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07.06.2013

15:23 Uhr

Uno-Mission

Putin will Blauhelme auf den Golan schicken

Russlands Präsident Wladimir Putin nutzt die Chancen zur außenpolitischen Profilierung: Nach dem Abzug der Österreicher könnte Russland Soldaten für die Uno-Mission an der Grenze zwischen Israel und Syrien stellen.

Russlands Präsident Wladimir Putin. dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Stationierung russischer Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen vorgeschlagen. Ein russisches Kontingent von Friedenssoldaten solle das österreichische Kontingent ablösen, dessen Rückzug von der Regierung in Wien beschlossen wurde, sagte Putin am Freitag nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen.

Die Blauhelm-Soldaten überwachen seit 1974 auf dem Golan den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien. In dem Grenzgebiet gab es zuletzt heftige Gefechte zwischen Regierungstruppen und Aufständischen, die sich im syrischen Bürgerkrieg gegenüberstehend. Österreich hatte den Abzug seiner Blauhelmsoldaten aus dem israelisch-syrischen Grenzgebiet mit den schweren Kämpfen in der Region begründet. Die Regierung in Wien bezeichnete die Gefährdungslage für die Soldaten der Uno-Mission UNDOF als "inakzeptabel".

Putin sagte, der Antrag für die Stationierung russischer Blauhelme auf dem Golan müsse von der Uno gestellt werden. Die Stationierung werde "natürlich" nur möglich sein, wenn auch die betroffenen "Regionalmächte" damit einverstanden seien.

Israel befürchtet, dass die Lage an der Grenze außer Kontrolle gerät. „Unsere große Sorge ist, dass wir auf dem Golan eine Situation wie mit dem Gazastreifen bekommen: religiös motivierte Psychopathen, die von Syrien aus unsere Zivilisten mit Raketen beschießen“, sagt ein Geheimdienstoffizier unter der Maßgabe, dass sein Name nicht genannt wird.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat zwar wiederholt betont, sein Land wolle sich nicht in den Konflikt hineinziehen lassen. Ein Ende der Uno-Beobachtermission Undof aber würde das noch schwieriger machen.

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Dabei waren die Uno in Israel schon bisher nicht besonders beliebt. Zu oft haben sie nach Meinung vieler Israelis einseitig für die arabischen Feinde und gegen den jüdischen Staat Partei ergriffen. Dass Österreich jetzt seine Blauhelme aus der Uno-Beobachtertruppe auf den Golanhöhen abzieht, macht die Sache aber nicht besser.

„Kaum wird es ein bisschen ungemütlich, machen die (Österreicher) sich vom Acker. Das ist wirklich unglaublich“, sagt ein israelischer Militär.Viele halten die Vereinten Nationen für „UN-fähig“, wie es der israelische Designer Jossy Lemel aus Anlass des Jugoslawienkrieges einmal mit einem Poster zum Ausdruck brachte.

Kommentare (2)

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Hagbard_Celine

07.06.2013, 19:27 Uhr

Es macht Spass Putin bei der Arbeit zuzusehen. Während der Ami sich mal wieder von oben bis unten bekleckert hat sitzt er da mit blütenweißem Hemd und Krawatte.

Spaß beiseite, russische Blauhelme für die Golan Höhen sind zweifelsfrei ein stabilisierender Faktor für diese mit Unsicherheit geprägte Region. Wir haben dort genug rote Linien, was wir brauchen sind blaue.

Bieberklops

07.06.2013, 21:25 Uhr

Allein die Vorstellung, dass "bestens ausgerüstete" russische Blauhelme Israel daran hindern, in Syrien zu "intervenieren", zaubert mir ein verschwitztes Grinsen aufs Gesicht :))) Was wohl der große Bruder davon halten wird???

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