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01.10.2015

03:29 Uhr

Uno-Flüchtlingsgipfel

„Keine Mauern bauen“

Beim Flüchtlingsgipfel der Vereinten Nationen in New York fordert Uno-Generalsekretär Ban Kreativität, Mitgefühl und Mut. Ungarns Regierungschef Orbán will dagegen einen internationalen Verteilungsschlüssel.

Die südeuropäischen Küsten sind rettendes Ziel für Tausende Flüchtlinge an: Viele überleben die gefährliche Reise über das Mittelmeer nicht. dpa

Flüchtlinge

Die südeuropäischen Küsten sind rettendes Ziel für Tausende Flüchtlinge an: Viele überleben die gefährliche Reise über das Mittelmeer nicht.

New YorkAngesichts der größten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die Welt zur mehr Solidarität ermahnt. Kreativ, mitfühlend und mutig müsse nach Lösungen gesucht werden, forderte Ban am Mittwoch zum Auftakt eines ranghohen Krisentreffens bei den Vereinten Nationen in New York. „Die Zukunft gehört nicht jenen, die Mauern bauen oder Ängste ausbeuten wollen.“

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, dessen Regierung wegen ihrer harten Haltung in der Flüchtlingspolitik in der Kritik steht, machte sich für eine globale Verteilung der Asylsuchenden stark. Europa sei nicht in der Lage, die Last der Krise alleine zu tragen, erklärte er.

Daher müsse ein internationales Quotensystem her, um eine faire Verteilung von Asylberechtigten zu gewährleisten. Im Übrigen sei Europa nicht dazu verpflichtet, Flüchtlingen ein „neues europäisches Leben“ zu ermöglichen, doch habe eine „moralische Verantwortung“, ihnen dabei zu helfen, „ihre Leben in ihrer Heimat zurückzugewinnen.“

UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres begrüßte Orbans Vorschlag. Er betone „universale Verantwortung“ für Menschen, die vor Gewalt und Verfolgung flüchteten, sagte Guterres vor Reportern.

Auch Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat sprang Orban bei und warb für ein „Bretton-Woods-System der Migration.“ Damit meinte er den Gipfel von Bretton Woods im Jahr 1944, wo die Grundlagen für die globale Währungsordnung mit Wechselkursen und die Gründung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds gelegt worden waren. Nun stehe die Weltgemeinschaft in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass ein globaler Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge nicht „von Kriminellen und Schmugglern“ bestimmt werde, sondern von demokratisch gewählten Staatenlenkern.

Ban sagte zur Eröffnung des Krisentreffens zur Flüchtlingspolitik, die beste Lösung für Asylsuchende sei es, in eine sichere Heimat zurückzukehren. Zugleich forderte er mehr Anstrengungen, Kriege und Verfolgung zu verhindern. Gleichzeitig räumte er ein, dass die bestehenden Konflikte wohl nicht rasch enden würden. Die Welt müsse sich besser auf die Tausenden Menschen vorbereiten, die Schutz suchten.

Oberste Priorität müsse es haben, Leben zu retten und den Flüchtlingen das Recht auf Asyl zu gewähren, ohne erzwungene Rückführung in ihre Heimat. Alle Migranten müssten mit Würde und Respekt behandelt werden. Aufnahmezentren und Asylsysteme müssten verbessert werden. An die Adresse Europas sagte Ban, die Länder müssten mehr Flüchtlinge akzeptieren und diese Aufgabe gleichmäßig auf alle verteilen.

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