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19.05.2015

15:46 Uhr

Uno-Organisation ILO warnt

Mehr ungesicherte Arbeitsplätze – trotz Wachstum

Sichere Arbeitsplätze sind in vielen Ländern eher die Ausnahme. Die Internationale Arbeitsorganisation warnt vor wachsender Armut. Auch in Deutschland steht aus Sicht des DGB nicht alles zum Besten.

Die UN-Organisation ILO warnt vor einer Zunahme ungesicherter Arbeit. dpa

Minijob

Die UN-Organisation ILO warnt vor einer Zunahme ungesicherter Arbeit.

Genf/WiesbadenBefristete Jobs, Teilzeitarbeit, unsichere Einkommen: Trotz wirtschaftlichen Wachstums nimmt die Zahl sozial ungesicherter Beschäftigungsverhältnisse nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit weiter zu. Drei Viertel aller Arbeitnehmer haben demnach keine ausreichend sozial abgesicherte Vollzeitstelle mit festem Vertrag und sicherem Gehalt.

Dazu zählten in Deutschland und anderen Ländern auch Minijobs und andere Formen geringfügiger Beschäftigung. Folgen des Trends zu instabilen oder prekären Beschäftigungsverhältnissen seien sinkende Einkommen und wachsende Armut, warnte die ILO in ihrem am Dienstag in Genf veröffentlichten Weltarbeitsmarktbericht.

Den Angaben zufolge haben rund 75 Prozent aller Erwerbstätigen nur zeitlich befristete oder informelle Jobs oder leisten unbezahlte Arbeit in kleinen Familienunternehmen. Mehr als 60 Prozent aller Arbeitnehmer hätten keinen Beschäftigungsvertrag, beklagt die UN-Sonderorganisation für soziale Gerechtigkeit und Arbeitsrecht.

Ohne staatliche Gegensteuerung werde sich ein „Teufelskreis aus schwacher globaler Nachfrage und langsamem Jobaufbau der Nach-Krisen-Zeit verstetigen“, warnten ILO-Experten. Sie forderten die Politik auf, gegen zunehmende Einkommensunsicherheit vorzugehen.

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In Deutschland waren laut ILO-Bericht 2014 rund 7,5 Millionen Menschen in Minijobs tätig. Fast jeder fünfte Erwerbstätige habe in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr lediglich einen 450-Euro-Job gehabt und sei nur teilweise sozialversichert gewesen.

Seit Einführung des Mindestlohns zum Jahresbeginn sind hierzulande mindestens 237.000 gewerbliche Minijobs verschwunden. Das geht aus dem Quartalsbericht der Minijobzentrale in Bochum hervor, über den am Dienstag zuerst die „Welt“ berichtet hatte. Besonders betroffen seien die ostdeutschen Bundesländer. Ob dies mit dem Start des Mindestlohns ursächlich zusammenhänge, wollte eine Sprecherin nicht kommentieren.

Wirtschaftsforscher hatten vor einem Wegfall von Minijobs durch den Mindestlohn gewarnt. Im Gegenzug dürften aber auch einige sozialversicherungspflichtige Stellen entstehen. Aus dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hieß es am Dienstag, bisher habe der Mindestlohn nicht zu einem massiven Rückgang von Beschäftigung geführt. Eine Entwarnung wäre indes voreilig, „denn bei den Minijobs zeigen sich bereits erste Verwerfungen“.

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