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24.09.2014

04:03 Uhr

Uno-Klimagipfel

Im Klimawandel-Fonds fehlen Milliarden

2015 soll das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls beschlossen werden. Den politischen Willen dazu will die Uno mit einem Klimatreffen stärken. Dort versprechen die USA und China mehr Einsatz - doch es gibt Probleme.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon (r.) und US-Präsident Barack Obama beim diesjährigen Uno-Klimagipfel: Die USA wollen drei Milliarden Dollar in eine Uno-Klimafonds stecken. ap

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon (r.) und US-Präsident Barack Obama beim diesjährigen Uno-Klimagipfel: Die USA wollen drei Milliarden Dollar in eine Uno-Klimafonds stecken.

New YorkZum Abschluss des Uno-Klimagipfels in New York haben die Vereinten Nationen die Finanzierungslücke in ihrem Fonds gegen den Klimawandel auf 7,7 Milliarden Dollar beziffert. Bislang seien erst 2,3 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,8 Milliarden Euro) von den Mitgliedstaaten zugesagt worden, davon jeweils eine Milliarde von Deutschland und Frankreich, sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstagabend (Ortszeit).

Deutschland hatte sein Versprechen schon vor dem Klimagipfel gegeben, Frankreich zog am Dienstag nach. Laut der Hilfsorganisation Oxfam kamen die restlichen Zusagen von Südkorea, Dänemark, Norwegen, Mexiko und der Schweiz.

Der sogenannte Green Climate Fund soll armen Ländern helfen, die am stärksten von steigenden Temperaturen und Umweltkatastrophen betroffen sind. Bis zum Jahresende soll der Fonds sein Zielvolumen von zehn Milliarden Dollar erreicht haben. Die Empfängerstaaten sollen mit dem Geld auch dabei unterstützt werden, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren.

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Mehr als 120 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben sich beim Uno-Klimagipfel zu einem stärkeren Engagement gegen die Erderwärmung bekannt. Auch die USA und China, die beiden Nationen mit dem höchsten Treibhausgasausstoß, versprachen am Dienstag in New York mehr Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel. Umweltschutzorganisation bezweifelten aber, dass von dem Gipfel der nötige Schwung für ein weitreichendes globales Klimaschutzabkommen ausgeht.

Ban: "Wir sind nicht zum Reden hier"

"Wir müssen der Welt heute einen neuen Kurs geben", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Auftakt des eintägigen Treffens vor der Generaldebatte der Vereinten Nationen. Der Klimawandel bedrohe den Frieden, den Wohlstand und die Erfolgsaussichten von Milliarden Erdbewohnern. "Wir sind nicht zum Reden hier", sagte Ban, "wir sind hier, um Geschichte zu schreiben."

US-Präsident Barack Obama mahnte zur Eile im Kampf gegen die Erderwärmung. Die Welt müsse sich der "dringenden und wachsenden Bedrohung" durch den Klimawandel stellen, sagte Obama. Der Präsident erkannte dabei die "besondere Verantwortung" der USA und Chinas bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes an.

Peking war nur durch Vize-Regierungschef Zhang Gaoli vertreten, der aber die Bereitschaft seines Landes zu einer internationalen Zusammenarbeit beim Klimaschutz erklärte, "um eine bessere Zukunft zu schaffen". Gaoli nahm zugleich die Industrienationen in die Pflicht, die Schwellenländer bei ihren Klimabemühungen finanziell und technologisch zu unterstützen.

Kommentare (9)

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Herr Peter Silberg

24.09.2014, 08:45 Uhr

Zitat:
"Die Bundesregierung könnte das Ziel jedoch verfehlen, weil durch die Energiewende wieder deutlich mehr CO2 ausgestoßen wird." Dieser Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Es wird wohl eher deshalb mehr Kohlendioxid ausgestoßen, weil der Emissionshandel nicht funktioniert und daher Kohlekraftwerke sehr günstig Strom verkaufen können. Und es wird auch deshalb mehr Kohlendioxid ausgestoßen, weil die Energieeffizienz immer noch nicht als wesentlicher Faktor der Energiewende begriffen wird. Darüber hinaus ist das Mobilitätsverhalten der deutschen Bevölkerung nicht dazu angetan, den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken.

Frau Anna Rudholzer

24.09.2014, 09:10 Uhr

Der sogenannte Green Climate Fund soll armen Ländern helfen, die am stärksten von steigenden Temperaturen und Umweltkatastrophen betroffen sind.

Hier nachzulesen, gegenteilige Meinungen zur Panikmache mit den steigenden Temperaturen.

http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/wenn-emotionen-den-journalismus-fressen-die-tagesthemen-nachrichten-und-die-klimakonferenz-in-new-york/

http://www.eike-klima-energie.eu/

Account gelöscht!

24.09.2014, 09:24 Uhr

Hier ein Link zu sehr schön übersichtlichen Grafiken über die tatsächliche Temperaturentwicklung auf der Erde:

http://www.metoffice.gov.uk/hadobs/hadcrut3/diagnostics/comparison.html

Es handelt sich um die grafische Aufbereitung von offiziellen staatlichen Stellen, die für die UNO das weltweite Temperaturmonitoring betreiben.

Wie man unschwer mit bloßem Auge erkennt, stagnieren die global gemessenen Temperaturen seit mehr als 1 1/2 Jahrzehnten. In diesem Zeitraum ist jedoch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre deutlich gestiegen.

Wer nach diesen Fakten noch an die Erderwärmung durch CO2 glaubt, mag das tun. Für die New York wieder einmal organisierte Panikmache besteht aber kein Grund.

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