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25.01.2013

08:57 Uhr

Uno-Sanktionen

Nordkorea droht mit Krieg

Das Land reagiert mit harten Drohungen auf die verschärften Uno-Sanktionen und will den Nachbarn angreifen, falls Südkorea sich auf die Seite der Vereinten Nationen stellt. Denn Sanktionen seien eine „Kriegserklärung“.

Nordkorea droht Südkorea mit Krieg, falls sich das Nachbarland den schärferen Uno-Sanktionen gegen Nordkorea anschließe. dpa

Nordkorea droht Südkorea mit Krieg, falls sich das Nachbarland den schärferen Uno-Sanktionen gegen Nordkorea anschließe.

SeoulNordkorea droht Südkorea mit Krieg. Falls sich das Nachbarland den schärferen Uno-Sanktionen gegen Nordkorea anschließe, werde man angreifen. "Sanktionen bedeuten Krieg und eine Kriegserklärung gegen uns", ließ Nordkorea am Freitag verlauten. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor beschlossen, die Sanktionen gegen das international weitgehend isolierte Land zu verschärfen. Anlass dafür war ein Raketentest im Dezember, den Nordkorea unter Verletzung internationaler Auflagen ausgeführt hatte. Die Vereinten Nationen (Uno) haben dem Land untersagt, Atom- und Raketentechnologie zu entwickeln.

"Falls das Marionettenregime der Verräter sich direkt an den UN-Sanktionen beteiligt, wird Nordkorea gewaltsame Gegenmaßnahmen ergreifen", drohte Nordkoreas Wiedervereinigungskommission an die Adresse Südkoreas. Das Land kündigte zudem eine 1992 mit Südkorea geschlossene Vereinbarung über eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel auf.

China kündigte für den Fall eines nordkoreanischen Atomtests die Reduzierung seiner Hilfe für Pjöngjang an. Die Gegenmaßnahmen würden sich gegen die "Verräter des südkoreanischen Marionettenregimes" und deren "feindliche Politik" gegen die Demokratische Volksrepublik Korea richten, hieß es in der Mitteilung. Die von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitete Warnung folgte auf Pjöngjangs Ankündigung vom Donnerstag, einen weiteren Atomtest vorzunehmen. Ein Datum dafür nannte die nordkoreanische Führung nicht, es hieß lediglich, der Atomversuch ziele gegen den "Erzfeind" USA.

Ein offizielles chinesisches Presseorgan wies den nordkoreanischen Verbündeten am Freitag in einer seltenen Stellungnahme in die Schranken. In einem Leitartikel der Zeitung "Global Times" hieß es, sollte Nordkorea weitere Atomtests vornehmen, werde Peking nicht zögern, seine Hilfe für das Nachbarland einzuschränken. China stecke in dem "Dilemma", dass es keinen möglichen Weg habe, "nach einem diplomatischen Gleichgewicht zwischen Nord- und Südkorea, Japan und den USA zu suchen".

Militär in Nord- und Südkorea

Zwei militärische Regionalmächte

An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

Truppenstärke

Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

Kampfpanzer

Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

Artilleriegeschütze

10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

Boden-Boden-Raketen

Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

Kampfflugzeuge

Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

Kriegsschiffe

Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

Taktische U-Boote

Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

Kleinere Küstenwachtboote

Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

Peking solle eine "pragmatische Haltung" an den Tag legen und das "optimale Verhältnis zwischen den von uns investierten Ressourcen und unseren strategischgen Gewinnen erreichen, empfahl die englischsprachige Zeitung und fügte hinzu, China setze auf Stabilität auf der koreanischen Halbinsel. Es sei aber "nicht das Ende der Welt", wenn es dort Probleme gebe.

Die US-Regierung hatte die Atomtest-Ankündigung aus Pjöngjang am Donnerstag kritisiert. China hatte zur Zurückhaltung und zum Dialog aufgerufen.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte die neuen Sanktionen gegen Nordkorea am Dienstag wegen des Tests einer nordkoreanischen Langstreckenrakete im Dezember beschlossen. Die USA hatten auf die Strafmaßnahmen hingearbeitet und waren von Japan und Südkorea unterstützt worden. Die Maßnahmen betreffen unter anderem die nordkoreanische Raumfahrtbehörde und wurden in Absprache mit der Uno-Vetomacht China verhängt.

Die Uno verhängte bereits mehrfach Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Die Gespräche über das Atomprogramm des abgeschotteten Lands, an denen außer den beiden koreanischen Staaten auch China, Japan, die USA und Russland beteiligt sind, stecken seit Dezember 2008 in einer Sackgasse.

Kommentare (9)

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Rivacopor

25.01.2013, 08:53 Uhr

Die ständigen Drohungen nerven langsam. Nordkorea und vorallem Kim Jong Un sollte man aber trotzdem nicht unterschätzen...
da fällt mir immer nur das bild ein http://www.herbstmeister.tv/wurzeln/

wisconsin

25.01.2013, 09:26 Uhr

Sanktionen sind eine Kriegserklärung, da hat Kim Jong Un Recht. Diese unendliche Verblödung - Stümper wollen Propaganda machen; das sind nicht vorhandene Fähigkeiten. Da sollten sich Journalisten besser direkt beim Arbeitsamt anmelden, bevor sie Geschäftsberichte kritisieren oder sogar dem Trugschluss aufsitzen, sie könnten irgendwo ausserhalb eine Arbeit finden.

goldeneye

25.01.2013, 09:51 Uhr

Aushungern lassen!!! Total aushungern!
Das Volk ist zu dumm bzw. mit der Propaganda schon gehirnamputiert!

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