Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.12.2016

02:47 Uhr

Uno-Resolution

Russland und China blockieren Syrien-Feuerpause

Zu einer von den Vereinten Nationen geforderten Waffenruhe im syrischen Aleppo kommt es vorerst nicht. Sieben Tage sollte die Feuerpause dauern, doch Russland und China verhindern mit ihrem Veto die Resolution.

In Aleppo gehen die Kämpfe weiter. Reuters

Syrien

In Aleppo gehen die Kämpfe weiter.

New YorkRussland und China haben mit ihrer Veto-Macht im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf blockiert, in dem eine siebentägige humanitäre Waffenruhe in der belagerten syrischen Stadt Aleppo gefordert wird. Die Resolution, die von Neuseeland, Ägypten und Spanien unterstützt wurde, sollte ermöglichen, dass Kranke und Verwundete aus Aleppo weggebracht werden und humanitären Entwicklungshelfern genug Zeit geben, um Lebensmittel und Medizin in die Stadt zu bringen.

Es gab elf Stimmen für die Resolution, drei dagegen und eine Enthaltung. Da aber Russland und China als ständige Mitglieder des 15 Sitze umfassenden Sicherheitsrats eine Veto-Macht besitzen, wurde die Resolution nicht verabschiedet. Eine der drei „Nein“-Stimmen wurde von Venezuela abgegeben.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Regime

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets, iranische Kämpfer und die Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Auch Verbände aus Afghanistan und dem Irak sollen aufseiten des Regimes kämpfen.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

Rebellen

Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien - von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten, wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

Russland

Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin hatte geklagt, das Votum verstoße gegen Arbeitsabläufe des Sicherheitsrats, weil der Resolutionsentwurf nicht 24 Stunden lang habe geprüft werden können. Zudem habe der Entwurf nicht eine Vereinbarung zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und US-Außenminister John Kerry berücksichtigt, demzufolge eine Gruppe Aleppo-Experten organisiert werden sollten.

Syrien: Russland und USA wollen über Aleppo verhandeln

Syrien

Russland und USA wollen über Aleppo verhandeln

Moskau ist Verbündeter der Regierung in Damaskus. Die USA unterstützen Rebellen gegen die syrische Regierung. Nun wollen die beiden Länder über das umkämpfte Aleppo verhandeln.

Die stellvertretende US-Botschafterin Michele Sison sagte, Tschurkins Behauptung, die USA und Russland seien kurz vor einem Abkommen, sei „ein erfundenes Alibi“.

Russland hat wiederholt ein Handeln des UN-Sicherheitsrats wegen Syrien blockiert. Moskau unterstützt in dem Land syrische Regierungstruppen, die loyal zum Präsidenten Baschar al-Assad stehen.

Syrien-Krieg

Videoaufnahmen zeigen die dramatische Lage im „Schlachthaus“ Aleppo

Syrien-Krieg: Videoaufnahmen zeigen die dramatische Lage im „Schlachthaus“ Aleppo

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×