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02.07.2015

01:06 Uhr

Uno ruft Notfallstufe aus

Jemen steht kurz vor der Hungersnot

Essen, Trinkwasser, sanitäre Anlagen, Krankenversorgung: An alldem fehlt es im vom Bürgerkrieg ins Chaos gestürzten Jemen. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen. Die Uno schlägt deshalb Alarm.

30 Tote in Jemen

Granateneinschlag mitten ins Adener Wohnviertel

30 Tote in Jemen: Granateneinschlag mitten ins Adener Wohnviertel

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New YorkFür den vom Bürgerkrieg zerrütteten Jemen haben die Vereinten Nationen die höchste Nothilfestufe 3 ausgerufen. Alle UN-Agenturen hätten Nothilfekoordinator Stephen O'Brien zugestimmt, dass die Situation diesen Schritt für zunächst sechs Monate bedinge, sagte ein Uno-Sprecher am Mittwoch (Ortszeit) in New York.

Die Stufe 3 gilt nur für drei andere Staaten: Syrien, Irak und Südsudan; die Zentralafrikanische Republik war es im vergangenen Jahr. Das „L3“ bedeutet nicht automatisch, das bestimmte Prozesse in Gang gesetzt werden. Es soll aber alle Mitgliedsstaaten aufmerksam machen, dass es sich um eine Krise handelt, die von mehreren UN-Organisationen zugleich bekämpft werden muss.

21,1 Millionen Menschen, mehr als 80 Prozent der Bevölkerung, würden irgendeine Hilfe von außen brauchen. 13 Millionen hätten nicht ausreichend zu Essen und 9,4 Millionen nicht genügend Trinkwasser. Vor einigen Tagen hatte O'Brien bereits vor einer Hungersnot im Jemen gewarnt. Weil auch die Abwasserversorgung zusammengebrochen sei, hätten sich bereits Krankheiten wie Malaria und Denguefieber weiter ausgebreitet.

Das Gesundheitssystem sei kurz vor dem Kollaps, sagte der Sprecher. 160 Einrichtungen wie Krankenhäuser und Ambulanzen seien bereits geschlossen. Es fehle am nötigsten, selbst am Treibstoff für Hilfstransporte.

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Kommentare (1)

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Herr Markus Bullowski

02.07.2015, 08:27 Uhr

Yemens Bevölkerung hat sich in 60 Jahren versechsfacht, die Geburten pro Frau lagen zeitweise über neun (aktuell fallend auf immer noch über vier). Wovon früher ein Mensch leben konnte, muss heute für sechs reichen. Hunger und Elend sind so unvermeidbar und von außen auch nicht zu verhindern. Mehr Nahrung führt nur zu noch mehr Menschen, noch mehr Hunger, plus Abhängigkeit von Außen.

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