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25.12.2016

13:14 Uhr

Uno-Resolution

Israel bestellt mehrere Botschafter ein

Israel hat die Botschafter jener Länder einbestellt, die für eine Uno-Resolution die die israelische Siedlungspolitik verurteilt gestimmt haben. Sie sollen gerügt werden. Der US-Botschafter muss nicht zum Rapport.

Nach dem Erlass einer Resolution gegen die israelische Siedlungspolitik hat das Land die Botschafter der Staaten die für den Beschluss gestimmt haben, einbestellt. AP

Uno-Abstimmung

Nach dem Erlass einer Resolution gegen die israelische Siedlungspolitik hat das Land die Botschafter der Staaten die für den Beschluss gestimmt haben, einbestellt.

JerusalemNach einer Resolution des Weltsicherheitsrates gegen die israelische Siedlungspolitik hat Israel am Sonntag die Botschafter jener Staaten einbestellt, die für den Beschluss gestimmt haben. Jeder der Gesandten sei zu einem persönlichen Gespräch mit dem jeweils zuständigen regionalen Direktor eingeladen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem. In einigen Fällen handele es sich wegen der Weihnachtsfeiertage um einen Stellvertreter. Der US-Botschafter sei nicht einbestellt worden, weil die USA sich enthalten hätten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe das Außenministerium angewiesen, die ausländischen Repräsentanten zu rügen, berichtete die Nachrichtenseite „ynet“. Neben seiner Rolle als Regierungschef hat er mehrere Ministerposten inne, darunter den des Außenministers.

In Israel beginnt die Arbeitswoche regulär am Sonntag, Weihnachten wird nur von einer Minderheit gefeiert, weil rund 75 Prozent der israelischen Bevölkerung jüdisch sind.

Die „Hügeljugend“ im Westjordanland

Was ist die „Hügeljugend“?

Bei der „Hügeljugend“ handelt es sich um jüdische Siedler im Teenager- und jungen Erwachsenenalter. Viele sind Minderjährige, die ihr Elternhaus in „etablierten“ Siedlungen in den von Israel besetzten Palästinensergebieten verlassen und auf nahe gelegenen Hügeln neue Außenposten errichtet haben.

Was macht die „Hügeljugend“?

Militanten Mitgliedern der „Hügeljugend“ werden die sogenannten „Preisschild“-Angriffe auf palästinensischen Besitz zugeschrieben – etwa Brandanschläge auf Moscheen oder Autos sowie anti-muslimische Schmierereien. Diese geschehen häufig als Rache für palästinensische Attacken oder nach Einsätzen der israelischen Armee gegen Siedler.

Wie viele Mitglieder hat die „Hügeljugend“?

Die „Hügeljugend“ hat mehrere hundert Mitglieder, die Schätzungen gehen bis zu 1000. Insgesamt leben im Westjordanland und Ost-Jerusalem nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Betselem etwa 550.000 israelische Siedler. Es gibt im Westjordanland 125 Siedlungen, dazu kommen rund 100 nicht genehmigte „wilde Siedlungen“.

Der Sicherheitsrat hatte Israel am Freitag zu einem vollständigen Siedlungsstopp in den besetzten Palästinensergebieten einschließlich Ost-Jerusalem aufgefordert. Bei Stimmenthaltung der USA nahmen die anderen 14 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums die entsprechende Resolution an.

Netanjahu verurteilte die Resolution als „schändlich und anti-israelisch“. Er hat bereits diplomatische Schritte gegen die Antragssteller Neuseeland und Senegal eingeleitet. Außerdem lud er seinen ukrainischen Amtskollegen Wladimir Groisman aus, der am Mittwoch zu einem Besuch in Israel erwartet wurde. Mit einigen der Länder unterhält Israel ohnehin keine diplomatischen Beziehungen.

Von

dpa

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