilisten und Aufständischen den Ostteil der Stadt. Die Uno sah die Rettung von Zivilisten über Sicherheitskorridore als zu gefährlich an. Auch die geplanten Hilfslieferungen konnten nicht umgesetzt werden.

Die einstige Wirtschaftsmetropole ist seit 2012 zweigeteilt. Die westlichen Stadtteile mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern stehen unter Kontrolle der Regierung von Staatschef Baschar al-Assad. Der Osten der Stadt mit derzeit etwa 250.000 Einwohnern wird von bewaffneten Rebellen gehalten.

Am 22. September startete die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine Offensive zur Rückeroberung der östlichen Stadtteile, von wo aus die Rebellen den Westteil der Stadt bombardieren. Am vergangenen Dienstag setzten Damaskus und Moskau ihre Offensive aus, am Donnerstagmorgen trat die "humanitäre Feuerpause" in Kraft.

Feuerpause in Aleppo

„Verlasst Ost-Aleppo!“

Feuerpause in Aleppo: „Verlasst Ost-Aleppo!“

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Während der knapp vierwöchigen Offensive der russischen und syrischen Armee wurden in Aleppos Osten nach UN-Angaben etwa 500 Menschen bei Luftangriffen getötet und weitere 2000 verletzt. Schulen und Krankenhäuser wurden zerstört. Die Uno rief Russland zugleich auf, die Waffenruhe bis Montag einzuhalten. Doch weder Russland noch die Regierung in Damaskus äußerten sich am Samstag zu einer möglichen Verlängerung der Feuerpause.

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